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Endspurt für die Restarbeiten

Forst.. Gestern kurz nach 11 Uhr im Freibad. Es sind keine 24 Stunden mehr, bis der brandenburgische Bauminister Hartmut Meyer das neue Bad eröffnen wird. Im Eingangsbereich arbeiten noch Handwerker. Auf dem Gelände herrscht fleißiges Gewusel. Wie auf jeder größeren Baustelle gibt es noch Restarbeiten zu erledigen. Arbeiten gegen die Zeit. Von Jürgen Scholz

Gegen 11 Uhr sind die letzten Steine der Zulieferauffahrt gelegt. Elektriker sind noch da am Schaffen, wo heute Frank Bereit die Imbissversorgung übernehmen will. Eine Fensterfirma klebt Folien auf die Scheiben der Umkleidekabinen. An der Kasse werden vier Saisonmitarbeiterinnen der Stadt mit der Computertechnik vertraut gemacht. Ein Fachmann kommt bei Schwimmmeister Lutz Berbig vorbei, weil es ein Problem mit einer Pumpe gibt. Dafür muss die Wassertemperatur angehoben werden. Das geht vom Schwimmmeisterbüro aus. Kollege Computer macht es möglich.
Die digitalen Anzeigen verkünden: 22 Grad im Wasser, 19 Grad Luft. Ein bisschen mehr könnten es zur Eröffnung schon sein, wünscht sich Reinhard Mantel von der DRK-Wasserwacht: „25 Grad und kein Regen“ - das wäre ideal.
Die Wasserwacht wird täglich mit vier ehrenamtlichen Helfern im Schwimmbad sein. Ein Duo wird vormittags, eines nachmittags die fünf hauptamtlichen Mitarbeiter - Schwimmmeister, Schwimmmeistergehilfen und Fachkräfte für Badebetrieb - unterstützen, damit es an den Becken, am Sprungturm und an der Rutsche sicher zugeht.
Die ganz große Rutsche ist noch nicht dabei. Dafür haben die 4,7 Millionen Euro nicht mehr gereicht. Vorbereitet ist aber alles; das Endstück ist bereits vorhanden, die Fundamente auch. Die Rutsche könnte kurzfristig geliefert werden. Wenn das Geld da ist. Die Stadt hofft nun, vom Kreistag 25 000 Euro aus der Investitionspauschale zu bekommen.
Bis dahin muss es ohne die ganz große Rutsche gehen. Und auch so hat das neue Freibad schon seine Fans gefunden. Sandra Kunkel und Simone Müller sind für den Forster Gartenbaubetrieb Engwicht um die Mittagsstunde damit beschäftigt, die Pflanzanlagen zu komplettieren. Durch den Regen der letzten Tage hat sich die Mulchschicht gesenkt. In den letzten heißen Wochen haben sie nach der Arbeit schon das neue Bad testen können. Ihr Urteil: „Wunderbar!“ und „Super!“ Vor allem das Edelstahlbecken hat es ihnen angetan: „Ein richtig angenehmes Gefühl, wenn man sich anlehnt“ , meinte die Döbernerin Sandra Kunkel. Die beiden Gärtnerinnen hoffen nun, dass die Gäste des Freibades pfleglich mit den Pflanzungen umgehen, schließlich wissen sie, was für Arbeit dahinter steckt.
Zu diesem Zeitpunkt steht die Arbeit noch vor den ehrenamtlichen Helfern der DRK-Wasserwacht, von denen viele gerade erst das Zeugnis zu Hause abliefern, bevor es ins Freibad geht. Dort müssen sich die Helfer mit den neuen Gegebenheiten vertraut machen. Dazu gehört auch eine spezielle schwimmende Rettungsliege als Hilfsmittel. Auch wird mit einer 70 Kilogramm schweren Rettungspuppe geübt, Menschen aus dem 4,60 Meter tiefen Springerbecken wieder an die Oberfläche zu bringen. Damit es am ersten Tag nicht gleich erste Verletzungen zu beklagen gibt, steht noch einmal Kontrolle von Becken, Liegewiese und anderen Flächen auf dem Plan: Schließlich soll niemand noch auf scharfe Gegenstände treten.
Währenddessen ist Frank Bereit vom Kinder- und Jugenddorf herübergekommen, wo alles für das Buffet für die geladenen Gäste vorbereitet wird. Kaum hat der Elektriker die letzte Steckdosenabdeckung montiert, wird auch die Kühltruhe für das Eis in den Imbissraum gebracht. Frank Bereit wird in der verbleibenden Saison den Imbiss betreiben und provisorisch einrichten. Noch ist der Raum leer, zur Eröffnung soll heute alles bereit sein, um Eis, Getränke und Bockwust oder Wiener anbieten zu können. Wer ab dem nächsten Jahr die Versorgung übernimmt, soll eine Ausschreibung ergeben. Dann soll es für das gesamte Bad einen neuen Betreiber geben. Die Stadt hat diesen Part nur für dieses Jahr übernommen.
Die allerletzten Arbeiten im Freibad werden wahrscheinlich erst heute Morgen erledigt: Die Außenanlagen Richtung Kinder- und Jugenddorf und einige andere Kleinigkeiten stehen noch an. Aber manche Dinge erledigen sich fast von selbst. Wusste Schwimmmeister Lutz Berbig zur Mittagsstunde noch nicht, welche Sportgeräte er heute ausgeben soll, konnte Hochbauamtsleiter Klaus Selling zwei Stunden später Vollzug melden: Für das Sportfeld, das im Winter als Spritzeisbahn genutzt werden kann, und das Volleyballfeld sind die Bälle eingetroffen.

Hintergrund Das Programm zur Freibad-Eröffnung
 Heute um 11 Uhr wird das Freibad offiziell freigegeben. Eine halbe Stunde später, um 11.30 Uhr , beginnen Spiel- und Spaßaktionen . So stellt die Wasserwacht Neptun samt Gefolge und geleitet die Rosenkönigin zur Wasserrutsche, die von ihr freigegeben wird. Kurz darauf soll auch der Sprungturm für Mutige eröffnet werden - und zwar von einer Jux-Akrobatik der Wasserwacht.
Auf der Liegewiese ist zwischen 12 und 13.30 Uhr Aktion. Unter anderem wird es eine kleine Diskothek geben, eine Bastelstraße des Nix e.V. und weitere Angebote. Um 14 Uhr gibt es ebenfalls auf der Liegewiese Zirkus und Akrobatik zum Mitmachen mit den Harlekids und der Jungen Gemeinde Eulo.
Im Badebereich ist von 15 und 17 Uhr das Schnuppertauchen mit der Tauchschule „Sprigade“ sowie eine Demonstrationsspiel der Kanupolo -Sportler des ESL Lok RAW Cottbus.
Im Kinder- und Jugenddorf beginnt um 16 Uhr ein weiteres Angebot. Es reicht vom Schlauchbootfahren auf dem Mühlgraben über eine Springburg und das Ausprobieren am Kletterfelsen . Dazu gibt es Sommercurling und Knüppelbrot am Lagerfeuer.
Radio Cottbus gestaltet von 17 bis 22 Uhr eine Diskothek .
Daneben wird es ein Quiz mit fünf Fragen zum Freibad geben. Wer die Antwortkarte bis 15 Uhr abgibt, kann bei der Auslosung um 16 Uhr gewinnen.