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E-Mobilität
Elektroauto – ein Signal gegens Abbaggern

Bei der Einweihung der E-Ladestation am Kreishaus berichtet Kreistagsvorsitzende Monika Schulz-Höpfner (2.v.r.) Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Gäbler, NBB-Regionalleiter Thomas Winkler und Landrat Harald Altekrüger (v.l.n.r.) von ihren Erfahrungen. Sie fährt sei drei Jahren ein Elektroauto.
Bei der Einweihung der E-Ladestation am Kreishaus berichtet Kreistagsvorsitzende Monika Schulz-Höpfner (2.v.r.) Stadtwerke-Geschäftsführer Wolfgang Gäbler, NBB-Regionalleiter Thomas Winkler und Landrat Harald Altekrüger (v.l.n.r.) von ihren Erfahrungen. Sie fährt sei drei Jahren ein Elektroauto. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Dritte Stromtankstelle in Forst eröffnet am Kreishaus. Landkreis kündigt Elektroautos an. Von Katrin Kunipatz

Noch gibt es im Fuhrpark des Landkreises keine Elektroautos. Aber das könnte sich in den kommenden zwei Jahren ändern. Bei der Eröffnung der ersten Stromtankstelle auf dem Parkplatz des Kreishauses kündigt Landrat Harald Altekrüger am Montag an, dass man spätestens 2019 auch elektromobil unterwegs sein will. Aktuell werde der Doppelhaushalt für die Jahre 2018 / 2019 geplant und entsprechende Investitionen seien vorgesehen, so der Landrat.

Für die Errichtung der neuen Doppelladesäule auf dem Parkplatz vor dem Kreishaus brauchte der Landkreis kein Geld in die Hand nehmen. „Aufgestellt und betrieben wird die Säule von den Stadtwerken Forst“, erklärt Harald Altekrüger. „Wir haben kostenlos die beiden Parkplätze zur Verfügung gestellt.“

Dafür bedankt sich Wolfgang Gäbler, Geschäftsführer der Forster Stadtwerke. Sein Wunsch ist es, die Ladeinfrastruktur auszubauen. In Forst sei man auf einem guten Weg. Auf den Parkplätzen am Rathaus, am Rosengarten und nun auch am Kreishaus haben E-Autofahrer die Möglichkeit, ihr Fahrzeug aufzuladen, während sie Wege erledigen.

Je nach Fahrzeug sind Ladeleistungen bis zu 20 Kilowatt möglich, erklärt Daniel Schmidt, Projektverantwortlicher bei den Forster Stadtwerken. Innerhalb einer Stunde kann so viel Strom in die Akkus geladen werden, um damit etwa 150 Kilometer weit zu fahren. Tanken kann an der Säule jeder, der eine Transponderkarte mit einem RFID-Chip hat. Diese wird beispielsweise von den Stadtwerken Forst verkauft. „Für eine monatliche Gebühr kann man an über 10.000 Ladepunkten in ganz Deutschland sein Fahrzeug aufladen“, so Schmidt. „Für das spontane Laden liest man mit dem Handy einen QR-Code an der Ladesäule. Hier wird die Gebühr über das Paypal-Konto abgerechnet.“

Das erste Auto an der neuen Ladesäule ist der Kia Soul EV von Monika Schulz-Höpfner. Seit drei Jahren fährt die Kreistagsvorsitzende dieses Elektroauto. Als damals eine Neuanschaffung anstand, habe sie sich bewusst für ein Auto mit Elektromotor entschieden und auch die passende Ladeinfrastruktur in ihrem Zuhause in Atterwasch aufgebaut. „Der Umweltgedanke spielte eine Rolle“, erklärt sie. „Vor allem wollte ich ein Signal gegen das Abbaggern von Atterwasch setzen.“ Etwa 70 Prozent des Ladestroms stammt aus regenerativen Energieträgern, schätzt sie. Nur in den dunklen Monaten November, Dezember und Januar reicht die Strommenge nicht aus, die Sonne und Wind tagsüber in den Speicher im Keller laden, um den Autoakku voll zu laden. Was dann noch nötig ist, entnehme sie aus dem normalen Netz.

Unterwegs ist Monika Schulz-Höpfner mit dem Elektroauto vor allem im „Nahbereich“. Strecken von Atterwasch nach Guben oder Forst, Cottbus oder Lübben seien kein Problem. Im Sommer komme sie fast 200 Kilometer weit, ohne nachzuladen. Im Winter oder bei schnellen Fahrten seien es etwa 150 Kilometer. „Ich bin in den drei Jahren noch nie liegengeblieben“, sagt die Kreistagsvorsitzende. Dies sei ihrer sehr vorausschauenden Fahrweise und der zuverlässigen Ladeanzeige des Fahrzeugs zu verdanken. Trotzdem freut sie sich, über den Ausbau der Infrastruktur. „Mit jeder Säule wird es etwas flexibler“, sagt Schulz-Höpfner.

Im Moment habe sie keine Probleme in Guben oder Cottbus eine freie Ladesäule zu finden, so Monika Schulz-Höpfner. Problematisch sei es vielmehr, dass normale Autos mit Verbrennungsmotor diese Parkplätze zustellen. Die neue Technik erfordert aber von allen Autofahrern Disziplin. Denn das Parken an der Ladesäule ist nur während des Ladevorgangs erlaubt. „Also müsste das Auto nach dem abgeschlossenen Ladevorgang umgeparkt werden“, so der Geschäftsführer der Forster Stadtwerke. Denn steckt das Ladekabel in der Säule, kann es kein anderer außer der Fahrer mit der Chipkarte entfernen, so Daniel Schmidt. Wichtig ist dies, wenn tatsächlich einmal mehr E-Autos auf den Straßen unterwegs sind. Auf den Parkplätzen am Kreishaus und am Rosengarten sei bei steigender Nachfrage auch eine Erweiterung möglich, sichert Wolfgang Gäbler zu.