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| 14:45 Uhr

Fastnacht in Sacro
Mit Speck fängt man nicht nur Mäuse

FOTO: Margit Jahn
In Sacro fahren die Leute auf die traditionelle Zampertour ab. Das ganze Dorf ist auf den Beinen – im Zug der eifrig Sammelnden und als Gastgeber. Von Margit Jahn

Einen arg verschneiten Tag hat sich die Sacroer Jugend für ihre ausgiebige Zampertour am Sonnabend ausgesucht. In drei Gruppen waren die etwa 20 Jugendlichen aufgeteilt, um im Dorf kräftig klingeln zu gehen. In schwarzem Frack und fesch mit Zylinder bekleidet zog die Kapelle dem gut gelaunten Grüppchen vornweg, und waren somit von Weitem zu hören.Traditionelle Lieder wie „Es gibt kein Bier auf Hawai“ und „Meine Oma fährt im Hühnerstall Motorrad“ erklangen während des fröhlichen Zamperzuges. Dazu wurden sie vom Stauckbass und Akkordeon begleitet und unterstützt. Viele der Dorfbewohner hatten sich auf diesen fidelen Besuch vorbereitet und reichten dem Umherziehenden kleine Schnäpschen, aber auch deftige Stärkungen für den langen Tag. Da brauchte man schon mal ein wenig länger in dem einen oder anderen Haus.

Die zweite Gruppe waren die drei Ordnungshüter, die ihre Kontrollen natürlich ordnungsgemäß auf den Straßen abhielten. So manch ein Autofahrer spendete bei deren Anblick auch gleich etwas Kleingeld in die Kasse und durfte dann ein wenig erleichtert, die Fahrt fortsetzen. Im Austausch erhielt der Fahrer dann etwas Süßes für den Weg, während der Beifahrer schon mal die anderen lieblichen Getränke verkosten durften.

Johannes Zech und Lisa Puder waren als Eierweib und Speckmännchen unterwegs. Dazu gebot es die Tradition, dass sie die Rollen tauschen mussten. Bis Mittag hatten die beiden schon dreimal ihe große Kiepe voll, deren Inhalt wurde zur Gaststätte abgeholt, wo am Abend dann das große Eier- und Schmalzstullen-Essen stattfand. Zum Spruch: „Ham`se Eier, ham`se Speck, sonst sind wir gleich wieder weg. Da oben an die Firsten, da hängen noch n`paar Würst`n, drum lasst uns nicht so lange steh`n, wir wollen noch ein paar Häuser weiter geh`n“. Die beiden machen schon viele Jahre beim Zampern mit, aber in dieser Rolle waren sei das erste mal unterwegs und waren begeistert. Auch sie wurden in vielen Häusern erst einmal verwöhnt. „Alle Einwohner waren so herzlich, und haben uns Kaffee oder Tee gekocht und Stullen angeboten“, sagt Johannes Zech. „Man ist immer herzlich willkommen bei den Einwohnern“, ergänzt Lisa Puder. Die Jüngsten, die Anwärter, die demnächst ihre Jugendweihe oder Konfirmation erhalten, waren für das Speck schneiden verantwortlich, bevor es dann zum großen , gemeinsamen Schmaus wird.