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| 01:08 Uhr

Ein Unikat für das Feuerwehrmuseum in Haidemühl

Haidemühl.. Geräusche von schweren Panzerketten zerrissen am Montag die Stille in Haidemühl. Am alten Kohle gleis tauchte plötzlich ein Gefährt auf, das man hier noch nicht gesehen hatte. Mit 580 PS bog es in Richtung Feuerwehrmuseum Haidemühl ein. Die Rede ist von einem Feuerlöschpanzer. Auf der Wunschliste der AG Feuerwehrhistorik Haidemühl stand dieses gewaltige Fahrzeug ganz oben. Nun ist der Wunsch endlich in Erfüllung gegangen. Von André Kurtas

„Der Feuerlöschpanzer, den wir heute vom Landkreis Dahme-Spreewald erhalten haben, ist ein Unikat, das es auf der Welt nur ein einziges Mal gibt“ , sagte am Montag der Haidemühler Feuerwehrmann René Patschan. Bisher stand der Löschpanzer im Dienst der Feuerwehr Jamlitz.

Vattenfall sponserte Transport
Dank des Unternehmens Vattenfall Europe Mining & Generation, das den Transport sponserte, gelangte das in Neubrandenburg hergestellte Fahrzeug per Schwertransport nach Haidemühl. Die Freude über die Neuanschaffung stand auch AG-Leiter Roland Bartusch ins Gesicht geschrieben. Die Nachricht über den Feuerlöschpanzer verbreitete sich in Haidemühl wie ein Lauffeuer. Im Nu kamen immer mehr Schaulustige zum Domizil der Feuerwehrhistoriker.
Nachdem der Panzer schon einmal im Tagebau Welzow-Süd im Einsatz gewesen sein soll, verrichtete die schwere Technik auf dem Truppenübungsplatz in Lieberose ihre Arbeit. In nächster Zeit soll auch noch ein Containeraufsatz mit einem Fassungsvermögen von 15 000 Litern Wasser in Haidemühl eintreffen. „Auf Grund der Transporthöhe konnte der Container jedoch noch nicht mit dem Panzer zusammen transportiert werden“ , klärt Patschan auf.
Eigentlich sollte der Feuerlöschpanzer von Seiten des Landkreises wegen Hydraulikproblemen verschrottet werden. Doch die Haidemühler Feuerwehrleute hörten von diesen Plänen und retteten so ein Stück Feuerwehrhistorie.
Mit dem Feuerlöschpanzer verfügen die 15 aktiven Haidemühler Feuerwehrhistoriker nun über das erste Kettenfahrzeug in ihrer Sammlung, zu der allein 32 Großfahrzeuge gehören. Seit Mitte der achtziger Jahre sammeln die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Haidemühl historische Fahrzeuge und Gerätschaften.
Die Spezialfahrzeuge standen oft viele Jahrzehnte im Dienst und machten die Fuhrparks der Freiwilligen- und Betriebsfeuerwehren schon zu Einsatzzeiten zu kleinen Museen.
Nach der Wende gab es kaum jemanden, der den Bestand halten und pflegen konnte. Für die Feuerwehrhistoriker von Haidemühl aber erwiesen sich die stillgelegten Fuhrparks als wahre Fundgrube.

Pachtvertrag mit der Laubag
1993 erhielt die AG Feuerwehrhistorik Haidemühl durch einen Pachtvertrag mit der Laubag die ehemalige Werkstatt der Brikettfabrik Haidemühl. Neben den Großfahrzeugen warten hier auch viele verschiedene Handdruck- und Motorspritzen, Martinshörner und Atemschutzgeräte auf staunende Besucher. Alles begann damals mit dem Erwerb einer von Pferden gezogenen Handdruckspritze.
Zu den Ausstellungsstücken zählt heute inzwischen auch ein Flughafenlöschfahrzeug der Marke Kronenberg. Und seit Anfang der Woche gehört nun sogar noch das Unikat eines echten Feuerlöschpanzers zur Haidemühler Sammlung.
In den kommenden Wochen wollen die Kameraden um Roland Bartusch am „roten Riesen“ kräftig Hand anlegen und notwendige Reparaturen durchführen, um ihn wieder zu einem Schmuckstück zu machen.

Hintergrund
Öffnungszeiten

 Das Feuerwehrmuseum in Haidemühl ist sonntags von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Telefonisch sind Ansprechpartner unter 0160 / 3 66 52 60 oder unter 03 57 50 / 1 56 32 (auch Fax) erreichbar.