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Familienausflug in den 50ern

Die Sieger des Maskenballs: Eine Familie, die einen Ausflug in die 50er-Jahre zelebrierte.
Die Sieger des Maskenballs: Eine Familie, die einen Ausflug in die 50er-Jahre zelebrierte. FOTO: Bogott/dbo1
Bloischdorf. Bunte Kostüme und tolle Masken prägten Samstagabend das Bild in der Museumsscheune in Bloischdorf. Wie gewohnt hatte Rüdiger Budek alles unter Kontrolle. Detlef Bogott / dbo1

Nach Maskenbällen in Haidemühl, Dissen und Bärenbrück schwang der Hornower nun in seiner zwölften Saison auch in Bloischdorf wieder das Glöckchen.

Keiner der Maskenträger wollte wieder vorzeitig erkannt werden. Manch Info erfolgte nur mit Zettel. Auch das Publikum schaute akribisch auf manch kleines Details, das manchmal reicht, um erkannt zu werden: der Gang, ein Accessoire, die Haare oder Schuhe. Doch selbst ein so erfahrener Maskenführer wie Budek hatte es schwer. Alle Masken hatten sich sehr gründlich vorbereitet.

Bauer Budek, der selber als Friedrich der II. König von Preußen und Kurfürst von Brandenburg bekannt ist, liebt das Verkleiden. Als Maskenführer ist er auch für seine rigorose Strenge bekannt. "Man kann mal auf Arbeit zu spät kommen, auch einen Termin beim Amt verschlafen, aber beim Maskenball zu spät kommen, das geht überhaupt nicht", so der Mann im schwarzen Rock. Regional waren die Masken wie auch das Publikum gut vertreten.

Kurz nach 21.30 Uhr dann, zwei Tänze gab der Maskenführer noch Zeit, der Moment der Wahrheit. Die Demaskierung beginnt. Die ersten sechs Plätze werden prämiert. Der Wilde aus dem Hohen Norden kommt auf Platz sechs. Karl und Gustav, zwei die gerne einen über den Durst trinken, belegen Platz fünf. Die Lausbuben Max und Moritz werden Vierte. Die Masken unter dem Motto "Zampern in Luja" werden Dritte und Bauer Lindemann ergattert Platz zwei. Sieger werden Oma, Opa, Vater, Mutter und die Kinder Manfred und Mathilde, die einen Familienausflug in den 50er-Jahren zelebrierten. Über die Siegesprämie von 50 Euro freuen sich Simone Klobuch, Karola Schöps, Martina Arlt, Elvi Möller sowie Gabi und Edgar Bartusch. Bei einem gemeinsamen, gemütlichen Abend will die Truppe das Siegesgeld verprassen.

Zum zweiten Mal dabei war Frank Pehla aus Tauer. Der Faschings- und Maskenballfreund war auch beim Ball vor Kurzem in Haidemühl dabei. Die zwei Stunden im King-Kong-Kostüm hat er gut überstanden, aber dann musste erst einmal ein Bier her. "Der Maskenball in Bloischdorf ist urig und wunderschön", gesteht er. Ebenso das zweite Mal dabei war Gitta Diesner aus Spremberg. Als Mops verkleidet hatte keiner eine Chance, sie zu erkennen. Die Schweißperlen flossen nach der Demaskierung. Keinen Maskenball lassen auch die in Bloischdorf geborenen Cindy und André Wollmann aus, die heute in Weißwasser leben. Sie lieben Maskenbälle. Sichtlich erfreut zeigte sich auch Grit Neumann vom Niederlausitzer Sorbischen Museumsverein Bloischdorf. Es sei eine gute Arbeit der Jugendlichen in Bloischdorf, die den Himmel in der Scheune zogen, und aller Vereinsmitglieder, die die alte Scheune so schön ausgeschmückt hatten.