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| 02:39 Uhr

Eine Menschenkette über die Neiße

Forst/Kerkwitz. Beim "Treffen über die Neiße", was die Wählergruppe "Bürger für die Lausitz" (Klinger Runde) am 23. August organisiert, sollen die Braunkohlereviere in Brandenburg mit denen auf polnischer Seite symbolisch durch eine Menschenkette verbunden werden. Das Projekt wird am Dienstag, 8. April, in Kerkwitz vorgestellt. Christian Köhler

"Wir machen wie jedes Jahr ein Treffen an der Neiße", berichtet Thomas Burchardt, Sprecher der Wählervereinigung "Bürger für die Lausitz" (Klinger Runde). In Vorbereitungen zu der Protestaktion "Treffen über die Neiße 2014" hatte sich bereits im Februar eine deutsch-polnische Organisationsgruppe gegründet. "Zusammen mit dem Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit der Gemeinde Schenkendöbern und der polnischen Bürgerinitiative ‚Nie Kopalni Odkrywkowej' treffen wir uns nun in Kerkwitz, um das Projekt einer Menschenkette zwischen den Revieren über die Neiße zu diskutieren", so Burchardt. Seit fünf Jahren unterhält die Klinger Runde beste Kontakte ins benachbarte Polen. Nach Angaben von Thomas Burchardt würden in Polen ebenfalls neue Tagebaue angestrebt, die eine Umsiedlung der Bevölkerung nach sich ziehen. "In diesem Kontext ist geplant, am 23. August mit einer Menschenkette, die von den Tagebauplanungen betroffenen Regionen grenzüberschreitend weiträumig zu verbinden", so Burchardt.

Zu diesem Zweck wolle sich die Klinger Runde in Schenkendöberns Ortsteil Kerkwitz am 8. April um 18 Uhr im Gasthaus "Zum Dorfkrug" treffen. Die Wählergruppe habe mehrere Umweltverbände eingeladen und wolle das Vorhaben interessierten Bürgern vorstellen. "Wer sich über den Stand der grenzüberschreitenden Menschenkette informieren möchte oder sich persönlich mit einbringen möchte, ist zu dieser Veranstaltung herzlich eingeladen", unterstreicht Burchardt.

Burchardt sowie der Arbeitskreisvorsitzende Mathias Berndt und die Vorsitzende der polnischen Initiative Anna Dziadek rechnen momentan mit etwa 1000 Menschen, die sich an der Aktion beteiligen werden. "Zeitgleich findet in Kerkwitz im August auch das Lausitzcamp statt, sodass wir davon ausgehen, dass die Aktion ein voller Erfolg werden kann", unterstreicht Burchardt. Man wolle mit der Aktion auf den ersten genehmigten Tagebau in Brandenburg nach der Wiedervereinigung - Welzow II - und die Umsiedlungen aufmerksam machen.