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| 11:20 Uhr

Reaktion auf RUNDSCHAU-Beitrag
Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße: „Lieber Tanklöschfahrzeuge statt Ausgangsuniformen“

 Ein Löschfahrzeug der Feuerwehren in Spree-Neiße fährt zu einem Waldbrandeinsatz in die Lieberoser Heide. Der Kreisfeuerwehrverband hat jetzt sinnvollere Investitionen gefordert, will lieber neue Tanklöscher statt schicke Uniformen.
Ein Löschfahrzeug der Feuerwehren in Spree-Neiße fährt zu einem Waldbrandeinsatz in die Lieberoser Heide. Der Kreisfeuerwehrverband hat jetzt sinnvollere Investitionen gefordert, will lieber neue Tanklöscher statt schicke Uniformen. FOTO: dpa / Julian Stähle
Forst. Der Spree-Neiße-Verband ist verärgert über einen RUNDSCHAU-Beitrag, in dem freiwillige Feuerwehreinsatzkräfte als „Hobby-Helfer“ bezeichnet werden, bestätigt aber: eine Berufsfeuerwehr ist nicht nötig. Gleichzeitig fordert der Verband andere Prioritäten bei Investitionen.

Der Kreisfeuerwehrverband (KFV) Spree-Neiße hat auf den RUNDSCHAU-Beitrag „Hobby-Helfer mit Profi-Arbeit“ über die Arbeitsbelastung der freiwilligen Feuerwehren im Kreis reagiert. Auch wenn der Inhalt die Situation im Kreis korrekt widerspiegele, sei der Begriff „Hobby-Helfer“ in der Überschrift stark irreführend,  heißt es in der Reaktion.

Begriff „Hobby-Helfer“ herabwürdigend

„Freiwillige Feuerwehrleute sind Menschen, die eine jahrelange Grundausbildung absolviert haben und sich permanent fort- und weiterbilden, um die Einsatztechnik bei jeder Tages- und Nachtzeit zur beherrschen“, stellt KFV-Vorsitzender Robert Buder fest. So sei es gesetzlich vorgeschrieben, dass jedes aktive Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr jedes Jahr 40 Stunden Ausbildungszeit nachweisen müsse. Grundsätzlich unterscheide sich die Ausbildung freiwilliger Kräfte nicht wesentlich von der Ausbildung von Berufsfeuerwehren.

Von „Hobby-Helfern“ zu schreiben, werde daher der Arbeit der fast 3000 aktiven freiwilligen Feuerwehrleuten im Kreis nicht gerecht. Der Verband hält die Würdigung dieses Ehrenamtes für extrem wichtig und die Bezeichnung „Hobby-Helfer“ deshalb für herabwürdigend.

Gleichzeitig schließe sich der Verband  dem Tenor des Artikels an, dass der Spree-Neiße-Kreis keine Berufsfeuerwehr brauche, weil die freiwilligen Kräfte in der Lage seien, das Einsatzaufkommen zu bewältigen. Die richtigen Ansätze, damit das auch in der Zukunft gewährleistet bleibt, seien in dem Beitrag auch genannt worden: Bei Neueinstellungen der öffentlichen Verwaltung darauf achten, dass freiwillige Feuerwehrleute bei gleicher fachlicher Eignung bevorzugt eingestellt werden. Ein Grundsatz, den auch Firmen in der Region beherzigen sollten, denn ein Feuerwehrangehöriger sei gleichzeitig eine sehr gute Sicherheitskraft im eigenen Unternehmen.

 Robert Buder
Robert Buder FOTO: Kreisfeuerwehrverband

Lieber gute Technik statt Ausgangsuniformen

Weiterhin komme es darauf an, Quereinsteiger für die Feuerwehr zu gewinnen und zurückgekehrte ehemalige Jugendfeuerwehrleute zu begeistern, wieder in die Feuerwehr einzutreten. Auch die Beschäftigung hauptamtlicher Gerätewarte bei Verwaltungen sei ein denkbarer Weg. Diese gewährleisten, dass die Einsatztechnik in einem guten Zustand gehalten wird, indem sie selbstständig kleinere Reparaturen übernehmen. Auch das entlastet die freiwilligen Einsatzkräfte.

Eine flächendeckende Berufsfeuerwehr im Kreis ist alleine mit Blick auf die teilweise prekäre Haushaltslage der Kommunen als Träger des Brandschutzes utopisch. Es bedürfe einer vernünftigen Feuerwehrinfrastruktur und moderner Einsatzmittel. Hier könnte das Land laut Verband die Kommunen stärker unterstützen.

Momentan wird zum Beispiel geprüft, alle aktiven Kameradinnen und Kameraden aus Landesmitteln mit einer neuen Ausgangsuniform auszustatten, so eine Empfehlung des Landesfeuerwehrverbandes. Kostenpunkt: 5,7 Millionen Euro. „Für das gleiche Geld könnten 16 Tanklöschfahrzeuge des Typs TLF 4000 bei 100-prozentiger Förderung durch das Land beschafft werden“, rechnet Robert Buder vor: „Angesichts der Waldbrandsituation eine sinnvollere Investition als Ausgangsuniformen, in denen man keinen Brand löscht. Das Land sollte hier Prioritäten setzen.“

(sh)