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| 13:49 Uhr

Erklärung
Finanzierung des Personals ist nicht auskömmlich

Paul-Gerhardt-Werk äußert sich zu Rückzugsgründen aus dem Netzwerk „Gesunde Kinder“ in Spree-Neiße.

Anfang Februar hatte die Forster Lausitz Klinik mitgeteilt, dass sie ab sofort die Trägerschaft für das Netzwerk „Gesunde Kinder“ für die Bereiche Forst, Döbern-Land und Kolkwitz übernimmt (die RUNDSCHAU berichtete). Der bisherige Träger, das Paul-Gerhardt-Werk (PGW), hatte die Trägerschaft abgegeben, ließ die Gründe aber zunächst offen. Nun teilt Dirk Wollgast, Leiter des Regionalverbunds Brandenburg des PGW, mit, dass die Gründe in der nicht auskömmlichen Finanzierung des Personals liegen. Aus diesem Grund hatte das PGW bereits im Dezember 2017 die Erziehungs- und Familienberatungsstelle in Forst an den neuen Träger Naemi-Wilke-Stift Guben abgegeben.

Das PGW habe sich „nach reiflicher Überlegung“ entschlossen, sich aus der Trägerschaft der präventiven Arbeit in Familien- und Nachbarschaftstreffs und Netzwerken „Gesunde Kinder“ in Spree-Neiße zurückzuziehen, so Wollgast. Der vom Träger aufzubringende Eigenanteil für den Betrieb dieser Einrichtungen sei so angestiegen, dass „eine Fortsetzung dieser Arbeit die originären Aufgabenfelder im PGW, die Jugend- und Eingliederungshilfe im ambulanten und stationären Kontext, ernsthaft gefährden würde“, heißt es vom PGW. Bei der Vergütung seiner Mitarbeiter habe sich das PGW bewusst an die Arbeitsvertragsrichtlinien des Diakonischen Werkes Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (AVR DWBO) gebunden. „Die Zuschussgeber (Land, Landkreis, Kommune) legen jedoch andere tarifliche Maßstäbe an, die eine Refinanzierung der tatsächlichen Personalkosten bei Weitem nicht gewährleisten“, so Wollgast. Wie der Landkreis bestätigt, werde die Förderung der Personalkosten auf Basis der Berechnung nach dem Tarif des öffentlichen Dienstes beschlossen. Das Land finanziere 80 Prozent, der Landkreis 20 Prozent.

Wollgast bedauert, dass auch Gespräche mit den Zuschussgebern nicht zum Erfolg geführt hatten. Das PGW hat zum 31. Dezember 2018 auch die Familien- und Nachbarschaftstreffs in Peitz und Kolkwitz an andere Träger übergeben: den in Peitz an das SOS-Kinderdorf, den in Kolkwitz an die Stiftung SPI Spremberg.

Der Familien- und Nachbarschaftstreff in Forst bleibe jedoch in Trägerschaft des PGW. Da hier die Stadt Forst mitfinanziere, sei gemeinsam mit dem Landkreis für 2019 und 2020 eine auskömmliche Refinanzierung der Personalkosten erreicht worden. Auch das Büro des Netzwerkes „Gesunde Kinder“ in Cottbus bleibe in Trägerschaft des PGW. Auch hier gebe es zusätzlich Projektmittel der Stadt Cottbus, so Wollgast. Das Naemi-Wilke-Stift betreibe weiterhin die Erziehungs- und Familienberatungsstelle Forst.

(slu)