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Einblicke in die hohe Kunst der Floristik und des Rosengartens

Blumenfee Corina Krause arbeitete Hand in Hand mit Rosenkönigin Jessica I.
Blumenfee Corina Krause arbeitete Hand in Hand mit Rosenkönigin Jessica I. FOTO: Angela Hanschke/aha1
Forst. Am Sonntag gab die Deutsche Rosenfee Tipps zum Gestalten von Töpfen - nachdem am Vormittag viel Wissenswertes zu Kübelpflanzen vermittelt wurde. ang1

Der achte Rosensonntag hat für die Besucher des Ostdeutschen Rosengartens zwei ganz besondere Angebote bereitgehalten. Rund 70 Blumenfreunde aus ganz Brandenburg nahmen am Rundgang mit Lidija Zorn vom Team des Rosengartens zum Thema "Grüne Töpfe" teil. Lange geplant hatte Cornelia Sader aus Schernsdorf bei Frankfurt diesen Besuch. Vor allem der Rosenhaltung in Kübeln galt ihr Interesse.

Rund 230 Kübelpflanzen setzen im Rosengarten optische Akzente. Gegenüber dem Bärchenbrunnen auf dem Wehrinselteil gibt es ein Dutzend Kübel - bepflanzt mit Oleander, Zitrone, Engelstrompete, Glanzmispel, Bleiwurz, Enzianstrauch und Yucca. Im Rosengartenteil des Parks gedeihen neben wärmeliebenden Exoten wie Orangen, Feige, riesenblütigem Hibiskus, Chinesischer Hibiskus, Strelicie, Canna, Olive, australische Silbereiche und dem australischen Glücksbaum auch einheimische Kleingehölze wie Rotbuche, Koniferen, kugelförmig geschnittene Buchsbäume und spiralförmige Lebensbäume in Behältern. Die kleinblättrige Myrte sei nicht nur in der Hochzeitsfloristik, sondern auch als Gewürz begehrt, erfuhren die Zuhörer. Und die Yucca gehöre zu den Spargelgewächsen und sei keine Palme. Im Rosengarten können lediglich die Hanf- und die Phönixpalme bewundert werden.

"Kübelpflanzen können immer wieder neu arrangiert werden, sind dekorative Lückenfüller, guter Sichtschutz und aufgrund ihres geringen Platzbedarfs auch bestens für Balkon und Dachgarten geeignet", beschrieb Lilija Zorn die Vorzüge der "grünen Töpfe".

"Sehr informativ und gut vermittelt", lobten Karin und Norbert Kluge aus Kerkwitz, denn die Fachfrau informierte zwei Stunden nonstop und blieb bei Fragen zu Düngung, Substrat, Unterpflanzung, Wässerung, Topfwahl, Schädlingsbekämpfung und Überwinterung keine Antwort schuldig.

Ab 14 Uhr saßen die Gäste im Café an den Wasserspielen in der ersten Reihe, als aus einfachen Tontöpfen kreative Floristik-Gebinde entstanden. Schritt für Schritt wurde dies neben dem Pavillon des Gartenbau- und Baumschulenbetriebs Paul Engwicht von Corina Krause (33), der diesjährigen Deutschen Blumenfee des Zentralverbandes Gartenbau demonstriert. Das Talent, Schönes aus Blüten und Pflanzen zu schaffen, scheint dem "Forster Mädchen", das in einer "Rosendynastie" aufwuchs, in die Wiege gelegt. Die Wahlberlinerin ist Urenkelin des Rosengartenmitbegründers Paul Engwicht, kann mit einer fundierten Ausbildung als Floristmeisterin punkten und wirbt nun bundesweit für die grüne Branche. "Wir sind beide stolz auf sie und dass sie dem Berufsstand treu geblieben ist", sagten ihre Eltern Gabriele und Hans-Rainer Engwicht, der an der Spitze des Rosengartenfördervereins steht. Das Feengewand, das sie in Forst trug, sei kein "Dienstkleid", sondern von ihr selbst ausgewählt und mittels eines bestimmten Etats angeschafft worden. An der Schärpe trage sie immer frische Blumen. Als Deutsche Blumenfee ist sie nicht nur als Gesprächspartnerin, sondern auch als Live-Floristin und bei Repräsentations- und Fototerminen gefragt. Am Sonntag informierte sie auch über Ausbildung und Weiterbildung von Floristen sowie die jährlich ausgetragene Landesmeisterschaft um die "Silberne Rose". "Unser Rosengarten wäre ein ausgezeichneter Austragungsort!", sagte eine Zuschauerin.

Anmoderiert durch Annette Schild und assistiert von der 27. Forster Rosenkönigin Jessica I. kombinierte Corina Krause Blüten, Moos, Gehölze und Gräser. "Mit offenen Augen durch die Natur" zu gehen, empfahl sie. Nur zehn Minuten benötigte sie für ein Arrangement aus Knöterichstangen, Rispengräsern, weißen Gladiolen, Zierlauchblüten und Hortensienbällen in Lila-Tönen. Herbstliche Ausblicke gab es mit Blättern, Zierkürbissen, Hopfendolden und sogar ein weihnachtliches Gesteck entstand - für Hobbyfloristen eine gute Gelegenheit, sich inspirieren zu lassen.