ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 16:05 Uhr

Forst
Bewerbung der ersten Kandidatin

Simone Taubenek ist mit Forst verbunden. In ihrem Wohnzimmer hängt ein Bild der Forster Malerin Anke Kalleske. Zur Entspannung liest die 52-Jährige gern Krimis.
Simone Taubenek ist mit Forst verbunden. In ihrem Wohnzimmer hängt ein Bild der Forster Malerin Anke Kalleske. Zur Entspannung liest die 52-Jährige gern Krimis. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Simone Taubenek will zur Bürgermeisterwahl antreten. Volljuristin lebt seit 18 Jahren in Forst. Von Katrin Kunipatz

Simone Taubenek ist vorerst die einzige Frau unter den Bewerbern für das Bürgermeisteramt in Forst. Vergangene Woche reichte sie die Unterlagen bei der Wahlleiterin ein. Nun muss Taubenek mindestens 56 Forster finden, die sie als Einzelkandidatin unterstützen. Sie selbst ist zuversichtlich, dass die geforderte Zahl der Unterstützerunterschriften zusammenkommt. „In den Tagen nach der Bekanntgabe meiner Kandidatur gab es durchweg positive Reaktionen“, berichtet sie.

In der Stadt ist die 52-jährige Simone Taubenek gut vernetzt. Ihr Mann ist seit 1994 Anwalt der Stadt und führt in Forst eine eigene Kanzlei. Deshalb habe sie bereits Einblicke in die Stadtverwaltung bekommen und kenne die handelnden Personen. Offen berichtet Taubenek von ihrer Freundschaft mit Heike Korittke, die als Verwaltungsvorstand Bauen in der Stadtverwaltung eine wichtige Position einnimmt. „Wir machen gemeinsam Sport und sind mit den Familien auch schon in den Urlaub gefahren“, sagt sie.

Seit 18 Jahren lebt Familie Taubenek in Forst. Beide Söhne – heute 14 und 19 Jahre alt – wurden in Forst geboren und besuchten hier Grundschule und Gymnasium. Der Ältere studiert bereits und der Jüngere lernt an der Theodor-Fontane-Gesamtschule in Cottbus. Wichtige Weichen sind gestellt, sodass Simone Taubenek für sich selbst die Möglichkeit sieht, einen ganz neuen Weg einzuschlagen. „Die Rahmenbedingungen passen jetzt, ich bin fit und gesund“, sagt sie. „Die Stadt liegt mir am Herzen. Ich mache den Forstern mit meiner Kandidatur ein Angebot.“

Für die Volljuristin wäre es der zweite Seiteneinstieg in ihrem Berufsleben. Der erste liegt 23 Jahre zurück. Mit dem zweiten juristischen Staatsexamen in der Tasche bewarb sie sich 1995 bei der Polizei des Landes Brandenburg, die damals explizit Volljuristen als Seiteneinsteiger suchte. Taubenek begann als Leiterin der Führungsstelle im Schutzbereich Frankfurt/Oder. Es folgten weitere Stationen immer in leitenden Positionen in Cottbus und Elbe-Elster. Aktuell arbeitet Simone Taubenek als Leiterin des Direktionsstabs der Polizeidirektion Süd. Im höheren Dienst der Polizei habe sie unheimlich viel Verwaltungserfahrung gesammelt. Natürlich müsse sie sich im Fall der Wahl zur Bürgermeisterin in die konkreten juristischen Dinge einarbeiten, selbst wenn ihr die Rechtsgrundlagen bekannt sind.

Hinsichtlich des beruflichen Alltags erwartet Simone Taubenek jedoch gewisse Parallelen zu ihrer jetzigen Tätigkeit. „Ich muss mich jeden Tag auf neue Dinge einstellen“, sagt sie. Genau da sieht sie auch den Reiz. Weiterhin beschreibt sich Simone Taubenek als positiv denkend, zielorientiert und ungeduldig. „Kommunikation ist mein Beruf“, sagt sie. Im Umgang mit der Verwaltung, mit den Stadtverordneten und den Parteien sei diese kommunikative Stärke wichtig, um Forst voranzubringen. Zugleich möchte sie die Menschen, die in Forst wohnen, motivieren sich mit ihren Ideen einzubringen. „Auch wenn wir das Geld nicht mit vollen Händen ausgeben können, müssen wir mit allen Beteiligten nach Alternativen suchen“, so Taubenek. Wichtig seien auch der Austausch mit anderen Regionen und Gespräche mit dem Land und dem Landkreis. „Wir brauchen einen Bürgermeister, der bei Förderprojekten für Forst einsteht“, konkretisiert die Kandidatin.

In einer politischen Partei ist Simone Taubenek bisher vor allem aus Zeitfragen nie Mitglied geworden. Sie engagiert sich als Elternsprecherin. Politisch interessiert sei sie trotzdem. Schon für den Polizeiberuf müsse sie wissen, was passiert, um aus politischen Entscheidungen mögliche dienstliche Konsequenzen abzuleiten.