Übelkeit, Hustenreiz, brennende Augen und Atemnot habe der beißende Qualm verursacht, schilderte eine Anliegerin der Sorauer Straße gestern gegenüber der RUNDSCHAU. „Es tat in der Lunge weh“ , schilderte sie, und habe „höllisch gestunken“ . Aber bis gestern habe es keine Information gegeben, was eigentlich geschehen sei, kritisierte sie.
Ursache war ein Brandschutztest in einer eigens von der Firma Mattig & Lindner dafür hergerichteten Lagerhalle auf dem Grundstück des ehemaligen Heizkraftwerkes am Mühlgraben. Für einen Reifenhersteller wurde in einer Testhalle ein Sprinklersystem mit Rauchgasreinigung getestet, bestätigte Geschäftsführer Michael Lindner gestern auf Anfrage. Plötzliche Windstille und hoher Luftdruck hätten den Rauch nicht mehr aufsteigen lassen. Als die Feuerwehr die Halle öffnete, um nach Angaben des stellvertretenden Forster Stadtbrandmeisters Detlef Gloeckner mit massivem Einsatz zu löschen, drang zusätzlich Qualm nach außen.

Fast gesamte Feuerwehr Forst vor Ort
Die Freiwillige Feuerwehr Forst war nach Angaben Gloeckners mit fast allen Fahrzeugen und Pumpen aus der Innenstadt und den Ortsteilen von Anfang an vor Ort. So sollte die Leistung der Löschwasseranlage eines Sepzialherstellers für Brandschutztechnik simuliert werden, die 12 000 Liter Wasser pro Minute pumpt. Die Anlage habe auch funktioniert, so Gloeckner, letztlich hätten nur zehn bis zwölf Reifen in der Halle gebrannt, die aber extrem viel Qualm verursacht hätten. Von einer außer Kontrolle geratenen Übung könne nicht die Rede sein, sagte Gloeckner. Diese Feststellung hatte eine Polizeistreife protokolliert, die wegen mehrerer Beschwerden über den Qualm am Montag gegen 20.50 Uhr vor Ort war, so Polizei-Sprecher Berndt Fleischer.
Gloeckner verwies auf permanente Messungen, die keinen gesundheitsschädlichen Wert ergeben hätten. „Penetrant ist allerdings der Gummigestank.“ Der gesamte Test sei von dem Hersteller der Anlage mit großem technischen Aufwand protokolliert worden. Der Part der Forster Wehr, die erstmals an einem Test dieser Größenordnung teilgenommen habe, sei die Wasserversorgung und das Ablöschen nach dem Test gewesen, so Gloeckner.

Mit Schaum auf Nummer sicher gegangen
Kühlung des Rauches und Witterung hätten ein Aufsteigen des Qualms verhindert, bestätigte Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer. Durch den Wasserschleier in der Halle hätten Wärmebildgeräte nur bedingt genutzt werden können. Rauch und Reifen hätten raus gemusst, der Schaum sollte auch Reifenpartikel binden. „Normalerweise hätte für das Löschen Wasser gereicht.“ Aus dem Test habe er wichtige Hinweise für künftige Brandschutz-Auflagen bei Bauvorhaben ziehen können, so Kätzmer, der im Bereich Brandschutz des Landkreises arbeitet.
Falls es einen zweiten Test geben sollte, werde im Vorfeld darauf hingewiesen, versicherte Lindner gestern. Mit den plötzlich auftretenden ungünstigen Witterungsbedingungen habe niemand rechnen können. Der Test sei amtlich genehmigt gewesen, betonte Lindner. Eine Alternative zu dem innerstädtischen Standort gebe es aber nicht, weil nur der Mühlgraben die notwendige Wassermenge für den Test sicherstellen könne. Die Testhalle wird laut Lindner in spätestens vier Wochen wieder abgerissen.