Es ist das „Abschieds-Highlight“, der Sechstklässler, wie es Direktorin Jannack nennt. Das vierte Türchen im Forster Adventskalender ist der Adventsmarkt an der Evangelischen Grundschule Forst. Er wird wie jedes Jahr von der sechste Klasse organisiert. Die Klasse kann so Geld für die Abschiedsfahrt und das Abschiedsfest sammeln, bevor die Kinder im Sommer an eine andere Schule wechseln.

Jeden Tag eine andere Institution

Im Rahmen des 12. Forster Adventskalenders stellt sich jeden Tag eine andere Einrichtung vor und zeigt wie sie die Adventszeit feiert. Weil am 4. Dezember Barbara-Tag ist, hat sich Religionspädagogin Anett Langer ein besonderes Rahmenprogramm für den Adventsmarkt ausgedacht: Sie möchte den Besuchern die Geschichte der Heiligen Barbara näher bringen. Die Schutzheilige der Bergleute ist den Menschen in der Region gut bekannt, auch, wenn Heilige in der evangelischen Kirche sonst wenig Beachtung finden.

Etwas für die Allgemeinbildung tun

„Es ist mir wichtig ein bisschen was für die Allgemeinbildung zu tun“, sagt Anett Lange. So erklären die Schüler den Besuchern, was eine Heilige ist und welche Symbolik mit der Heiligen Barbara verbunden wird. Zum Beispiel der Turm, in den sie gesperrt wurde oder der Zweig, der sich in ihrem Kleid verfing. „Dass auf Heiligenbildern die Frau mit dem Turm in der Hand Barbara ist, das bleibt bei den Kindern hängen“, sagt die Religionspädagogin. An die Eltern wurden Liedtexte verteilt, damit alle mitmachen konnten.

Die Geschichte der Heiligen Barbara ist düster: Weil sie sich zum christlichen Glauben bekannte und taufen ließ, wurde sie gefoltert und enthauptet. Ein vergeblicher Fluchtversuch, so eine Überlieferung, führe durch eine Bergspalte - daher der Bezug zu den Bergleuten.

Sensibel für die Kinder aufbereiten

Eine Geschichte, die für Kinder besonders sensibel aufgearbeitet werden muss. Dass das geht, beweist auch die Tatsache, dass die Geschichte der Heiligen Barbara an vielen Grundschulen deutschlandweit unterrichtet wird. „Auch heutzutage ist es nicht überall selbstverständlich, dass Christen ihren Glauben frei leben können“, so Lange. Es sei wichtig, dass Kinder das lernen und verstehen, was ein Märtyrer ist, sagt sie.

Aber auch weltliche Traditionen sind auf dem Adventsmarkt vertreten: Das Wunschzettelpostamt nimmt die Briefe der Kinder an den Weihnachtsmann entgegen. Gesammelt werden sie in einem gelben Briefkasten. Sie sollen nach Himmelpfort geschickt werden. Ein Ort nördlich von Berlin, in dem zumindest im Dezember der Weihnachtsmann residiert. Er beantwortet dort Briefe aus aller Welt.

Großeltern mit dabei

Der Forster-Kalender ermöglicht auch immer einen kleinen Blick hinter die Kulissen: Auch Eltern und Großeltern sind in das Schulleben integriert, wie zum Beispiel die Lese-Omas. „Das sind Frauen, die in die Schule kommen und die Kinder beim Lesenlernen unterstützen“, erklärt Anett Lange. Die Lese-Omas lassen sich von den Kindern vorlesen. Ziel ist es, die Lesefähigkeit individuell zu verbessern. Ohne laut vor der Klasse vorlesen zu müssen.

Zu Hause gebastelt

Gerade bei Ereignissen wie dem Adventsmarkt sind auch die Eltern gefragt: „Bei der Vorbereitung haben mir die Eltern viel abgenommen“, sagt Anett Lange. Auch auf dem Markt selbst sind die Eltern aktiv: Am Verpflegungsstand verteilen sie Essen und Trinken. An verschiedenen Ständen verkaufen Kinder Selbstgebasteltes wie etwa Serviettenringe oder Weihnachtsmannfläschchen. Viele der Bastelarbeiten sind im Vorfeld zu Hause entstanden. Bei den Sechstklässlern fehlt häufig die Zeit solche Arbeiten in der Schule zu machen.

Der Forster Adventskalender führt noch bis zum 24. Dezember durch die Adventszeit. Am Samstag, den 7. Dezember, öffnet der Weihnachtsmann die Pforten der Stadtbibliothek, um die Gäste zu begrüßen. Geboten werden eine Bastelstraße, Plätzchen und heiße Getränke.