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| 02:34 Uhr

Eine Kreisverkehrswacht wäre sehr zu begrüßen

Joachim Drosch, der 40 Jahre Erfahrungen als Polizist gesammelt hat, schreibt zu den in der RUNDSCHAU vorgestellten Plänen für eine Verkehrswacht in Spremberg und einer Kreisverkehrswacht für die Spree-Neiße-Region: Es ist anerkennenswert, wenn man sich darüber Gedanken macht. Als es den Kreis Spremberg noch gab und somit eine Polizeidienststelle mit allen notwendigen Diensteinheiten, bestand auch eine Verkehrswacht.

So wie in allen Nachbarkreisen. Um die Arbeit einer Verkehrswacht niveauvoll zu gestalten, braucht es Anleitung und Unterstützung durch die Polizei.

Noch besser wäre es, wenn Polizisten darin mitwirken. Dieser Zustand wurde durch den ehemaligen CDU-Innenminister, Herrn Schönbohm, negativ befördert, indem die Dienststellen reduziert wurden. Somit gab es in Spremberg keine Spezialisten der Verkehrspolizei mehr. Gleichfalls wurde den restlichen Polizisten die Motivation genommen, sich auf diesem Gebiet zu engagieren.

Im Übrigen gab es in Spremberg schon immer einen ADMV, später MC Spremberg, der einen wesentlichen Teil interessierter Bürger als Mitglieder hatte. Aus diesem Grund gab es in den letzten zehn Jahren mit Unterstützung des MC Spremberg regelmäßigen Verkehrsunterricht an Schulen und Ausbildung im Verkehrsgarten.

Mehrere Versuche, erneut eine Verkehrswacht aufzubauen, scheiterten. Da in Cottbus eine Polizeiinspektion mit allen zugänglichen Dienstbereichen existiert, wäre die notwendige Unterstützung durch den Dienstbereich für Verkehrsangelegenheiten auch gewährleistet und notwendig, deshalb würde ich eine Kreisverkehrswacht begrüßen. Denn auch in Forst ist sie nur noch existent, weil der letzte VK-Leiter Verkehrsteilnehmerschulungen durchführt.

Eine letzte Bemerkung zum sicheren Schulweg. Wer glaubt, die Verkehrswacht bringt den sicheren Schulweg, der irrt. Verkehrsregeln, Verkehrsschilder und Pictogramme sind genug vorhanden, aber eine große Zahl von Verkehrsteilnehmern hält sich nicht an die Regeln. Sie müssten eigentlich durch mehr Polizei durchgesetzt werden, und nicht nur durch Geschwindigkeitsmessungen, wo nur einer und beim Lasern zwei Polizisten benötigt werden.

Außerdem besagen meine 40-jährigen Erfahrungen als Polizist, dass die meisten Verstöße auf Schulwegen durch einige Eltern begangen werden.

Schauen Sie sich an, wo unsere Schulen liegen. Sie sind nicht an Hauptverkehrsstraßen und werden oft durch die Kinder zur Schule bringenden Eltern befahren. Aber morgens muss alles ganz schnell gehen. Da sind die Kinder oft nicht angeschnallt oder steigen zur Fahrbahn aus.