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Liebe – Film – Filmliebe
Filmliebhaber der Region haben auch künftig viel zu gucken

Holger Fahrland von der Lausitziale eröffnet mit Anne-Kathrin Rensch vom Cottbuser Filmfestival die erste gemeinsame Filmveranstaltung in Spremberg.
Holger Fahrland von der Lausitziale eröffnet mit Anne-Kathrin Rensch vom Cottbuser Filmfestival die erste gemeinsame Filmveranstaltung in Spremberg. FOTO: Anja Guhlan/ang1
Spremberg. Mit den Schlagworten "Liebe – Film – Filmliebe" haben die Macher des Heimatfilmfestivals die diesjährige Lausitziale überschrieben. Zur nunmehr vierten Veranstaltung am vergangenen Samstagabend zeigte die Lausitziale in Kooperation mit dem Cottbuser Filmfestival den Film "Schmitke". ang1

Mit den Schlagworten "Liebe - Film - Filmliebe" haben die Macher des Heimatfilmfestivals die diesjährige Lausitziale überschrieben. Zur nunmehr vierten Veranstaltung am vergangenen Samstagabend zeigte die Lausitziale in Kooperation mit dem Cottbuser Filmfestival den Film "Schmitke". Das war für alle ein Perspektivwechsel.

Erstmalig kooperierten zwei Filmfestivals der Region für eine Veranstaltung. So präsentierte sich das Cottbuser Filmfestival am Samstagabend im Spremberger Mehrgenerationenzentrum "Bergschlösschen". "Die Idee, mit unseren Filmfestivals mehr aufeinander zugehen zu wollen, ist schon älter, aber durchaus erwünscht. Deshalb freue ich mich, dass wir es mit dieser Veranstaltung endlich geschafft haben", erklärt Holger Fahrland, der Vorsitzende des Lausitziale-Teams.

An der Seite hat er Anne-Kathrin Rensch, die als Sprecherin für das Cottbuser Filmfestivals agiert. Sie meint: "Für mich sind solche Entwicklungen grundsätzlich gut und durchaus logische Konsequenzen."

Holger Fahrland und das Lausitziale-Team haben den Rahmen der Veranstaltung bewusst klein gehalten. "Es soll einen Clubkinocharakter haben. Film ansehen und im Anschluss darüber in den gemeinsamen Dialog kommen, das ist das Ziel", meint er. Länger reden will er nicht, also startet der Film.

Auf der Leinwand in der Lounge des Bergschlösschens fängt der Film "Schmitke" an zu flimmern. "Schmitke" beginnt mit einer nahezu trockenen Komik, die sich aus dem Alltäglichen generiert. Regisseur Stepan Altrichter fängt das eintönige Leben seines Helden Schmitke in statischen und oft wiederkehrenden Einstellungen ein. Die Routine entwickelt bittere Komik. Schmitkes Tätigkeit als Ingenieur für Windräder scheint bewusst gewählt zu sein, denn so wie die Räder sich drehen, scheint auch Schmitkes Leben sich in der Routine ewig weiter zu drehen und doch nicht vom Fleck zu kommen. Bis plötzlich mehrere Ereignisse das ewig Wiederkehrende durchbrechen.

Am Ende des Films gibt es unter den ein Dutzend Zuschauern zwiespältige Meinungen. Einige Zuschauer interpretieren die Botschaft des Films im Loslassen und dem Perspektivwechsel. Sie finden den Film gelungen, weil Schmitke letztendlich ausbricht aus der Routine und der Film das auch widerspiegelt. Andere Zuschauer fühlen sich leicht frustriert, denn der Film lässt einige Rätsel zurück, dessen Lösung auch dem Zuschauer bewusst vorenthalten wird. Wahrscheinlich eine Projektionsfläche für eigene Gedanken. Was wiederum andere Zuschauer spannend finden.

In jedem Fall hat der Film zum Nachdenken angeregt und bildet den Auftakt für vielleicht noch etwas viel Größeres. Beide Filmfestivals können sich mit einem künftigen gegenseitigen Austausch gegenseitig befruchten und dennoch eigenständig weiter wachsen. Die Lausitziale steckt mitten in den Vorbereitungen des ersten Filmballs, der im Dezember in Spremberg stattfinden wird. Im nächsten Jahr will die Lausitziale den Fokus mehr auf den Clubkinocharakter und den Dialog setzen, kündigt Holger Fahrland an.

Und das Cottbuser Filmfestival steht kurz vor seiner nächsten Auflage im November. Anne-Kathrin Rensch, die am Samstag auch den neuen Trailer für das Cottbuser Filmfestival in Spremberg präsentierte, freut sich auch auf zahlreiche Besucher. Filmfreunde der Lausitz können sich also auf weitere Film-Höhepunkte in ihrer Region freuen. Das Filmfestival Cottbus findet vom 7. bis 11. November statt. Eröffnet werden soll er mit dem ZDF-Spreewaldkrimi "Zwischen Tod und Leben".