Von Sven Hering

Das Gehen fiel ihm schwer, dennoch hatte Hans-Wilhelm Blume das Bedürfnis, vom Rednerpult aus ein paar Sätze zu sagen. Bald 66 Jahre sei er jetzt verheiratet, verriet  der 92-jährige Peitzer. „Ohne meine bessere Hälfte hätte ich das alles nicht geschafft.“ Zuvor hatte Landrat Harald Altekrüger (CDU) den Peitzer als Koryphäe im brandenburgischen Fischereihandwerk bezeichnet. Eine der zahlreichen Spezialitäten aus dem Landkreis Spree-Neiße seien die bekannten „Peitzer Karpfen“. Etwas weniger bekannt sei der Mann, der hinter dem Erfolg dieser überregional beliebten Speise steckt: Hans-Wilhelm Blume, der sich nun auch in das Ehrenbuch des Landkreises Spree-Neiße eintragen durfte. Vorbildlicher Chef, Berater der nachwachsenden Generation der Fischzüchter, Gründer des 1954 ins Leben gerufenen Peitzer Fischerfestes – der bemerkenswerte Einsatz Blumes habe nicht nur zum Aufblühen der Fischerei- und Teichwirtschaft als wichtigem Wirtschaftszweig in der Region geführt, sondern auch im Kulturbereich für wichtige Impulse gesorgt, so Altekrüger weiter. „Es sind Menschen wie Sie, die den Landkreis Spree-Neiße zu einem liebens- und lebenswerten Ort machen. Und dafür sagen wir heute ganz herzlich: Vielen Dank!“

Von einem „magischen Ort“ sprach Altekrüger, als es um das Vorzeigeunternehmen von Goedele Matthysen und Peter Bienstman ging: die Confiserie Felicitas in Hornow. Auf bescheidenden 35 Quadratmetern in einer ehemaligen LPG-Küche habe die beeindruckende Erfolgsgeschichte des aus Belgien stammenden Unternehmerpaares begonnen. Altekrüger: „Frau Matthysen und Herr Bienstman stehen somit nicht nur für einen vorbildlichen Pionier- und Geschäftsgeist, sondern auch exemplarisch für genau die Art von gesellschaftlicher Integration, wie wir sie uns von allen Neubürgerinnen und -bürgern wünschen.“  Aus den 35 Quadratmetern seien mittlerweile 2000 geworden und aus dem Anfangsduo eine Firma mit 75 Angestellten und Filialen in Cottbus, Dresden und Potsdam. Ins Schwärmen, so Altekrüger, könne man auch schnell geraten, wenn man sich die lange Liste an Auszeichnungen anschaue, welche die beiden Unternehmer für ihre Verdienste in den Bereichen Familienfreundlichkeit, Tourismus oder Marketing bekommen haben. Es seien mittelständische Unternehmen wie dieses, welche das wirtschaftliche Rückgrat des Landkreises bilden.

Dissens Bürgermeister Fred Kaiser sei mit seiner großen Leidenschaft und Kreativität maßgeblich für die vorbildliche Entwicklung des Storchen- und Museumsdorfes Dissen verantwortlich, so Altekrüger in seiner Laudatio. „Geradezu rastlos und mit immer neuen Ideen zeigt uns Fred Kaiser, was alles mit Teamgeist, Engagement und Geduld möglich ist“, führte Altekrüger weiter aus. Diese Anstrengungen hätten Dissen in diesem Jahr zur Gold-Medaille beim renommierten Wettbewerb  „Unser Dorf hat Zukunft“ geführt.  Wie kein Zweiter habe Fred Kaiser hierfür die Einwohner einbezogen und zusammengeschweißt, sodass stets das „wir“ im Vordergrund stand.Schließlich hatte noch ein frischgebackener Vize-Weltmeister seinen Auftritt. Sandro Koalick aus Drebkau holte bei den FEI-Weltmeisterschaften der Zweispänner in Raakow die Silbermedaille. Altekrüger sprach von einem „mitreißenden Event“, das zum ersten Mal überhaupt in Ostdeutschland stattfand. Vor allem die Unternehmerfamilie um Torsten und Kerstin Koalick habe dazu beigetragen, dieses Event in die Region zu holen. „Dass mit Sandro Koalick einer dieser Organisatoren sogar die Vizeweltmeisterschaft bei diesem hochklassigen Wettbewerb erringen konnte, war die Krönung einer rundum gelungenen Veranstaltung“, so Altekrüger. Mehr als 20 000 Besucher aus allen Teilen der Welt seien Zeugen einer tolle Atmosphäre und herzlichen Gastfreundschaft geworden. Die Weltmeisterschaft habe für einen Imagegewinn für den Landkreis gesorgt.