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Eine Ausstellung auf der Walz

Viel zu sehen, aber auch viel zum Selbermachen mit den Händen gibt es in der Sonderausstellung zu erleben.
Viel zu sehen, aber auch viel zum Selbermachen mit den Händen gibt es in der Sonderausstellung zu erleben. FOTO: utr1
Guben. Es ist eine ganz besondere Ausstellung, die am Donnerstag in der Alten Färberei eröffnet wurde. Lothar Binger und Susann Hellemann vom Archiv historische Alltagsfotografie Kleinmachnow in Kooperation haben zwei Jahre lang Exponate gesammelt. utr1

"Vor allem auf Berliner Trödelmärkten sind wir fündig geworden", verrät Susann Hellemann.

"Die erlebnisreiche Ausstellung passt perfekt zu unserem diesjährigen Motto ,Kunst, Handwerk & Kreativität'", so Museumsleiterin Heike Rochlitz. Vor allem das Bäcker-, Fleischer-, Tuchmacher- und Schuhmacherhandwerk spielen eine große Rolle in der Sonderausstellung. "Sie sind der Mittelpunkt unseres Lebens. Sie haben auch hier vor Ort eine große Rolle gespielt", so Heike Rochlitz. Museumsmitarbeiterin Carolin Tilch gab in einem kurzen Abriss die Gubener Handwerksgeschichte wieder. "Die Ausstellung soll neugierig machen auf alle Berufe, die es im Handwerk gibt. Denn es fehlt dringend Nachwuchs im handwerklichen Bereich", so die Museumsmitarbeiterin.

Das Handwerk, was es in Guben noch gibt, ist sehr aufgeschlossen gegenüber der Geschichte und natürlich auch der Gegenwart. So freute sich Binger über eine ganz spontane Leihgabe der Bäckerei Stiller. Nach der persönlichen Ansprache bei einem Bäckereibesuch konnten die Inhaber ihr altes Laden-Schild für die Ausstellung zur Verfügung stellen. Und weil Binger am selben Tag auch noch zur Post musste, schaute er gleich noch beim Brunnenbau Löschmann vorbei. "Das lag auf dem Weg, und auch dort bekam ich tolles, längst vergessenes Handwerkszeug für diese wunderschöne Ausstellung", so Binger. "Sammelgegenstände liegen sozusagen auf der Straße, man muss nur fragen", freute er sich über die Leihgaben der Gubener.

Zu sehen und zu erleben sind Geschichte und Kultur sowie dazugehörige Werkzeuge und Produkte vom Mittelalter bis zur Zeit der DDR. Auch der Bedeutung der Frauen im Handwerk ist eine Station gewidmet.

Aber vor allem geht es um Erleben und selbst mit den Händen aktiv werden. Interaktive Module und Mitmach-Spiele, wie zum Beispiel ein Werkzeug-Regal, Tastkästen und auch eine Druck-Station, sollen das Interesse am Handwerk vertiefen. Ergänzt wird diese Sonderausstellung durch historische Sammlungsgegenstände zum Gubener Handwerk aus dem Fundus der Museen der Stadt Guben. Zu sehen ist die Erlebnis- und Aktionsausstellung "Handwerk - Werke der Hand" im Stadt- und Industriemuseum Guben bis 26. November.