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E-Mobilität
Elektroauto für den Rosengarten

Jens Avermann, Bereichsleiter Grünflächen beim Betriebsamt der Stadt Forst, stellt die neuen elektrische Gartenwerkzeuge für den Rosengarten vor.
Jens Avermann, Bereichsleiter Grünflächen beim Betriebsamt der Stadt Forst, stellt die neuen elektrische Gartenwerkzeuge für den Rosengarten vor. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Betriebsamt Forst setzt auf elektrische Geräte mit Akkubetrieb. Neue Ladesäule geht in Betrieb. Von Katrin Kunipatz

Laut ist nur der regelmäßige Signalton – sonst würde das Fahrzeug lautlos über die Wege des Rosengartens rollen. Es hat eine Ladefläche, ist so groß wie ein Multicar und wird ausschließlich elektrisch angetrieben. Mit dem E-Auto sollen die Mitarbeiter ihre Einsatzorte im Rosengarten erreichen. Leicht und leise sind auch die neuen Arbeitsgeräte, die seit wenigen Tagen im Park benutzt werden. Heckenschere, Laubbläser und Kettensäge werden ebenfalls rein elektrisch betrieben.

Jens Avermann, Bereichsleiter Grünflächen beim Betriebsamt Forst, führt den Laubbläser vor. Der Akku wird als Rucksack auf dem Rücken getragen. In der Hand bleibt nur das Gebläse, angetrieben von einem leisen Elektromotor. Problemlos pustet das Gerät das feuchte Laub vom Gras, und nebenbei kann Jens Avermann bequem über die Funktionsweise sprechen. Im Rosengarten sollen die neuen leisen Geräte jetzt getestet werden.

Hintergrund der Investition ist es, im Betriebsamt energieeffizient zu arbeiten und die neuen Möglichkeiten der E-Mobilität zu nutzten. Das 33 000 Euro teure Fahrzeug kann mit einer Akkuladung 100 Kilometer weit fahren, bis zu 800 Kilogramm transportieren und wird innerhalb von zehn Stunden aufgeladen. Die Kleingeräte verfügen über Wechsel­akkus. Wie Verwaltungsvorstand Jens Handreck erläutert, sollen bei Bedarf weitere Geräte beschafft werden. Die vom Betriebsamt zu pflegende Fläche werde trotz sinkender Einwohnerzahlen eher mehr und man brauche effektive Technik.

Der Elektrotransporter im Rosengarten ist das erste Elektrofahrzeug der Stadtverwaltung. Auf den Weg zur E-Mobilität habe sich Forst jedoch bereits begeben, so Handreck. Im Juni wurde auf dem Lindenplatz die erste Ladesäule für Elektrofahrzeuge eingeweiht. Am Dienstag folgte die Übergabe der zweiten öffentlichen Stromtankstelle auf dem Parkplatz am Rosengarten. Wolfgang Gäbler, Geschäftsführer der Stadtwerke Forst erläutert zur Investition: „Wir wollen die E-Mobilität in Forst voranbringen und gehen deshalb in Vorleistung.“

Die neue Ladestation ist identisch mit der auf dem Lindenplatz. Zwei Fahrzeuge können zeitgleich ihren Akku aufladen. Rund 150 Kilometer weit könne man nach einer Stunde Laden fahren, so Thomas Winkler von der Netzgesellschaft Berlin Brandenburg (NBB). Genutzt werde die Stromtankstelle auf dem Lindenplatz aber bisher nur zögerlich, so Gäbler. Pro Woche registriere man im Moment maximal einen Ladevorgang. Nicht überraschend, denn im Landkreis Spree-Neiße sind gerade mal 60 Elektrofahrzeuge angemeldet.

Daran soll sich ebenfalls etwas ändern. Die NBB will im Regionalzentrum Forst bis zum Jahresende drei der zehn Fahrzeuge durch Elektroautos ersetzen. Die Stadtwerke Forst haben auch ein Elektromobil bestellt. „Wenn alles klappt, soll es im Rahmen des Forster Adventskalenders am 2. Dezember vorgestellt werden“, sagt Wolfgang Gäbler. Außerdem stricken die Stadtwerke an einem Konzept, um Kunden und Mitarbeitern den Umstieg in die E-Mobilität zu erleichtern.