Von Margit Jahn

Und er hat es doch getan: Radsportfan und Maschinenwart beim PSV Peter Schulz (76) kam am sonnigen Sonntagnachmittag noch vor dem großen Tross der Abradler, welche um 14 Uhr am Radstadion abgefahren sind, als erster breit lächelnd an den Bahnschranken am Gymnasium an. Und das, obwohl der Streckenführer Becki eigentlich nicht überholt werden sollte. Aber das sommerliche Wetter war wohl zu sehr Ansporn, allen davon zu radeln. „Geht weiter nach vorn“ rief es dann an den Bahnschranken am Gymnasium, denn der lange Tross an Rädern verhinderte, dass alle Radler durch die Schranken kamen und es bildete sich ein kleiner Stau.

Strecke hat eine Länge von 17 Kilometern

Ab 13.30 Uhr versammelten sich viele Radsportfreunde auf dem Rennbahngelände des PSV, um sich für die letzte Ausfahrt in diesem Jahr anzumelden. Gerd Suschowk eröffnet die Ausfahrt. “Wir haben uns besonders mit dem Wetter große Mühe gegeben und wollen gemeinsam die Stadttour ganz gesittet absolvieren“.

„Ich bin heute das erste Mal dabei, weil es nicht so weit für mich ist“, sagte Annette Kuß. „Die, die immer mitfahren, fahren sicher weiter, aber diesmal ist es im Rahmen für mich. Wenn ich nicht mehr kann, kann ich einfach ausscheren“ so die Erstradlerin. 17 Kilometer lang ist die Strecke, welche heute durch die Stadt führt. Es geht entlang der Muskauer-Weber-Jahn-Bade-Sorauer-Kirchstrasse bis zur Wagnerstrasse ,Richtung „Schlaucks Eckchen“ und zurück Elsässer, Charlottenstrasse, Finkenweg.

Neuforster sind zum ersten Mal mit dabei

Am Ende gibt es dann wieder einen leckeren Imbiss der Fleischerei Gürbig und es kann geplauscht werden. Ein alter Radsporthase ist Klaus Loebner aus Groß Bademeusel. „Ich weiß nicht wo wir heute hinfahren“, sagt er und ist auf die Überraschungstourgespannt .“Die Polentour vor vier Wochen war sehr schön“, schwärmt er noch nachträglich.

Die beiden Neuforster Christel und Gerhard Noack aus Forst sind heute das erste Mal dabei. „Wir wollten mal wissen, wie der PSV das macht“. Früher sind sie, als sie noch in Cottbus gewohnt haben, beim Veloteam Cottbus mitgefahren und 50 Kilometer waren da kein Problem. Derzeit haben sie aber lange pausiert und freuen sich erst einmal auf die 17 Kilometer. Das Wetter finden sie klasse. “Es ist gut, dass wir mal ein bisschen mehr von Forst kennenlernen“. Die Beiden waren noch nie auf der Rennbahn, kannten den Rosengarten nicht und sagen schmunzelnd: „Aber schreiben Sie das bloß nicht. Heute wird dafür alles nachgeholt“.

Andreas Beckmann war heute als Streckenführer für die Strecke verantwortlich. „Wenn das Frühjahr kommt, fahren wir raus ins Grüne, wenn die Saison zu Ende geht, dann fahren wir wieder in die Stadt rein“. Weiter sagt er: „Wir fahren heute nicht so schnell. Damit das Feld nicht zu weit auseinanderfällt, darf ich heute auch nicht überholt werden“. Mit seiner leuchtend gelben Weste ist er unübersehbar. „Wir wollen den Leuten mal Ecken zeigen, die keiner kennt, was in der Stadt schön ist, aber auch zu wünschen übrig lässt“, so der heute radelnde Schornsteinfeger.

Trotz Bissspuren beim Abradeln dabei

Norbert Bunar ist dabei, „um das schöne Wetter auszunutzen“ und auch, um etwas fit`er zu werden. “Die Polentour letztens war ganz schön anstrengend“. Dabei ist auch Günther Schulze, der am 11. Januar 2020 eine Winterwanderung durch den Euloer Bruch leiten wird. Er hofft, dass das viele Absteigen vor den Kreuzungen bei allen gut klappt.

Konni Schulz aus Forst, zeigt einigen fragenden Radsportfreunden ihre noch immer nicht verheilte Wade. Sie war vor vier Wochen auch bei der Polentour dabei und wurde in einem kleinen polnischen Dorf von einem freilaufenden Hund auf dem Rad angefallen und in die Wade gebissen. Trotz ärztlicher Versorgung sind die Bissspuren noch deutlich erkennbar und die Stelle arg verhärtet. Ihr Fazit: „In Polen würde ich jetzt konzentrierter gucken“. Ansonsten freut sie sich auf die heutige Ausfahrt.

Am 17. November um 10 Uhr gibt es das „Mountainbike für Jedermannrennen“,