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| 01:32 Uhr

Forst führt etwas Neues im Schilde

Forst. Der lange Streit um das Forster Wappen könnte im kommenden Jahr ein gutes Ende nehmen. Ein neuer Entwurf, der sich an das Bibersteinische Wappen anlehnt, ging nach Angaben der Stadt jetzt an das Landeshauptarchiv. Denn dort wird entschieden, was Forst im Schilde tragen darf. Mit Lausitzer Wappen-Merkspiel! Von Jan Selmons

„Ich bin optimistisch“, sagt Verwaltungsvorstand Sven Zuber. Die Chancen, dass die Stadt im kommenden Jahr ein schönes Wappen tragen könne, stünden gut.

So ganz das alte ist das neue Stadtwappen allerdings auch nicht. Der aktuelle Entwurf des Grafikers Uwe Reipert ist eine Art optimiertes Vollwappen des von 1924 bis ins Jahr 2005 geführten Symbols der Stadt. Laut Zuber seien in dem alten Wappen Grundsätze der Heraldik (Wappenkunde) nicht beachtet worden und es war zu komplex für den täglichen Gebrauch.

Zuber: „Das Wappen muss auch als Stempel gut zu erkennen sein.“ Deshalb sei es etwas vereinfacht und die Zeichen- und Strichstärken seien verändert worden. Zudem wird nach Angaben von Dr. Jan Klußmann ein Wappenschild um den neuen Entwurf gelegt. Der Stadtarchivar erklärt, warum dem Zeichen ein weiteres Hirschende hinzugefügt wurde.

„Der Entwurf zeigt die Hirschstange nun mit fünf Enden, während die vom Jahre 1924 bis 2005 geführte Form vier Enden besaߓ, sagt Klußmann. Die neue Endenzahl entspreche der Darstellung in den meisten überlieferten Wappen der Biberstein und stelle so den geschichtlichen Bezug zu den Wappen her, „die Elemente des Bibersteinwappens übernommen haben“, erklärt Klußmann. Dazu gehören Bad Muskau, Beeskow, Döbern, Trzebiel (Triebel) oder Zary (Sorau).

Sven Zuber findet es „toll, dass damit die Gemeinschaft der Städte dargestellt wird“. Mit dem bekannten Heraldiker Reipert als Berater steigen zudem die Chancen, dass das Hauptarchiv nichts gegen das Wappen einwendet, glaubt Zuber. Allerdings sei es theoretisch auch möglich, dass sich das Landeshauptarchiv gegen das neue Wappen ausspricht. Dann bestehe die Genehmigungspflicht durch das Innenministerium weiterhin, so Zuber.

Hintergrund des derzeitigen Verfahrens ist die Novellierung der Verordnung über das Führen von kommunalen Hoheitszeichen. Diese hatte die Genehmigungspflicht für Kommunalwappen zugunsten einer reinen Anzeigepflicht aufgehoben. Ziel war eine Entbürokratisierung des Verfahrens.

Für Sven Zuber wäre mit der Einführung des von Reipert vorgelegten Wappens ein „historischer Bruch geheilt, den man nicht so lassen konnte“. Im Jahr 2005 hatte die Stadtverordnetenversammlung nach Empfehlung des Landes das derzeit noch gültige, vereinfachte Wappen beschlossen. Das sei auch richtig gewesen, meint Zuber. Denn so habe die Stadt Rechtssicherheit gehabt und „konnte ohne Druck ein verbessertes Wappen auf den Weg bringen“.

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