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| 17:02 Uhr

Groß Schacksdorf
Feuerwehr seilt Verletzten vom Kirchturm ab

Die Feuerwehr feierte im Rahmen des Dorffestes in Groß Schacksdorf ihr Jubiläum - und die Feuerwehrfrauen boten eine Modenschau der besonderen Art.
Die Feuerwehr feierte im Rahmen des Dorffestes in Groß Schacksdorf ihr Jubiläum - und die Feuerwehrfrauen boten eine Modenschau der besonderen Art. FOTO: Angela Hanschke
Groß Schacksdorf. Groß Schacksdorfer feierten ganz groß.

Die Freiwillige Feuerwehr Groß Schacksdorf hat am Wochenende während des Dorffestes ihr 90. Gründungsjubiläum gefeiert. Die Einwohner der Gemeinde feierten auf der Dorf­aue unter blühenden Linden mit. Bis zum abendlichen Tanz mit Einlagen des Männerballetts vom Döberner Karnevals Club, der Funken des Klein Kölziger Karnevalsvereins, des Groß Schacksdorfer Traditionsvereins und einer nächtlichen Feuershow.

Bereits am Freitagabend wurde während der Festsitzung die Arbeit der Kinder- und Jugendwehr und der Ausbilder und Helfer gewürdigt. Geehrt wurden drei Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung. Günter Krätsch hält der Wehr bereits seit 67 Jahren die Treue, Klaus Jeschke kann auf eine 66-jährige und Harald Wizcoreck auf eine 59-jährige Mitglied­schaft verweisen. Am Samstag haben sich beim Festumzug hinter den Gastgebern und dem Spielmannszug aus Turnow die Wehren aus Mattendorf, Preschen, Gosda II, Jocksdorf, Gahry, Trebendorf und Groß Kölzig eingereiht, gefolgt von den „Oldtimer- und Schlepperfreunden Groß Schacksdorf / Simmersdorf“ sowie dem Traditionsverein und der Garagengemeinschaft aus dem Ort. Mit dabei war auch der ehemalige Groß Schacksdorfer Ralf Müllrick, der seine neuen Kameraden aus dem österreichischen Sattledt mit in die Lausitz brachte.

Zahlreiche Gratulationen nahm Ortswehrführer Gerd Kaufmann entgegen. Kämmerer Sören Reichelt aus dem Amt Döbern-Land verkündete: „Eure Feuerwehr bekommt im kommenden Jahr endlich ein neues Einsatzfahrzeug.“ Die Zukunft der Floriansjünger liegt auch in den Händen des Nachwuchses von der Kinder- und Jugendfeuerwehr, die das nachmittägliche Programm mit ihrem Löschangriff Nass eröffnete. Volle Leistung zeigte das Wettkampfteam der Jubiläumswehr. „22,9 Sekunden- eine sehr gute Zeit!“ – der Ortswehrführer zeigte sich beeindruckt.

Ebenso alt wie die Wehr waren einige Puppenwagen aus der Sammlung von Ernst Bleske aus Burg sowie die Lieder, die Ingrid Ebert ihrer Drehorgel entlockte und die Simmersdorfer Handdruckspritze der Firma Magirus, an der die „alten Kameraden“ in nachempfundenen historischen Uniformen einen Löschangriff in vergangener Zeit zeigten. Annett Frühauf aus Klein Kölzig ließ das Spinnrad schnurren, bot Selbstgestricktes und Selbstgetöpfertes an. Die Frauen vom Kleingartenverein „Am Pilzberg“ stellten phantasievolle Gartendekorationen vor. Dicht umringt waren die Mal- und Bastelstraße des Familientreffs vom Nix-Verein und die Tombola der Garagengemeinschaft mit attraktiven Preisen. „Doch alle wollen das Fahrrad gewinnen“, sagte Dagmar Deuter. Glückspilz war ein kleiner Nachwuchsfeuerwehrmann aus Groß Schacksdorf. Geradezu spektakulär war die Aktion der Leag-Werkfeuerwehr, die aus dem letzten Fenster des Kirchturms das Abseilen eines Verletzten demonstrierte. „So etwas gab es in Groß Schacksdorf noch nie“, betonte Gerd Kaufmann. Die Feuerwehrfrauen hatten nicht nur vier Kilogramm Teig für Quarkspitzen angerührt. Wer mehrere Bräute im weißen Kleid und Schleier im Festzelt erblickte, hatte weder Hitzschlag noch Alkoholvergiftung sondern sichtete ihre besondere, von Annnett Jeschke moderierte Modenschau „Im Wandel der Zeit“. Doch im wirklichen Leben sind die schnellen Groß Schacksdorferinnen längst vergeben.

(aha)