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| 15:22 Uhr

Neues Angebot für Langzeitarbeitslose
Forst eröffnet den Stadtteiltreff

 Zur Eröffnung des neuen Stadtteiltreffs in Forst ist auch die neue Internetseite online gegangen. Projektpartner sind Anett Müller (BQS), Silke Steiniger von der Stadt Forst und Manuela Kohlbacher (Kompetenzzentrum Forst) (v.l.).
Zur Eröffnung des neuen Stadtteiltreffs in Forst ist auch die neue Internetseite online gegangen. Projektpartner sind Anett Müller (BQS), Silke Steiniger von der Stadt Forst und Manuela Kohlbacher (Kompetenzzentrum Forst) (v.l.). FOTO: Sven Hering
Forst. Ein neues Begegnungszentrum soll vor allem Langzeitarbeitslosen in der Neißestadt den Weg zurück in den ersten Arbeitsmarkt ebnen. Am Donnerstag erklärten die Projektträger das Konzept. Von Sven Hering

Mit der Eröffnung des Stadtteiltreffs und der Freischaltung der Homepage (www.biwaq-forst.de) sind am Donnerstag die beiden nächsten Vorhaben im Rahmen des Projektes „Mittendrin statt Außen vor“ auf den Weg gebracht worden. Die Stadt als Träger sowie die Partner von der BQS GmbH in Döbern und des Kompetenzzentrums Forst wollen damit vor allem Langzeitarbeitslose ansprechen, zugleich aber regionalen Firmen die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren und neue Arbeitskräfte zu rekrutieren.

Letzteres werde immer mehr zum Problem, sagte Bürgermeisterin Simone Taubenek (parteilos) am Donnerstag zur Eröffnung des Stadtteiltreffs in der Frankfurter Straße 2. „Die Situation verschärft sich zunehmend“, Betriebe suchten händeringend nach Fachkräften. „Deshalb ist es genau richtig, dass wir uns an diesem Projekt beteiligen“, ergänzte sie.

In der Praxis bedeutet das: Langzeitarbeitslose werden durch Kurse und Beratungen fit für den Arbeitsmarkt gemacht. Damit kennt sich die BQS Döbern GmbH aus, pflegt seit Jahren einen engen Kontakt zum Jobcenter, wie Geschäftsführerin Anett Müller betonte. Das Angebot sei freiwillig. „Wir möchten auch etwas gegen die Vereinsamung tun“, erklärte sie. Zudem hofft Anett Müller, dass durch die neuen Angebote auch Menschen angesprochen werden, „die sich vielleicht selber schon aufgegeben haben.“

Manuela Kohlbacher vom Kompetenzzentrum Forst denkt vor allem an die Unternehmer und Händler in der Stadt. Diese würden sich natürlich zuallererst über ihre Produkte und Dienstleistungen definieren. Doch indem die Unternehmen die Chance erhalten, sich im Stadtteiltreff zu präsentieren, solle der Fokus vor allem auf die Mitarbeiter gelegt werden. „Wir wollen zeigen, dass hinter den Erfolgen natürlich Menschen stehen“, betonte sie.

Illusionen geben sich die Projektpartner nicht hin. Dafür sind alle schon viel zu lange im Geschäft. Rückschläge werde es immer geben. „Gerade die Arbeit mit Langzeitarbeitslosen brauche Zeit“, sagte Anett Müller. Dennoch sei sie optimistisch, mit dem neuen Projekt Erfolg zu erzielen. Ein aktuelles Beispiel bestärkt sie in ihrer Auffassung. Zwei Jahre habe es gedauert, um einen von der BQS betreuten Langzeitarbeitslosen wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu integrieren, berichtete sie. Doch am Ende sei es gelungen.

Ganz so lange soll es mit dem Erfolgserlebnis bei einem anderen Vorhaben nicht dauern. Mindestens einmal im Monat soll sich die Frankfurter Straße 2 in ein Reparatur-Café verwandeln. Einwohner der Stadt können dort gemeinsam mit freiwilligen Helfern defekte Geräte reparieren oder kaputte Kleidungsstücke ausbessern. „Vielleicht mal einen Knopf annähen, eine Hose kürzen oder eine Kaffeemaschine reparieren“, zählt Anett Müller auf. Dafür werden noch Mitstreiter gesucht, die Erfahrungen in der Elektronik oder mit Näharbeiten haben. Und so ein wenig an der geplanten Erfolgsgeschichte des Stadtteiltreffs mitstricken wollen.

 Einige der Projektbeteiligten um Bürgermeisterin Simone Taubenek (2.v.l.) vor dem neuen Stadtteiltreff in der Frankfurter Straße 2 in Forst.
Einige der Projektbeteiligten um Bürgermeisterin Simone Taubenek (2.v.l.) vor dem neuen Stadtteiltreff in der Frankfurter Straße 2 in Forst. FOTO: Sven Hering