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| 19:31 Uhr

Feuerwehr Döbern
Besser ausgestattet für Notfälle

 Übergabe unterm Sternenhimmel: Der Döberner Ortswehrleiter Sebastian Forkert bekommt von Firmeninhaber Steffen Claus die Papiere für das Quad. Rechts hinten der fahrbare Stromerzeuger.
Übergabe unterm Sternenhimmel: Der Döberner Ortswehrleiter Sebastian Forkert bekommt von Firmeninhaber Steffen Claus die Papiere für das Quad. Rechts hinten der fahrbare Stromerzeuger. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Feuerwehr des Amts Döbern-Land bekommt ein Quad und einen fahrbaren Stromerzeuger. Von Steffi Ludwig

Es ist ein Novum bei den öffentlichen Feuerwehren in Südbrandenburg: Die Freiwillige Feuerwehr des Amtes Döbern-Land hat am Dienstagabend ein Quad als Ersatz für ein Motorrad bekommen. Das vierrädrige Fahrzeug, in der Fachsprache All-Terrain-Vehicle (ATV) genannt, soll künftig bei Einsätzen in unwegsamem Gelände verwendet werden. „Wir haben im Amt viel Wald und unwegsames Gelände, und wenn es dann beispielsweise wie bei der Jether Kiesgrube oder am Badesee Eichwege zum Waldbrand kommt, haben wir bisher eines unserer Motorräder zur Lageerkundung vorgeschickt“, berichtet Amtswehrführer Lars Mudra.

Das Quad habe den Vorteil, dass es gleichzeitig Transportkisten mitnehmen könne und so beispielsweise mit faltbaren Pylonen die Einsatzstelle gekennzeichnet werden könne. Auch Krankentragen oder Schlauchmaterial könne so transportiert werden. „Damit wollen wir den veränderten Schwerpunkten im Einsatzgeschehen der letzten zwei Jahre mit mehr Waldbränden und Sturmschäden Rechnung tragen“, so der Amtswehrführer. Aber auch bei allen anderen Rettungs- und Hilfeleistungseinsätzen abseits von der Straße sei es gut geeignet.

Lars Mudra hatte solch ein Quad bei der Wasserrettung an der See und auf Messen gesehen – und es als nützlich für das Amt Döbern-Land erachtet. Beim regionalen Spezialisten Auto-Quad-Claus Weißwasser war das Fahrzeug aus einem Bausatz für Sonderfahrzeuge hergestellt worden. Am Dienstagabend wurde es als besondere vorweihnachtliche Überraschung vor allen Ortswehrführern der 19 örtlichen Feuerwehreinheiten, den Kameraden der Ortswehr Döbern und geladenen Gästen präsentiert.

Denn stationiert sein soll das Quad am Standort Döbern. Laut dem Amtswehrführer soll es jedoch im gesamten Amtsgebiet und bei Bedarf auch darüber hinaus zum Einsatz kommen. „Unsere Arbeit macht ja nicht an den Amtsgrenzen Halt, wir arbeiten übergreifend – und wenn es beispielsweise in Bad Muskau gebraucht wird, schicken wir es hin“, so Mudra.

Neben dem Quad wartete eine zweite technische Neuerung: ein großer fahrbarer Stromerzeuger des Herstellers Polyma Energiesysteme mit einer Dauerleistung von 100 KVA. Dieser würde beispielsweise bei einem längeren flächendeckenden Stromausfall dafür sorgen, dass die Feuerwehr arbeitsfähig bleibe. „Dann könnte die Feuerwehr Döbern zu einer örtlichen Befehlsstelle umgebaut werden und würde einsatzfähig bleiben“, so Lars Mudra.

Eine stabile Notstromversorgung der Einsatzzentrale und des Verwaltungsstabes sei dann gesichert, selbst bei eingeschränkter Infrastruktur. Auch die Bürger könnten dann davon profitieren. Denn bei der Leitstelle Lausitz existiere ein Entwurf über die Einrichtung örtlicher Befehlsstellen. Im vorigen Jahr waren bei einem Vorfall alle Notrufleitungen der Leitstelle belegt gewesen. Bisher gebe es solch einen fahrbaren Stromerzeuger nur bei Berufsfeuerwehren der Region oder der Werksfeuerwehr der Leag, berichtet der Amtswehrführer.

Finanziert wurden die technischen Geräte über das Budget des Amtes Döbern-Land, das der Feuerwehr zur Verfügung steht. Der Stromerzeuger stehe seit vorigem Jahr im Haushalt, und nun auch die Ersatzbeschaffung des Motorrades durch das Quad. Genaue Zahlen möchte Mudra nicht nennen. Es habe etwas jongliert werden müssen und andere Dinge, die ursprünglich beschafft werden sollten, zurückgestellt werden, erklärt Lars Mudra. Doch mit einer durchdachten Finanzplanung sei dies trotz der schwierigen Haushaltslage gelungen, freut sich der Amtswehrführer. Damit sei die Feuerwehr nun auf das gestiegene Einsatzaufkommen mit Naturereignissen und Waldbränden besser vorbereitet.