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Eine besondere Liebe zu ihrer alten Heimat

Forst. Eine Ex-Lausitzerin sorgt in der Schweiz für Furore. Ihr Schweizer Ehemann ist hingegen längst Publikumsliebling in Forst. Der Sport schreibt auch solche Geschichten. Sven Hering

Es war ein Heimspiel für den Schweizer Steherfahrer Giuseppe Atzeni vor wenigen Tagen beim Herbstpreis in Forst. Vor etwa 1500 Zuschauern siegte er am Ende vor den Forstern Stefan Schäfer und Franz Schiewer - und wurde enthusiastisch gefeiert.

Atzeni und Forst - das ist eine ganz besondere Liebesbeziehung. Seit ein paar Jahren lebt der erfolgreiche Bahnradfahrer in der Schweiz mit einer Forsterin zusammen.

Bei einem Rennen auf der Bahn in Forst hatte Atzeni seine jetzige Frau Kristin, die vor der Hochzeit Schulz hieß, kennengelernt. Gemeinsam betreiben sie inzwischen in der Schweiz ein Radsportgeschäft. Und irgendwann wurde auch die Idee geboren, einen eigenen Kalender herauszugeben. In diesem spielt Kristin Atzeni inzwischen praktisch die Hauptrolle.

Die Aufnahmen für den "Sexy Cycling Calendar" ( www.sexy-cycling.ch ) wurden vor allem in Deutschland gemacht, verrät die Forsterin. "Shootingplätze waren unter anderem die Skyline Frankfurt am Main oder eine Fabrik. Und wir waren auch in einem Windkanal."

Bekleidet sind die Models mit Bikini, Jeans, Lederhose oder Sport-Unterwäsche. Die Forsterin schmückt die Monate Juli und November.

"Ich hatte die große Ehre, mit dem original Rennrad von Vincenzo Nibali zu shooten", verrät sie. Der italienische Radrennfahrer Nibali hatte sowohl die Spanien- und Italienrundfahrt, als auch die Tour de France gewonnen. Beim Hairstyling hat Kristin Atzeni - wie in den vergangenen Jahren auch - wieder auf das Cottbuser Team von Hajo Beier gesetzt.

Das ist allerdings nicht die einzige Verbindung, die die Forsterin zu ihrer alten Heimat hält. "Ich liebe zum Beispiel das tolle Bauernbrot und den leckeren Baumkuchen meiner Lieblingsbäckerei Langner in Forst, der mir sogar Päckchen in die Schweiz schickt", erzählt sie. Von der Forster Firma Mrose werde ein Teil der Freizeitbekleidung, die Kristin mit ihrem Mann in ihrem Fahrradgeschäft und auch online vetreibt, hergestellt.

Ihre Großeltern leben in Cottbus und Forst, ihr Vater ebenso. Wenn es die Zeit erlaube, dann komme sie gern zu Besuch. Zur Forster Radrennbahn hat Kristin Atzeni eine besondere Beziehung. "Es ist eine der schönsten Radrennbahnen, weil dort der Radsport noch lebt", erklärt sie. Auch die wunderschönen Fahrradwege in der Lausitz habe sie in den vergangenen Jahren bei vielen Touren schätzen gelernt.

Noch in diesem Jahr möchte Kristin Atzeni nicht nur auf schmucken Rennrädern posieren, sondern ihre erste Runden auf einer Radrennbahn drehen.

Das soll im Dezember im Velodrom Suisse geschehen. "Ich bin derzeit schon wieder fleißig am Trainieren auf der Straße. Dort holt man sich die perfekte Grundlage für die Bahn", betont sie. "Gute Trainingstipps bekomme ich dabei natürlich von Giuseppe."

Vielleicht werden in Zukunft ja mal beide Atzenis auf der Forster Radrennbahn ihren Auftritt haben. Und möglicherweise bekommt ihre Heimstadt einen Platz in einem ihrer nächsten Kalender. "Ein Kalenderbild in Forst auf der Bahn - das wäre schon noch was ganz Besonderes für mich", sagt Kristin Atzeni.