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| 13:29 Uhr

Regionale Kultur in Forst
Weihnachtsparty im Hochsommer

 Weihnachtliches Flair mit Weihnachtsmann und Lametta-Fee soll am 29. August in Horno versprüht werden.
Weihnachtliches Flair mit Weihnachtsmann und Lametta-Fee soll am 29. August in Horno versprüht werden. FOTO: Thoralf Haß
Forst. Warum Ende August im Hornoer Krug die erste „Heiße Weihnacht“ veranstaltet wird.

Ein weihnachtliches Programm mit Lametta und Lebkuchen mitten im Hochsommer – das kann am 29. August im Hornoer Krug erlebt werden. Der Kartenverkauf läuft laut Veranstalter Thoralf Haß erstaunlich gut. Doch wie kommt man auf diese doch recht außergewöhnliche Idee, solch ein Programm rund vier Monate vor dem eigentlichen Ereignis zu veranstalten? Ist es nur die Ansage, die in der Ankündigung steht: „Damit Sie später Zeit für die wichtigen Dinge haben....“?

Thoralf Haß klärt auf: „Bei einem Gespräch mit einer Agenturleiterin bot mir diese ein Weihnachtsprogramm an – ganz normal für Dezember. Doch dann habe ich, mehr zu mir, gesagt: Weihnachten macht doch jeder, das müsste man mal im Sommer machen.“

Die Agenturleiterin sei nicht abgeneigt gewesen – im Gegenteil hätte sie gemeint, dass dies eine gar nicht so schlechte Idee wäre, da die Künstler im Sommer sowieso meist auf der Suche nach Veranstaltungsstätten seien. Sie habe sogar solches Potenzial in der Veranstaltung gesehen, dass diese in den folgenden Jahren auch zu einer Art Kultveranstaltung avancieren könnte – mit jährlich wechselnden Künstlern wie ehemals die „Lange Nacht des Kabaretts“ im Gasthaus „Zum Kuckuck“ Groß Jamno.

Und die Künstler waren schnell gefunden und bei einem Auftritt im Frühjahr in Forst sofort von dem Vorhaben begeistert: die Kabarettisten Lina Lärche und Gerd Normann aus Berlin. Beide treten sowohl solo auf als auch gemeinsam als Ömmes und Lärche. „Beide haben auch gleich den Namen des Programms ,Heiße Weihnacht’ entworfen und einen kleinen Film, einen Trailer, entwickelt“, berichtet der Veranstalter. Ihr Weihnachtsprogramm laufe bereits zwei bis drei Jahre – allerdings im Winter.

Nun wird es Ende August erstmals in Horno gezeigt. Zu viel will Thoralf Haß nicht im Vorfeld verraten. Nur, dass beide Künstler das Ehepaar Willi und Lisbeth spielen, das am Frühstückstisch allerhand weihnachtliche Visionen hat. Die Lametta-Fee ist nur eine davon.

Um die weihnachtliche Ausgestaltung des Saales kümmert sich der Veranstalter. „Natürlich gibt es einen Weihnachtsmann, einen Weihnachtsbaum, Weihnachtsmusik, Weihnachtsdekoration – und ich hoffe, dass der Handel mitspielt und dann auch bereits weihnachtliches Gebäck wie Spekulatius anbietet“, so Haß. „Einen Stollen habe ich extra einfrieren lassen.“ Der Forster Bernd Uduc habe ein Weihnachtsgedicht geschrieben, das ebenfalls vorgetragen werde.

Eine Fortsetzung der „Heißen Weihnacht“ im kommenden Jahr könne sich der Veranstalter durchaus vorstellen. Auch sonst laufe sein Veranstaltungskonzept recht gut, die letzten drei Programme seien ausverkauft gewesen.

Haß, der zudem freier Autor ist, bietet seit April 2018 im Hornoer Krug Kabarett, Musik und Comedy an. Denn das Gasthaus „Zum Kuckuck“ mit überregional bekannter Kabarettbühne hatte im März 2018 seine Türen geschlossen, da das Betreiber-Ehepaar Hendrischke aufhörte. Mit Sylvio Neubert und Nancy Franice-Neubert fanden sich neue Betreiber des Groß Jamnoer Hauses, das nun Restaurant „Zur Waldeule“ heißt, und auch Kabarett anbietet. Viele „Kuckuck“-Stammkunden kämen inzwischen nach Horno, so Thoralf Haß, der als Mitglied des Freundeskreises des „Kuckucks“ jahrelang nahe dran am Kabarett-Geschehen war. Aber auch neue Gäste, vor allem direkt aus Horno oder aus Forst, konnte er gewinnen – die vor allem den kurzen Weg nutzen. „Die ersten Verträge mit Künstlern fürs kommende Jahr sind unterzeichnet“, freut sich Haß.