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| 02:37 Uhr

"Feindliche Übernahme" erregt Gemüter

Groß Schacksdorf. Der Entwurf zur bevorstehenden Ehe von Groß Schacksdorf-Simmersdorf mit Forst löst heftige Debatten in der Gemeinderatssitzung aus. Nun soll der Vertrag zur Eingliederung überarbeitet und neu beraten werden. Hecht/Köhler

Kirsten Schütz aus Groß Schacksdorf zeigt sich empört bei der Gemeindeversammlung: "Ich kann nicht verstehen, weshalb fast 50 Prozent der Einwohner, die keine Eingemeindung wollen, einfach ignoriert werden." Eine Befragung ergab im Vorfeld, dass sich nur knapp mehr als die Hälfte der Einwohner der Doppelgemeinde für eine Eingemeindung in Forst aussprechen. Schütz fühlt sich daher übergangen und erklärt, sie wolle ein Bürgerbegehren gegen dieses Vorhaben initiieren. Ebenso aufgeregt zeigt sich Segurt Dittrich, der gar von einer "feindlichen Übernahme" spricht. Er stellt die Frage in den Raum, warum das alles so schnell gehen soll. Dazu erklärt der Forster Bürgermeister Jürgen Goldschmidt (FDP), man habe "die Diskussionen darum schon seit 2012 geführt und man dürfe nicht vergessen, dass es heute um eine Auslegung des Vertrages für die Bürger geht und nicht um eine Entscheidung". Amtsdirektor Günther Quander (parteilos) sieht den derzeitigen Entwurf des Vertrages noch nicht abstimmungsfähig. Vieles sei noch zu unklar, und einige Bürger wüssten nicht, welchen Vorteil sie von einer Eingemeindung hätten.

Goldschmidt versucht, die Gemüter zu beruhigen und erklärt, dass "der Beitritt die freie Entscheidung der Gemeinde ist".

Anke Kretschmer, die den Vorschlag einer Bürgerinitiative unterstützt, reichen diese Signale aus der Kreisstadt nicht: "Bei einer Ehe zwischen Forst und unserer Gemeinde sollte es um Vertrauen sowie Respekt gehen und darum, dass man sich über alles einigen kann. Das sehen wir aber leider gar nicht", meint sie dazu.

Die Gemeindevertreter stimmten letztlich für eine Auslegung des Vertrages in der Gemeinde. Zudem sollen zwei Bürgerfragestunden am 19. März in Groß Schacksdorf und am 28. März in Simmersdorf stattfinden. Der Vertragsentwurf wird zwischen dem 24. März und 25. April in den Orten ausgelegt.