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Straßenverkehr
Kreuzung wird wieder Sorgenfall

Trotz Rüttelstreifen ist es an der Kreuzung Nordumfahrung/Forster Straße wieder zu einem Unfall mit Verletzten gekommen, weil die Vorfahrt nicht beachtet wurde. Nun soll die Stelle erneut von der Unfallkommission geprüft werden.
Trotz Rüttelstreifen ist es an der Kreuzung Nordumfahrung/Forster Straße wieder zu einem Unfall mit Verletzten gekommen, weil die Vorfahrt nicht beachtet wurde. Nun soll die Stelle erneut von der Unfallkommission geprüft werden. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. Erneut gab es trotz Rüttelstreifen einen Unfall an der Nordumfahrung nahe der Neißebrücke. Von Steffi Ludwig

Am Sonntagnachmittag gegen 17 Uhr ist es an der Kreuzung Nordumfahrung/Forster Straße wieder passiert: Eine Autofahrerin, die aus Richtung Sacro kam, hatte die Vorfahrt eines anderen Autos auf der Nordumfahrung nicht beachtet. Wie Polizeisprecher Torsten Wendt bestätigt, sei es zum Zusammenstoß gekommen, und das vorfahrtberechtigte Auto habe sich mehrfach überschlagen. Drei Personen wurden verletzt; zwei davon in dem Auto, das sich überschlagen hatte. Beide wurden Montagmittag noch im Krankenhaus behandelt, der ebenfalls verletzte Unfallverursacher konnte bereits entlassen werden, teilte die Polizei mit.

Damit wird die Kreuzung, die lange Jahre Unfallschwerpunkt war und dies seit 2015 nicht mehr ist, wieder zum Sorgenfall. Denn bereits im Jahr 2017 hat es hier laut Polizeisprecher Ralph Meier fünf Unfälle gegeben, drei davon mit Personenschaden. „Es wurden dabei fünf Personen schwer verletzt und zwei leicht verletzt“, so der Polizeisprecher. Auch ein Unfall mit Beteiligung eines Radfahrers war darunter. Ursache aller fünf Unfälle sei jedes Mal ein Vorfahrtsfehler gewesen, berichtet Ralph Meier.

Aufgrund dieser Häufung stehe die Kreuzung bei der nächsten Zusammenkunft der Unfallkommission im März wieder auf der Tagesordnung, bestätigt Sabine Pohle. Sie ist Sachgebietsleiterin für öffentliche Ordnung, Personenstandswesen und Verkehr beim Landkreis Spree-Neiße. Obwohl sowohl Straßenverkehrsbehörde als auch Polizei inzwischen etwas ratlos sind, was an der Kreuzung hinsichtlich der Beschilderung noch verändert oder verbessert werden könnte. Denn bereits im Jahr 2011 – nach einer Reihe schwerer Unfälle in den Vorjahren – waren Super-Rüttelstreifen, die damals erstmals in Deutschland getestet wurden, auf die Fahrbahn zwischen Forst und Sacro aufgebracht worden. Die mit rund einem Zentimeter extra hohen Streifen rütteln das Auto beim Kontakt mit den Reifen ordentlich durch. Sie sollen die Autofahrer darauf aufmerksam machen, dass hier die Vorfahrt beachtet werden muss und dies eine untergeordnete Straße ist. „Die Rüttelstreifen sind auch noch laut genug“, schätzt Sabine Pohle ein. „Sie sind nur nicht mehr so schön grün wie anfangs.“ Inzwischen würden diese Rüttelstreifen bundesweit eingebaut.  Woran es nun liegt, dass trotz dieser zusätzlichen Warnung Vorfahrtsunfälle passieren, kann sie nicht sagen. Ist inzwischen ein Gewöhnungseffekt eingetreten? Oder liegt es möglicherweise am allgemein immer aggressiveren Fahrverhalten, das Sabine Pohle beobachtet? „Schilder werden einfach nicht beachtet“, bemängelt sie.

Und dabei waren an der betreffenden Kreuzung extra große Hinweisschilder aufgestellt worden und 2011 auch auf der Hauptstraße Tempo 50 eingeführt worden. „Mehr geht eigentlich nicht, Tempo 30 ist an dieser Stelle nicht machbar“, so Sabine Pohle. Ein Problem sei, dass viele Autofahrer die vorgeschriebene Geschwindigkeit von 50 Kilometern pro Stunde nicht einhielten.

Deshalb werde die Stelle im März erneut geprüft. Diverse Parameter aller Unfälle werden untersucht wie die Tageszeit, die Fahrbahnbeschaffenheit oder die Ortskundigkeit der Autofahrer. Dann werde entschieden, ob die Kreuzung wieder als Unfallschwerpunkt aufgenommen wird. Und man werde zusammenfassen, welche Maßnahmen überhaupt noch möglich sind, damit solche Unfälle wie am Sonntag künftig vermieden werden könnten, so Sabine Pohle.