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| 16:17 Uhr

Experte fordert Ausbau der Erneuerbaren Energien
Forst bessert bei Klimaschutz nach

 Noch in diesem Monat soll der neue Solarpark auf dem Gelände der Kläranlage an der Gubener Straße 141 in Betrieb gehen.
Noch in diesem Monat soll der neue Solarpark auf dem Gelände der Kläranlage an der Gubener Straße 141 in Betrieb gehen. FOTO: Margit Jahn
Forst. Die Stadt will bis zum Jahr 2030 klimaneutral werden. Das Konzept dafür wird jetzt angepasst. Von Sven Hering

 Auf dem Weg zu einer klimaneutralen Stadt hat Forst noch eine ganze Menge Arbeit vor sich. Das ist das Ergebnis einer Zwischenbilanz des Klimaschutzkonzeptes, die jetzt im städtischen Bauausschuss gezogen wurde. Und: Die im Jahr 2010 mit dem damals verabschiedeten Konzept für das Jahr 2020 festgeschriebenen Ziele bei der CO2-Reduktion wird die Stadt nicht erreichen. Das lasse sich bereits jetzt prognostizieren, erklärte Uwe Mixdorf, Autor der Studie.

Dabei hat sich in Forst gerade auf dem Gebiet der Erneuerbaren Energien bereits einiges getan. Für die Energieerzeugung aus Biomasse wurde im LIZ (Logistik- und Industriezentrum Lausitz) ein Bioenergiepark errichtet. Die Agrargenossenschaft Forst bewirtschaftet eine Biogasanlage. Bei der Photovoltaik speisten im Jahr 2016 rund 526 Anlagen 13 247 MWh Strom ins Netz. Der Großteil der Anlagen ist auf Dachflächen installiert. Außerdem gibt es die Solarparks Badestraße (5,57 ha), Domsdorfer Kirchweg I (2,5 ha), Domsdorfer Kirchweg II (0,82 ha), Gubener Straße (2,2 ha) und Märkische Straße (LIZ) (7,9 ha). Jüngstes Vorhaben ist eine Photovoltaikanlage auf dem Gelände der Kläranlage an der Gubener Straße 141 mit einer Leistung von 150,49 kWp. Diese soll noch in diesem Monat ans Netz gehen.

Außerdem wurden Ende 2018 auf der Fläche des nördlich von Forst liegenden Windeignungsgebietes (nahe der Ortslage Briesnig) fünf Windenergieanlagen mit 16 MW Gesamtleistung errichtet. Die Windräder produzieren Strom für rund 14 000 Haushalte.

Die Stadtmühle Forst ist eine Wasserkraftanlage mit einer Leistung von 260 kW. Diese befindet sich in der Mühlenstraße und ist am Mühlengraben installiert. Im Untersuchungsjahr speiste die Anlage 1594 MWh Strom ins Netz ein. Für die Versorgung mit Fernwärme wurden drei Blockheizkraftwerke in der Stadt Forst installiert.

Insgesamt wurden im Jahr 2016 genau 29 310 MWh Strom aus erneuerbaren Energien  ins Netz eingespeist. Ein geringer Anteil von 5,4 Prozent ist auf Wasserkraft zurückzuführen. Der größte Anteil an Strom wird durch Biogas (48,2 Prozent) und Photovoltaik (45,2 Prozent) eingespeist. Die Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen machen einen Anteil von 1,2 Prozent am Strom aus.

Was empfehlen die Experten, um bis zum Jahr 2030 eine ausgeglichene Klimabilanz zu erreichen? Das Konzept setzt vor allem auf einen massiven Ausbau der erneuerbaren Energien. Durch Gebäude- und Heizungssanierung und dem Verbrauch von „grünem Gas“ soll der Wärmeverbrauch um fünf Prozent gesenkt werden. Beim Stromverbrauch, so die Planer, wird es hingegen kaum einen Rückgang geben. Stattdessen soll gespart werden – bei der Straßenbeleuchtung. Von den rund 3400 Straßenleuchten in der Stadt waren zum Stand Juli 2018 1253 Leuchten (37 Prozent) bereits auf LED-Technik umgestellt. Die Umrüstung soll in den kommenden Jahren weiter gehen.

Planer Uwe Mixdorf plädiert zudem für eine Stärkung des ÖPNV und wirbt dafür, die klimaneutralen Angebote der Stadtwerke zu nutzen. „Nur durch erhöhte Anstrengungen“, so lautet sein Fazit, „werden wir in Forst eine CO2-Neutralität erreichen.“

 Noch in diesem Monat soll der neue Solarpark auf dem Gelände der Kläranlage an der Gubener Straße 141 in Betrieb gehen.
Noch in diesem Monat soll der neue Solarpark auf dem Gelände der Kläranlage an der Gubener Straße 141 in Betrieb gehen. FOTO: Margit Jahn