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| 11:03 Uhr

Neue Bohrungen für Grundwasser-Messstellen
Altlasten aus einstiger Forster Textilreinigung auf der Spur

 Roberto Grabe (l.) und Sven Kempe von der Cottbuser Firma Brunnenbau Grabe beim Bohren der Messstellen an der Forster Grenzbrücke.
Roberto Grabe (l.) und Sven Kempe von der Cottbuser Firma Brunnenbau Grabe beim Bohren der Messstellen an der Forster Grenzbrücke. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Die Ausbreitung von Schadstoffen der ehemaligen Textilreinigung wird in Forst 200 Jahre lang untersucht. Von Steffi Ludwig

Seit dieser Woche wird am Forster Oder-Neiße-Radweg gebohrt, aktuell an der Grenzbrücke in Sacro. Die Cottbuser Firma Brunnenbau Grabe ist mit großer Bohrtechnik vor Ort und errichtet vier neue Grundwasser-Messstellen mit jeweils vier Bohrungen in einer Tiefe von acht, 14, 20 und 26 Metern. Die erste Stelle ist hinter der Kläranlage entstanden, nach der Grenzbrücke entstehen noch zwei weitere.  

Nach Auskunft von Maik Müller, Sachgebietsleiter der Unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde des Landkreises Spree-Neiße, sind diese notwendig, um die Ausbreitung von Schadstoffen, die von der ehemaligen Textilreinigung Forst ausgehen, zu erkunden.

Diese zusätzlichen  Messstellen gehören laut Maik Müller zum Sanierungsplan für die chemische Reinigung, die als Altlast im Landkreis Spree-Neiße gilt. Das Grundwasser ist stark belastet. Deshalb war beschlossen worden, das Messstellennetz zu verdichten und Grundwasser, Bodenluft und atmosphärische Luft für 200 Jahre zu überwachen. Alle drei bis fünf Jahre solle geprüft werden, ob eine andere Art der Sanierung möglich ist, hatte Müller bereits 2017 betont.

Die chemische Reinigung befand sich bis 1992 in der Frankfurter Straße, wo heute die Passage mit der Commerzbank steht. Die sogenannte Schadstofffahne ziehe nördlich bis in den Stadtteil Sacro, weshalb jetzt auch dort gemessen werden soll. Einen anderen Plan für eine Sanierung als dieses Monitoring gebe es derzeit nicht, so Maik Müller. Die Werte im bisherigen Messgebiet hätten sich hingegen nicht verändert, seien weder besser noch schlechter geworden.

 Aufgrund von Ausschreibungen und anderen bürokratischen Hürden hatte sich die Errichtung der Messstellen bis zu diesem Jahr hingezogen. Bereits im Mai waren Bohrungen fertig gestellt worden, jedoch durch Vandalismus zweimal hintereinander zerstört worden. Laut Maik Müller sei unter anderem Sand in die Bohrlöcher gekippt sowie die Kabel der Bohrgeräte durchgeschnitten worden – was die Bohrfirma erheblich geschädigt habe. Mit Brunnenbau Grabe sei nun eine neue Firma gefunden, die laut ihrem Chef einen Wachschutz organisiert hat, der von 18 bis 8 Uhr im Einsatz ist. „Diesen bezahlen wir aus eigener Tasche“, betont Roberto Grabe.

Die Bohrarbeiten sollen etwa Mitte September abgeschlossen sein.