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| 13:43 Uhr

Feuerwehr
Experte warnt: Brandmelder verhindern keine Feuer

Spree-Neiße. Zahl der Brandeinsätze im Kreis gestiegen.

Am Freitag, 13. April, ist bundesweiter Rauchmeldertag. Rauchmelder warnen im Ernstfall rechtzeitig vor gefährlichem Brandrauch, sie verhindern aber keine Brände.

Die steigenden Brandeinsätze in Wohnungen, bereiten dem Kreisbrandmeister des Landkreises Spree-Neiße, Wolfhard Kätzmer, Sorgen. Er verzeichnet einen Anstieg um 19 Brandeinsätze von 27 im Jahr 2016 (Beginn der Rauchmelderpflicht) auf 46 im Kalenderjahr 2017. Es entstehe der Eindruck, die  Bürger denken, mit der Ausstattung ihrer Wohnung mit einem Rauchmelder haben sie einen besonderen Schutz zur Verhinderung der Entstehung von Bränden

installiert. Dies ist nicht der Fall, warnt Wolfhard Kätzmer. Rauchmelder können bei fachgerechter Installation durch die frühzeitige Warnung Leben retten, sie verhindern jedoch keinen Brand. Nachlässigkeiten in der eigenen Aufmerksamkeit sowie den Sorgfaltspflichten im Lebensalltag gegenüber den allgemeinen Verhaltensregeln sowie in der Einhaltung technischer Bestimmungen zum Brandschutz dürfe es nicht geben.

Bereits in den Kitas und Grundschulen werden durch im Bereich der Brandschutzerziehung ausgebildete Fachkräfte des Kreisfeuerwehrverbandes Grundkenntnisse im Brandschutz vermittelt und die Kinder im richtigen Umgang mit dem Feuer unterwiesen. Die Unterscheidung „gutes“ und „böses“ Feuer, die vier Grundvoraussetzungen eines Feuers, das Funktionsprinzip eines Rauchmelders, das Verhalten im Brandfall sowie die Notrufnummern sind Inhalte der Brandschutzerziehung, so der Kreisbrandmeister. Jedem Mädchen und Jungen wird hierbei der Kinderfinder des Kreisfeuerwehrverbandes Spree-Neiße e.V. „Ich bin hier“ mitgegeben. Dieser neongelbe Aufkleber wird an der Tür zum Kinderzimmer unterhalb der Rauchgrenze angebracht, sprich 30 bis 40 Zentimeter über dem Fußboden. Die Erfahrungen aus vergangenen Einsätzen haben gezeigt, dass sich Kinder bei Gefahr gern in ihrem Kinderzimmer verstecken. Dieser Aufkleber hilft den Einsatzkräften, in einem Brandfall das Kinderzimmer schnellstmöglich zu finden, ergänzt Robert Buder, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Spree-Neiße e. V.

Er setzt sich dafür ein, dass Brandschutzerziehungsmaßnahmen in den Schullehrplan aufgenommen werden und dafür Fachwarte für Brandschutzerziehung in den Schulämtern einzustellen sind. Damit könnten neue Impulse in den Lehrstoff eingebracht werden.

Einen weiteren positiven Nebeneffekt sieht er in der möglichen Gewinnung neuer Mitglieder für die örtlichen Jugendfeuerwehren.

Weiterführende Informationen zum Thema gibt es im Internet unter

www.rauchmelder-lebensretter.de.

(dst)