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5. Ausbildungs- und Studienbörse
Ein Traktor und viele Ausbilder

Max und Elia Kunze besuchen mit ihrem Vater die Ausbildungsbörse in Forst.
Max und Elia Kunze besuchen mit ihrem Vater die Ausbildungsbörse in Forst. FOTO: Margit Jahn/mjn1
Forst. Kaum haben sie das Gelände der Mehrzweckhalle betreten, bekommen einige Schüler und Eltern große Augen. Der imposante Traktor NEW Holland T7.200 begrüßt sie. Ein Aussteller der Landwirtschaftsbranche hatte einen unübersehbaren Bereich seines Ausbildungsangebotes neben dem Halleneingang positioniert. Margit Jahn / mjn1

In der hellen Halle des Forster Gymnasiums fand am Sonnabend die 5. Ausbildungs- und Studienbörse statt. Eingeladen und organisiert hatten sie die Stadt Forst, die Bundesagentur für Arbeit sowie das Jobcenter. Nach der Eröffnung durch den stellvertretenden Bürgermeister Jens Handreck und Andreas Kaiser, Fachbereichsleiter für Bildung und Soziales, konnten sich Jugendliche an über 20 Ständen in der Halle einen Überblick über Ausbildungen in der Region und ihre Voraussetzungen verschaffen.

Andreas Kaiser betont, welche gute Chance die Börse für kleinere Betriebe biete, sich zu präsentieren und mit Jugendlichen und ihren Familien ins Gespräch zu kommen. Viele Aussteller sind jedes Jahr dabei, einige sind neu vor Ort. Ute Weichert, Geschäftsstellenleiterin der Bundesagentur für Arbeit für Forst, Guben, Spremberg, steht mit Andreas Kaiser den Jugendlichen für Fragen zur Verfügung. "Die Börse richtet sich an junge Leute ab Klasse 7", so Ute Weichert. Aber auch an Jugendliche, die sich noch nicht entscheiden konnten. Sie in der Region zu halten, sei Ziel.

Junge Schüler haben Zeit, sich für einen Beruf zu interessieren und die Praktika der Betriebe zu nutzen. "Manch einer stellt erst dann fest, dass der vermeintliche Traumjob einem doch nicht liegt", weiß Ute Weichert. Die Kenntnis über den regionalen Arbeitsmarkt sei nicht überall ausgeprägt. Deshalb sei diese Ausbildungsbörse so wertvoll für die Region. Einige Anbieter nutzen die Chance, noch Ausbildungsplätze für den sofortigen Beginn anzubieten. Die meisten orientieren auf den Ausbildungsstart 2018.

"Die Börse lebt davon, dass die Eltern mitkommen" so Ute Weichert. Der Zehntklässler Max Kunze und sein Bruder Elia, der die 8. Klasse besucht, sind mit ihrem Vater vor Ort. Max interessiert sich für den Finanzbereich und kam am Stand der VR-Bank mit den Beratern ins Gespräch. Bruder Elia: "Ich schaue mich hier erst einmal um, was für mich passt." Wie sein Vater erzählt, haben sie auch schon eine Börse in Cottbus besucht. Besonders gut findet er in Forst, dass die regionalen Betriebe da sind.

Pascal Sasker, 9. Klasse, interessiert sich am Stand der Lafim-Gesellschaft, der von Peggy Weise und Kerstin Peppernick betreut wird, für einen sozialen Beruf. "Weil ich mit Kindern gut klarkomme, war ich am Zukunftstag im Hort der Grundschule Nordstadt. Das hat mir Spaß gemacht", sagt er. Die Lafim-Gesellschaft, Landesausschuss für Innere Mission, betreut in Forst das Evangelische Seniorenzentrum "Friedenshaus". Auch für Pflegeberufe interessieren sich die Jugendlichen. Im nächsten Jahr soll eine Fachkraftausbildung für den Standort Forst angeboten werden. Kerstin Peppernick weiß die gute Kooperation mit der Gutenberg-Oberschule zu schätzen. Christina Blanke, die Berufseinstiegsbegleiterin der Oberschule, begleitet 15 Schüler in die Mehrzweckhalle. Für sie ist es wichtig, dass Gelegenheit ist, "persönliche Gespräche zu führen". Sie nutze jede Messe mit ihren Schützlingen.

Steffen Göhlert von der Firma SSG Sicherheitstechnik wollte zwei Lehrlinge in diesem Jahr ausbilden. Leider kam es nicht dazu. "In unserer Branche gibt es inzwischen einen Riesenbedarf", sagt er. Er möchte seine Firma klein halten. "Die Jungs sollen bei uns was lernen, aber das Team soll überschaubar bleiben." Emely Heppchen ist als Sechstklässlerin eine der jüngsten Interessenten. Sie will sich mit ihrer Mutter einen Gesamtüberblick verschaffen. Ihre Mutter: "Sie möchte gern hier in der Region bleiben." Der Stand der Stadt Forst wird auch gut besucht. 15 Jugendliche haben sich direkt interessiert. 2018 werden hier zwei Verwaltungsfachangestellte ausgebildet.

Da eine Messe auch hungrig und durstig macht, bot im Vorraum die Schülerfirma der Gutenberg-Oberschule ein kleines Büfett mit Würstchen, Brötchen und diversen Getränken an.