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Polizeibericht
Fiese Maschen der Betrüger am Telefon

FOTO: Uli Deck / dpa
Forst/Schipkau/Luckau. Die Dreistigkeit ist offenbar unerschöpflich, mit der Betrüger vor allem alte Menschen um ihr Geld bringen wollen. In Forst, Schipkau und Luckau waren sie wieder unterwegs. Von gro

In Forst hat eine unbekannte Frau am Donnerstag bei einer 88-Jährigen in Forst angerufen und versucht, unter einer Legende Geld zu bekommen. Die Rentnerin sollte 1600 Euro überweisen. Im Gegenzug würde sie eine Gewinnsumme von rund 38 000 Euro erhalten. Sie fiel auf diesen faulen Zauber nicht herein und informierte die Polizei.

In Schipkau meldeten sich Betrüger am Donnerstag telefonisch bei einer 80-jährigen Frau, informierte die Polizei weiter. Sie erklärten ihr in mehreren Anrufen, dass sie für ein angeblich abgeschlossenes 24-Monats-Abo einer Lotterie mehr als 2000 Euro in einem Briefumschlag per Post verschicken solle. Von der Geschichte überzeugt, wollte die Seniorin in einer Bankfiliale das Geld abheben. Dort wurde eine Mitarbeiterin misstrauisch und deckte den versuchten Betrug noch rechtzeitig auf. Die Ermittlungen dauern an.

In Luckau erhielt bereits am späten Mittwochabend eine 84-jähirge Frau Anrufe von Betrügern, die sich als die Polizeibeamten Thomas Fischer und Stefan Klein aus Berlin ausgaben. Die angeblichen Polizisten erzählten der Seniorin von Ermittlungen zu einer rumänischen Bande, die es auch auf sie abgesehen hätte. Dafür müssten die „Polizisten“ die Wertgegenstände und das Bargeld der Dame überprüfen. Sie hielten die Geschädigte die gesamte Nacht über in Gesprächen und Warteschleifen am Telefon und überzeugten sie am Donnerstagvormittag, zu ihrer Bank zu gehen, um mehrere tausend Euro Bargeld abzuheben. Donnerstagmittag erschien unter Nennung des Codewortes ein Mann an der Wohnung der Seniorin und erklärte, dass er das Bargeld mitnehmen müsse, um es auf Falschgeld zu untersuchen. Der Mann wurde als zirka 40 Jahre alter, zwischen 160 und 170 Zentimeter großer Deutscher mit blonden Haaren beschrieben. Er trug ein seriös wirkendes graues Sakko. Für eventuelle Rückfragen nannte der falsche „Polizist“ die Rufnummer 030 110. Mit dem Bargeld verließ der Betrüger die Wohnung. Erst im Anschluss kamen der Betrogenen Zweifel und sie meldete sich bei der richtigen Polizei.

In diesem Zusammenhang bittet die Polizei auch die Öffentlichkeit um Hilfe und bittet um sachdienliche Hinweise zur Identität des Mannes.

Desweiteren appelliert die Polizei wiederholt, bei Geldforderungen am Telefon sehr skeptisch zu sein und lieber einmal mehr als zu wenig die Polizei zu informieren.