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| 17:59 Uhr

Wohnzimmerkonzert
Zum Geburtstag ein Wohnzimmerkonzert für die Tänzer

Forst. Zum 30. Workshop hatte sich „Rondo Lusatia“ nicht nur befreundete Tanzgruppen eingeladen, sondern auch ein besonderes Konzert organisiert.

  Seit sechs Jahren gibt es die historische Tanz- und Musikgruppe „Rondo Lusatia” in Forst. Am Wochenende richteten sie im Gemeindesaal der Evangelischen Kirche ihren 30. Workshop aus. 25 Tänzer aus Brandenburg studierten unter Anleitung ihres Tanzlehrers Leopold Nepomuk Edler von Klement aus dem Kreise der Torgauer Renaissancetänzer die Regeln, Schrittfolgen, Hüpfer, Kapriolen und Drehungen ein.

Anlässlich dieses Jubiläums hatten die Organsatoren ihre Mittänzer gemeinsam mit Ars Augusta, dem Verein zur Förderung der Künste und Völkerverständigung in Görlitz-Zgorzelec, und dem Freundeskreis Niederschlesischer Musiksalons (Dolnośląskie Salony Muzyczne) mit einem Salonkonzert überrascht. Ein absolutes Novum für die Stadt, denn die einst überaus beliebten Salonkonzerte, für die Musikfreunde und Mäzene der Künstler ihre privaten Räume zur Verfügung stellten, gerieten nach dem Beginn des 20. Jahrhunderts in Vergessenheit. „Diese Tradition wollen wir nun wieder beleben“, verriet die Forsterin Margarete Hoffmann, die selbst in Polen aufwuchs.

Beinahe wäre das Salonkonzert zu einem Wartezimmerkonzert geraten. „Eigentlich sollte es in meinem Wartezimmer stattfinden, das mit einem Steinway-Piano ausgestattet ist“, sagte die Forster Zahnärztin Margarethe Sitek, die jedoch selbst Mitglied der Gruppe Rondo Lusatia ist. Kurzerhand wurde der Veranstaltungsort verlegt. Drei junge Künstler aus dem Nachbarland,  die Opernsängerin Sabina Zapiór sowie die Violinistin  Magdalena Gąsior und am Klavier Jerzy Owczarz begeisterten die Tänzer mit Werken von fünf polnischen Komponisten. Denn fast zeitgleich mit dem Ende des Ersten Weltkriegs jährte sich in den vergangenen Tagen auch die Gründung des polnischen Staates zum 100. Mal. Ein Thema, das sich als roter Faden durch das Konzert zog. Werke von Stanisław Moniuszko (1819-1872), dem „Vater der polnischen Nationaloper“ sowie Wieniawski und Chopin (1810-1849) erklangen. Sowohl  die Komponisten Michał Kleofas Oginski (1765-1833) als auch Ignaz Jan Paderewski (1860-1941) betraten auch die politische Bühne. Paderewski war nach dem Ende des Ersten Weltkrieges sogar Regierungschef und Außenminister Polens.

Gesine Schreve aus der Gemeinde Wiesengrund, die mit der Gruppe  „Media noctis“ selbst handgemachte Musik für Rondo Lusatia liefert, sagte: „Das Konzert war etwas ganz Besonderes. Damit hatten wir nicht gerechnet.“

Begeistert war auch Mitorganisatorin Heike Lüdtke. „Sowohl von der Virtuosität der Instrumentalisten als auch vom großen Stimmvolumen und Tonumfang der Sopranistin, die sich während des Vortrags unter die Zuhörer mischte“.

Beim nächsten Jubiläum von Rondo Lusatia solle es erneut ein Konzert geben, kündigte sie an.

(aha)