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| 17:33 Uhr

Geld für Museum und Schwarze Jule
„Ein Volltreffer für Forst“

 Museumsleiterin Michaela Zuber an einer Schärmaschine aus dem Jahr 1925, die neben anderer Technik im Textilmuseum zu sehen ist.
Museumsleiterin Michaela Zuber an einer Schärmaschine aus dem Jahr 1925, die neben anderer Technik im Textilmuseum zu sehen ist. FOTO: Ludwig
Forst. Wie es nach dem Förderbescheid von 7,42 Millionen Euro für das Textilmuseum weitergeht. Von Steffi Ludwig

„Das ist ein Volltreffer für Forst!“ Kristian Schmidt, der Vorsitzende des Museumsvereins der Stadt, kann seine Begeisterung über die positive Mitteilung vom Freitag nicht verhehlen. Das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat hatte übermittelt, dass das Brandenburgische Textilmuseum Forst 7,42 Millionen Euro Fördermittel aus dem Programm „Nationale Projekte des Städtebaus 2018/19“ erhält. Damit hat Forst den dritthöchsten Betrag der insgesamt ausgereichten rund 140 Millionen Euro bekommen, freute sich auch Verwaltungsvorstand Sven Zuber im Werksausschuss des Eigenbetriebes Kultur, Tourismus und Marketing, der am Montagabend tagte. „Auch wir sind sehr positiv überrascht worden“, so Sven Zuber. „Das ist eine wichtige Botschaft für Forst.“

Denn dass der positive Förderbescheid so schnell kam und dann auch noch in dieser Höhe – damit hatte in Forst wohl keiner gerechnet, meint Kristian Schmidt. Denn erst Ende November 2018 waren die Bundesmittel beantragt worden: zur Sanierung und Erweiterung des Textilmuseums samt dortiger Unterbringung der Stadteisenbahn Schwarze Jule. Zunächst war die Fördersumme auf vier Millionen Euro begrenzt gewesen. Eine höhere Summe war dann jedoch möglich, wenn die bundesbaupolitischen Ziele erfüllt und zusätzliche Unterlagen eingereicht wurden. Dies hatte nun Erfolg. Offenbar konnte die Stadt mit ihrer Begründung überzeugen, sodass die Fördermittel in der beantragten Höhe bewilligt wurden, sagte Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos).  

In den nächsten Tagen erwarte die Stadt eine offizielle Mitteilung des Bundesinnenministeriums sowie eine Begründung, sagte Verwaltungsvorstand Sven Zuber. Im Sommer soll dann eine Urkunde übergeben werden, in der dann auch ein Zeitplan ersichtlich sei, in dem die Gelder ausgereicht werden. Dann sei laut Kämmerer Jens Handreck auch klarer, welchen Eigenanteil die Stadt tragen müsse oder ob es andere Möglichkeiten gebe. Einige Eigenmittel habe die Stadt für die drei Projekte Textilmuseum, Stadion am Wasserturm und Radrennbahn eingestellt, so Handreck. Weiteres werde dann in den Haushaltsplan 2020 eingearbeitet, der in diesem Jahr eher, bereits im September, eingebracht werden soll. Zudem sollen weitere Förderprogramme angezapft werden, kündigt die Bürgermeisterin an.  

Eine Machbarkeitsstudie hatte ergeben, dass für den Umbau des Textilmuseums rund 8,4 Millionen Euro veranschlagt werden müssen. Die Stadtverordneten hatten daraufhin einen eher knappen Beschluss mit drei Stimmen Mehrheit gefasst, den Fördermittelantrag überhaupt zu stellen. Das Geld solle eher in Kitas oder Schulen gesteckt werden, so die Kritiker.

Doch da es den Mehrheitsbeschluss von 2016 gibt, das Textilmuseum weiterzuentwickeln, wird seitdem auch geplant. Und das sehr intensiv, wie Verwaltungsvorstand Zuber mitteilt. Ziel sei, die Lok der „Schwarzen Jule“ am Museum unterzubringen. Auch das Archiv verschwundener Orte sowie das Kirchliche Informations- und Begegnungszentrum, die bisher in Horno untergebracht sind, sollen ins Museum eingegliedert werden. „Wir hoffen, dass die Pläne schnell umgesetzt werden können“, so Kristian Schmidt.

Für die zwei weiteren Anträge von Bundesfördermitteln – es geht um 3,8 Millionen Euro für das Stadion am Wasserturm und 2,8 Millionen Euro für die Sanierung der Radrennbahn mit Rad- und Reitstützpunkt – gibt es noch keinen Bescheid. Hier erwarte die Stadt eine zeitnahe Entscheidung, so die Bürgermeisterin.

 Museumsleiterin Michaela Zuber an einer Schärmaschine aus dem Jahr 1925, die neben anderer Technik im Textilmuseum zu sehen ist.
Museumsleiterin Michaela Zuber an einer Schärmaschine aus dem Jahr 1925, die neben anderer Technik im Textilmuseum zu sehen ist. FOTO: Ludwig