ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 02:36 Uhr

Fast 16 Prozent der Feuerwehr-Einsätze sind "artfremd"

Löschen, retten, bergen, schützen sind die eigentlichen Aufgaben der Feuerwehr. Aber in diesem Jahr mussten die freiwilligen Helfer bei jedem sechsten Einsatz Türen öffnen oder beim Tragen helfen.
Löschen, retten, bergen, schützen sind die eigentlichen Aufgaben der Feuerwehr. Aber in diesem Jahr mussten die freiwilligen Helfer bei jedem sechsten Einsatz Türen öffnen oder beim Tragen helfen. FOTO: dbo1
Spree-Neiße. Fast jeder sechste Feuerwehr-Einsatz im Landkreis Spree-Neiße war im Jahr 2015 "artfremd": Bis zum 9. Dezember waren nach Auskunft von Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer 101 Einsätze zur Tragehilfe und weitere 93 zur Notöffnung von Türen gezählt worden – bei insgesamt 1232 Einsätzen der Feuerwehr zu dem Zeitpunkt. Steffi Ludwig

Im Vergleich dazu seien es 2008 nur 30 Einsätze in diesem Gebiet gewesen. "Und eine Türöffnung steht eigentlich nicht auf unserer Aufgabenliste, die das bekannte ‚Retten, Löschen, Schützen und Bergen' umfasst", betont der Kreisbrandmeister.

Harald Altekrüger (CDU) hatte das Thema im Kreistag Spree-Neiße im Dezember angesprochen - es sei in den örtlichen Verwaltungen, im Fachbereich Ordnung, Sicherheit und Verkehr sowie beim Kreisbrandmeister zur Chefsache erklärt worden. Meist seien es Pflegedienste, Krankentransporte oder Hausärzte, die über die Leitstelle Lausitz Hilfe beim Tragen oder zur Türöffnung anforderten. Es könne nicht kommentarlos hingenommen werden, dass für diese Aufgaben immer die Feuerwehr alarmiert werde, so Altekrüger. "Denn wir haben im Landkreis nur ehrenamtliche Feuerwehrleute, die dann immer aus der Arbeit oder aus der Freizeit herausgerissen werden", bemängelt Wolfhard Kätzmer. Beispielsweise in Cottbus, wo es hauptamtliche Feuerwehrleute gebe, sehe das ganz anders aus. Deshalb sei zu überlegen, ob in bestimmten Fällen, wenn beispielsweise ein voller Postkasten zu einer verschlossenen Tür hinzukomme, eher die Polizei zuständig sei. "Es bedarf klarer Regelungen des Landes bis hin zur Klärung von Zuständigkeiten für die Kosten", so Altekrüger. Dafür werde sich der Landkreis weiter einsetzen.

Bereits unter anderem Sprembergs Bürgermeisterin Christine Herntier (parteilos) hatte das Thema zur Chefsache erklärt. Der Trend sei unter anderem der demografischen Entwicklung geschuldet, sagte sie bereits Mitte 2015, es gebe mehr ältere Menschen.