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| 13:36 Uhr

Kunststoff oder Rasen?
Forst diskutiert über Stadionpläne

 Es gibt schönere Laufstrecken. Die Aschebahn im Stadion am Wasserturm ist mit Unkraut durchsetzt, der Boden ist uneben, es gibt eine Verletzungsgefahr durch die schräg stehende Steineinfassung. Derzeit erarbeitet die Stadt Sanierungspläne für das Areal.
Es gibt schönere Laufstrecken. Die Aschebahn im Stadion am Wasserturm ist mit Unkraut durchsetzt, der Boden ist uneben, es gibt eine Verletzungsgefahr durch die schräg stehende Steineinfassung. Derzeit erarbeitet die Stadt Sanierungspläne für das Areal. FOTO: Thoralf Haß
Forst. Muss es eine 400m-Bahn sein? Oder tun es ein paar Meter weniger auch? Braucht man einen neuen Kunststoffbelag oder ist herkömmlicher Rasen besser? Über die Gestaltung der Sportstätte am Wasserturm in Forst gibt es viele verschiedenen Auffassungen. Die Stadtverordneten haben der Verwaltung deshalb Hausaufgaben aufgegeben. Von Steffi Ludwig und Sven Hering

Mal angenommen, Hans- Rainer Engwicht würde noch einmal zu einer Trainingseinheit aufbrechen. Ins Stadion am Wasserturm in Forst, für das sich der frühere Leichtathlet seit Jahren mit seinem Freundeskreis engagiert. Spätestens nach zwei, drei Würfen mit seinem kiloschweren Hammer wäre der teure Belag hinüber. Wenn denn die Verwaltung ihren Vorschlag umsetzt, die Rasenfläche in einen Allwetterplatz, sprich einen Kunststoffbelag, umzuwandeln.

Das wiederum steht in einer Grundsatzentscheidung zur Weiterentwicklung des Schul- und Sportzentrums am Wasserturm, so der etwas sperrige Name, mit der sich die Stadtverordnen in diversen Ausschüssen in dieser Woche beschäftigt haben. Ein weiterer Punkt in der Verwaltungsvorlage, der in den vergangenen Tagen diskutiert worden ist: Die Laufbahn soll im Bestand erhalten und nicht erweitert werden. Geplant ist demnach im dann erneuerten Stadionkomplex eine 370-Meter-Rundbahn. Das wiederum würde bedeuten, dass Leichtathletik-Wettkämpfe mit Laufdisziplinen in Forst nicht ausgerichtet werden können, weil dafür zwingend eine 400-Meter-Bahn notwendig wäre.

Hans-Rainer Engwicht hat zu den Plänen eine klare Meinung: „Es kommt nur eine 400-Meter-Bahn in Frage. Ansonsten bin ich für eine 21-Meter-Bahn in der Schwimmhalle und eine 357 Meter Bahn im Rad- und Reitstadion“, wählt er einen Vergleich. Und Engwicht ergänzt: „Ebenfalls benötigen wir keinen Hartplatz mittendrin.“

Ähnlich sehen das auch einige Stadtverordnete. Hans-Jörg Auerswald (SPD) plädierte für einen Sportrasenplatz mit Fußball-tauglichen Abmessungen. Bauausschuss-Chef Michael Lindner (CDU) forderte in der Sitzung des Gremiums zumindest einen Kostenvergleich für eine 400-Meter-Bahn. „So lange sollten wir uns eine Entscheidung offenhalten.“ Günter Herzberg (Freunde der Demokratie) erklärte: „Wir verbauen uns womöglich etwas, was wir hinterher bereuen.“

Im Hauptausschuss hatte Lothar Lischke (FDP/Freie Bürger) beantragt, die Bedenken aus dem Bauausschuss in das Sportstättenentwicklungskonzept einzuarbeiten. Klaus-Dieter Stenzel (SPD) sagte, ein Allwetterplatz komme im Kostenvergleich mit dem Rasenplatz viel teurer weg. Thomas Jaehn (Freunde der Demokratie) will nur ein Stadion mit 400-Meter-Bahn. Jens-Holger Wußmann (CDU) plädierte dafür, die Variantenplanung mit 370- und 400-Meter-Bahn abzuwarten. „Aber es wäre schon gut, wenn hier Wettkämpfe stattfinden könnten.“

Jetzt ist also die Verwaltung gefordert. Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke erklärte, der Allwetterplatz stehe in der Sportstättenentwicklungskonzeption drin, weil das der Wunsch der an der Planung beteiligten Sportvereine gewesen sei. Entschieden sei allerdings noch nichts. Für die nächste Stadtverordnetenversammlung kündigte sie einen Kostenvergleich zwischen 370- und 400-Meter-Rundbahn an.

Für die Sanierung des Platzes (Allwetterplatz) und der Leichtathletikanlagen sind im Sportstättenkonzept rund eine Million Euro veranschlagt. Zusätzliche Freizeitsportanlagen wie eine Skateanlage oder ein Fitnessparcours schlagen mit rund 282 000 Euro zu Buche. Der Neubau der Stadionbaracke ist mit rund 963 000 Euro eingepreist. Hinzu kommen Planungskosten für das gesamte Vorhaben in Höhe von rund 341 700 Euro. Umgesetzt werden soll das Vorhaben in den Jahren 2021 und 2022. Mit im Boot ist der Landkreis Spree-Neiße, weil auch das benachbarte Friedrich-Ludwig-Jahn-Gymnasium von den den neuen Sportstätten profitieren soll.

 Das Stadion am Wasserturm
Das Stadion am Wasserturm FOTO: LR / Katrin Kunipatz