(sh) Als einen Tag der Befreiung von nationalsozialistischer Herrschaft, von Völkermord und dem Grauen des Krieges hat die Forster Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) den 8. Mai 1945 bezeichnet. Zum 74. Mal jährte sich am Mittwoch das Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Stadt hatte aus diesem Anlass eine kleine Gedenkveranstaltung auf dem Soldatenfriedhof organisiert.

Die Rathauschefin erinnerte an die letzten Kriegswochen, in denen Forst beinahe komplett evakuiert worden war. Zwei Monate sei Forst Frontstadt gewesen. Rund 1000 Opfer seien zu beklagen gewesen. Bis heute sei allerdings die genaue Zahl der im Krieg Gefallenen nicht bekannt, betonte die Bürgermeisterin. Der Forster Stadtarchivar Dr. Jan Klußmann sei deshalb zum Beispiel in engem Kontakt mit polnischen Hobbyhistorikern, die derzeit in Grenznähe nach bislang unbekannten Kriegsgräbern forschten.

Erst vor wenigen Wochen hatten Vertreter der russischen Botschaft den sowjetischen Ehrenfriedhof besichtigt. Dabei seien die Sanierungspläne der Stadt gelobt worden, hieß es aus dem Rathaus. Vordringlichstes Ziel der Sanierung ist es laut Stadt, den großen Obelisken einschließlich der Sockelstufen zu erneuern. Voraussetzung dafür seien allerdings Fördermittel. Außerdem sollen auch die Inschriften an den 57 kleinen Obelisken erneuert, Ergänzungen oder Namenskorrekturen vorgenommen werden.