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Feldahorn ersetzt Kastanien am Kegeldamm

FOTO: Landes
Forst. Die Kastanienallee am sanierten Kegeldamm in Forst ist Geschichte. In dieser Woche werden die 102 Bäumchen entfernt und durch Feldahorn ersetzt. Der Baum des Jahres 2015 soll die Zierde der Flaniermeile an der Neiße sein. Hartmut Landes

Das Ende der Kastanienallee am Kegeldamm ist unspektakulär. Wie Streichhölzer knickt die Baggerschaufel die Stämme der jungen, todkranken Bäume. Einer nach dem anderen fällt. 102 sind es insgesamt. Das seltene Bakterium Pseudomonas syringae pv. aesculi hat sie befallen. Es sorgt dafür, dass die rotblühenden Kastanien, die sich so viele Forster für ihren Kegeldamm wieder gewünscht hatten, keine Zukunft an der Flaniermeile haben. Wie und wann die Bäume von dem todbringenden Bakterium befallen wurden, ist bis heute nicht zweifelsfrei geklärt. Versäumnisse konnten keinem der Beteiligten - von der Baumschule bis zum Landschaftsbaubetrieb - nachgewiesen werden.

Nun sind die Kastanien auf dem Weg in eine Verbrennungsanlage, einschließlich Wurzelballen. Sie gelten als Sondermüll. An ihrer Stelle werden 102 Feldahorn-Bäume am Kegeldamm gepflanzt. Bis zum 1. Mai sollen alle stehen.

Verantwortlich dafür, dass Entsorgung und Ersatzpflanzung ordnungsgemäß erfolgen, ist der Garten- und Landschaftsbaubetrieb Döbern. "Wir haben aus gärtnerischer Sicht darauf geachtet, dass wir einen möglichst gleichmäßigen Bestand an Feldahorn erhalten", sagt er. Die Gefahr einer Erkrankung oder gar Ansteckung mit dem todbringenden Bakterium der Kastanien bestehe nicht. "Eine Übertragung ist ausgeschlossen", sagt Schönwälder. Das habe er vom Brandenburger Pflanzenschutzamt bescheinigt bekommen. Beim Einkauf des Feldahorn setzte das Unternehmen auf das "selbe Pferd" wie zwei Jahre zuvor bei den Kastanien. Sie kommen wieder aus der Baumschule Bruns in Niedersachsen. Es gebe keinen Grund, an der Qualität der Bäume aus diesem Betrieb mit 150-jähriger Tradition zu zweifeln, heißt es. Hinzu komme, dass die Stadt Forst erst sehr spät, die Entscheidung für den in diesem Jahr sehr gefragten Feldahorn (er ist Baum des Jahres 2015) getroffen und andere Arten für den Standort ausgeschlossen habe.

Ein umfänglicher Bodenaustausch ist für die Ersatzpflanzung am Kegeldamm nicht erforderlich. Das Baumsubstrat wird lediglich ergänzt, Bewässerungs- und Belüftungsrohre erneuert. Die Stadt Forst hat sich bei der Entscheidung für den Feldahorn auch vom Prinzip "Sicherheit" leiten lassen. Zwar wurde die Öffentlichkeit am Findungsprozess beteiligt, doch letztlich waren es Experten, die Restrisiken bei einer Ersatzpflanzung mit Blumenesche und Ulme sahen. Fünf Fachbehörden und -büros wurden um Stellungnahme gebeten und schließlich der Feldahorn gewählt.

Die Kosten, die der Stadt durch den Austausch der Bäume entstehen, belaufen sich nach Angaben der Verwaltung auf insgesamt 55 800 Euro. 25 000 Euro von dieser Summe werden aus dem Naturschutzfonds des Landes Brandenburg bestritten, der einem Antrag der Stadt auf Unterstützung entsprochen hat. 3415 Euro Spenden eingangen. Dazu gehören kleine Spenden von Privatpersonen. "Dafür sind wir dankbar. Zugleich hoffen wir auf weitere Spenden für die Allee", sagt Sabine Jahnke, Fachbereichsleiterin Bau.

Spendenkonto der Stadt für die Allee am Kegeldamm: Die Konten sind bei der Sparkasse Spree-Neiße, IBAN: DE74180500003402000074; BIC: WELADED1CBN oder Volksbank Spree-Neiße, IBAN: DE06180927440000035793, BIC: GENODEF1SPM. Der Verwendungszweck ist: Baumspende Kegeldamm.