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| 15:05 Uhr

Wiesengrund
Brände werfen Fragen auf

Die Kameraden der Feuerwehren beim Löschen des ersten Brandes in Gahry.
Die Kameraden der Feuerwehren beim Löschen des ersten Brandes in Gahry. FOTO: Uwe Wonneberger / Feuerwehr Groß Kölzig
Wiesengrund. Feuer an zwei Scheunen in Gahry und Trebendorf summieren die Brände in Wiesengrund. Von Steffi Ludwig

Am Freitagmorgen hat es in der Gemeinde Wiesengrund gleich zweimal kurz hintereinander gebrannt – und damit bereits zum vierten Mal in diesem Monat, wie Amtswehrführer Lars Mudra, besorgt feststellt. Die Brände  wurden relativ zügig gelöscht.

Um 5.50 Uhr wurde ein Feuer an  einer kleinen Holzscheune in Gahry  gemeldet, in der Reifen und Werkzeuge lagern. Davor waren Holz und Stroh aufgestapelt, die in Flammen standen, so Mudra. Die Feuerwehren aus Gahry, Mattendorf, Trebendorf und Groß Kölzig konnten den Brand jedoch schnell löschen. Die ebenfalls alarmierte Feuerwehr aus Forst, die mit ihrer Drehleiter gerufen worden war, weil laut Lars Mudra zunächst ein Gebäudebrand gemeldet worden war, konnte zurückgeschickt werden.

Die Kameraden der anderen Wehren mussten jedoch gleich weiterfahren, denn um 6.20 Uhr wurde ein nächster Brand in Trebendorf gemeldet. Hier brannte laut dem Amtswehrführer Heu und Stroh, das an einer alten Stallung aufgehäuft war. Wie Torsten Wendt von der Polizeidirektion Süd erläutert, konnten die Bewohner das Brandgut auseinanderziehen, sodass die Scheune unversehrt blieb. Das Feuer sei schnell erloschen. Menschen oder Sachwerte seien nicht in Gefahr gewesen.

Zur Schadenshöhe von beiden Bränden können laut dem Polizeisprecher noch keine Angaben gemacht werden. Auch nicht darüber, ob es Brandstiftung war. Die Kriminalpolizei ermittele zu den Brandursachen in alle Richtungen, so Torsten Wendt.

Amtswehrführer Lars Mudra geht davon aus, dass bei den derzeitigen Witterungsbedingungen eine Selbstentzündung von Stroh oder Holz ausgeschlossen ist. Das werfe schon Fragen auf, gerade in Verbindung mit dem gehäuften Auftreten der Brände in Wiesengrund. Anfang März hatte es ebenfalls innerhalb eines Tages an zwei verschiedenen Stellen gebrannt: erst auf einer Wiese an der B 115 und kurz danach im Wald zwischen Jethe und Smarso. Hier war auch eine Hütte mit Altlasten wie Flaschen und Farbdosen abgebrannt. Das alles bedeute schon eine Mehrbelastung für die Kameraden, so Mudra. Diese seien dadurch auch besonders sensibel und hielten die Augen seitdem besonders offen.

Doch noch sind die Ursachen ungeklärt, wie auch bei den Bränden im Jahr 2016, als erst 1800 Strohballen des Agrar- und Schäfereibetriebes Kaltschmidt in Gahry brannten und drei Wochen später ein Reifenlager in Simmersdorf, mit dem die Agrargenossenschaft Gahry ihre Silos abdeckte. Hier war in beiden Fällen großer Schaden entstanden. 2015 hatten rund 1000 Strohballen in einem Strohschober der Agrargenossenschaft Gahry gebrannt.

Bereits 2004 hatte eine Serie von 26 Brandstiftungen den kleinen Ort beunruhigt. Als Tatverdächtiger für einen Teil der Brände war ein damals 15-Jähriger ermittelt worden.