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| 20:44 Uhr

Große Einsatzübung
Wenn der Blitz bei den Forster Rosengartenfesttagen einschlägt

 Die eingestürzte Bühnentechnik hat unter anderem zwei Jungen verletzt, die hier von den Helfern versorgt werden.
Die eingestürzte Bühnentechnik hat unter anderem zwei Jungen verletzt, die hier von den Helfern versorgt werden. FOTO: LR / Steffi Ludwig
Forst. Großübung in Forst: Rettungskräfte simulieren im Rosengarten ein Unglück mit Verletzten bei den Festtagen. Von Steffi Ludwig

Was ist, wenn bei den bevorstehenden Rosengartenfesttagen plötzlich der Blitz in den Musikpavillon und in die Veranstaltungstechnik einschlägt – und es mehrere Verletzte gibt? Funktioniert dann das bestehende Sicherheitskonzept für die Forster Großveranstaltung noch? All das ist am Montagabend nach 18 Uhr bei einer groß angelegten Einsatzübung geprobt worden – natürlich vor Ort im Ostdeutschen Rosengarten.

Rund 80 Beteiligte von Freiwilliger Feuerwehr, Polizei, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz aus Forst haben das Szenario, das einen Tag auf den Rosengartenfesttagen simuliert, durchgespielt. „Denn in den vergangenen Jahren hat es witterungsbedingte Veränderungen gegeben, es treten öfter starke, schnelle Gewitter auf“, beschreibt Sven Zuber, Verwaltungsvorstand und neben Stadtwehrführer Andreas Britze einer der Einsatzleiter, den Hauptbeweggrund für die Übung.

So ist auch die angenommene Lage: Ein Unwetter sei zwar südlich an Forst vorbeigezogen, aber eine Unwetterzelle direkt über dem Rosengarten habe zu einem Blitzeinschlag geführt. Den simuliert Andreas Britze mit einem gezündeten Feuerwerkskörper, der einen ordentlichen Knall erzeugt. Im Musikpavillon haben die heruntergestürzte Bühnentechnik und umgekippte Bänke mehrere Menschen unter sich begraben, die nun laut um Hilfe schreien. Dafür sind 20 Mimen, darunter einige Mitglieder der Jugendfeuerwehr, mit verschiedenen Verletzungen „versehen“ worden – die Notfalldarstellung des Deutschen Roten Kreuzes hat hier so einiges an Farbe investiert.

Nach einigen Minuten sind Feuerwehr und Sanitätsdienst da – sie haben die Einsatzleitung – und versuchen, sich einen Überblick über die Lage zu verschaffen. Feuer wird gelöscht, Verletzte werden erstversorgt, Infos über Sprechfunk weitergegeben. Nach weiteren Minuten treffen der Falck-Rettungsdienst und der Katastrophenschutz mit Blaulicht im Rosengarten ein. Verletzte rufen noch immer um Hilfe und können nun Stück für Stück behandelt werden. Hier wird ein Fuß verbunden, dort ein Tropf gelegt oder eine Halskrause angelegt.

Die Feuerwehr räumt die Bänke weg, um weitere Verletzte zu bergen. Auf Tragen werden die Schwerverletzten abtransportiert, vier davon laut Sven Zuber ins Krankenhaus. Die anderen werden in mehreren Zelten auf dem Rosengartengelände versorgt.

 Die Verletzten werden von den Rettungskräften abtransportiert und in Zelten versorgt. Mehrere müssen ins Krankenhaus gebracht werden.
Die Verletzten werden von den Rettungskräften abtransportiert und in Zelten versorgt. Mehrere müssen ins Krankenhaus gebracht werden. FOTO: LR / Steffi Ludwig

Nach rund eineinhalb Stunden ist die Übung beendet. Eine separat aufgebaute Leitstelle hat an diesem Abend über die jeweiligen Einsätze der Einheiten entschieden. Ein Koordinierungskreis der Stadt war ebenfalls gebildet worden und hat Entscheidungen getroffen wie: Muss die Veranstaltung abgebrochen werden?

Nun muss ausgewertet werden, wie das Szenario im Einzelnen abgelaufen ist und was besser gemacht werden kann. Wie wurden Polizei und Sicherheitsdienst einbezogen, wie lief die Anfahrt aufs Gelände, wie wurden die Verletzten versorgt? Dies und mehr gilt es durchzuarbeiten. Es sei vor allem um das menschliche Zusammenwirken gegangen, da es eine Ausbildungsübung war, und nicht um die korrekte Ausstattung, erklärt Sven Zuber. Denn wegen der Hitze am Montagabend haben Feuerwehrleute und Sanitäter einige Teile ihrer sonst vorgeschriebenen Montur weglassen dürfen.