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| 01:25 Uhr

Fahrt zum Gymnasium für Grundschüler teurer

Döbern-Land.. Das Amt Döbern-Land sieht sich als Träger der Mosaik-Grundschule in Döbern nicht in der Pflicht, die Kosten für die Schülerbeförderung zum Neigungsdifferenzierungs-Unterricht des Gymnasiums Forst zu übernehmen.

Das hat der stellvertretende Amtsleiter Günter Quander noch einmal in einer schriftlichen Antwort auf eine entsprechende Anfrage im vergangenen Amtsausschuss bekräftigt. So hatte das Amtsausschussmitglied Daniel Böhm, zugleich Geschäftsführer der Evangelischen Grundschulen Groß Kölzig und Forst, beim Amt angefragt, ob Eltern selbst für die Schülerbeförderung zur Neigungsdifferenzierung in Forst zahlen müssen und welche Rechtsgrundlage es dafür gebe.

Unstimmigkeit um Fahrtkosten
Mit dem Beginn des Schuljahres 2007/08 nähmen 14 von 28 Sechstklässlern der Mosaik-Grundschule und 16 von 18 Sechstklässlern der Grundschule Groß Schacksdorf an dem Unterricht zur Leistungs- und Neigungsdifferenzierung an einem Tag in der Woche teil, bestätigte Quander. „Dieses Angebot kam ohne Mitwirkung des Amtes Döbern-Land als Schulträger der Grundschulen zustande“ , betont er weiter in seinem Antwortschreiben. Am 31. Mai seien lediglich die Inhalte des zwischen dem Rektor des Gymnasiums, Thomas Röger, dem Schulverwaltungsamt des Landkreises und dem Staatlichen Schulamt verhandelten Angebots vorgestellt worden. In der Beratung hätten die Stadt Forst und das Amt Döbern-Land Kritik daran geübt, dass Festlegungen getroffen worden seien, die in die „Hoheit eines beteiligten Schulträgers eingreifen“ , so Quander. Diese Kritik habe sich besonders darauf bezogen, dass das Schulverwaltungsamt die Schulträger verpflichtet gesehen habe, die zusätzlichen Kosten der Schülerbeförderung zu tragen.

Amt sieht Pflicht eingeschränkt
So vertrete das Amt Döbern-Land die Rechtsauffassung, dass sich die Pflicht der Kostenübernahme auf die Wege zum Pflichtunterricht im Rahmenlehrplan beschränkt: Das Angebot des Gymnasiums Forst falle nicht darunter, so Quander. „Mit Blick auf den Gleichbehandlungsgrundsatz sowie auf eine frühzeitige Beeinflussung des Wahlverhaltens“ sei nicht zu akzeptieren, dass die ortsansässige Oberschule bei den Überlegungen ausgeschlossen worden sei.
Gert-Dieter Andreas, Sachgebietsleiter Schulen des Schulverwaltungsamtes, sieht die Unstimmigkeiten als „undramatisch“ . Es habe unterschiedliche Auffassungen gegeben, wann die Schulträger hätten einbezogen werden sollen, sagt er auf Nachfrage. Die Initiative für die Leistungs- und Neigungsdifferenzierung sei vom Gymnasium ausgegangen. Inhaltlich lägen solche Initiativen bei den Schulen, sagte er mit Blick auf ein mögliches Angebot der Döberner Oberschule.
Aus dem Schreiben des stellvertretenden Amtsleiters von Döbern-Land geht hervor, dass ein weiteres Gespräch nicht notwendig gewesen war, weil die Eltern schriftlich zugesagt hatten, selbst die Kosten zu übernehmen. (fm)