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Forst
Ein Stadion im Wahlkampf

FOTO: Elisabeth Wrobel / LR
Forst. Der Freundeskreis hat das Thema gesetzt. Stadt will erst zum Jahresende Konzept vorlegen. Von Katrin Kunipatz

Die Sanierung des Stadions am Wasserturm steht immer noch in den Sternen. Vor vier Jahren hat der Freundeskreis Stadion am Wasserturm Stadtverordneten und Verwaltung eine Studie zur Rekonstruktion und Modernisierung des Stadions vorgestellt. Die Stadtverwaltung hat sich in den vergangenen Jahren aber vor allem auf die Erneuerung der Schwimmhalle, verschiedener Kindergärten und Schulen konzentriert. Erfolge sind offensichtlich. Gerade erst wurde nach eineinhalb Jahren Bauzeit die Kita „Waldhaus“ in Keune offiziell übergeben. Die Bauarbeiten in der Schwimmhalle starten noch in diesem Frühjahr.

Im Zusammenhang mit dem Stadion gibt es bisher nur einen Arbeitsauftrag für die Stadtverwaltung, das Sportstättenentwicklungskonzept zu erarbeiten und in einer Teilplanung die Sanierung des Stadions am Wasserturm zu berücksichtigen. Ein stimmig wurde dieser Beschluss im Dezember 2016 gefasst. Ein erster Termin für die Vorlage der Pläne verstrich im Juli 2017. Zum Jahresende 2017 sollte das Konzept fertig sein, kündigte die Verwaltung an. Im Dezember wurde die Vorlage des Konzepts für das erste Quartal 2018 angekündigt. Wie Verwaltungsvorstand Sven Zuber (CDU), in dessen Bereich die Themen Jugend, Bildung und Sport fallen, auf Nachfrage der RUNDSCHAU erklärt, sollen die Arbeiten bis Ende 2018 vollumfänglich abgeschlossen sein.

Als Gründe für die Verschiebung nennt er den erweiterten Leistungsumfang zur Aufstellung der Sportstättenentwicklungskonzeption. „Es werden mehr Details zur Grundlage erhoben. Zudem ist eine stärkere Bürgerbeteiligung vorgesehen“, sagt Zuber. Aber die Verwaltung wolle Inhalte des Konzepts des Freundeskreises in eine noch vorzunehmende Bewertung der Stadionentwicklung einfließen lassen. Zuber schränkt jedoch ein, dass in diesem Fall einzelne Bestandteile der Vorschläge weiter entwickelt, andere aber auch nicht umgesetzt würden.

Unterdessen ist das Thema Stadion zum Wahlkampfthema geworden. Der Freundeskreis Stadion am Wasserturm – eine lose Verbindung einzelner Forster mit und ohne Parteibuch – holt es mit einem pointierten Brief in die Öffentlichkeit (RUNDSCHAU berichtete). „Wir wollen, dass das Stadion nicht wieder vergessen wird“, formuliert Dorith Jaehn im Namen des Freundeskreises. Ein Stück weit habe man resigniert, weil lange nichts passierte. Nun sehe man die  Chance, der neuen Person auf dem Bürgermeisterstuhl oder im Landratsbüro ein Thema vorzugeben. „Wenn es zum 100. Jubiläum 2021 fertig wäre, würde es uns sehr freuen“, so Dorith Jaehn.

Die Bürgermeisterkandidaten Helge Bayer (CDU) und Ingo Paeschke (Linke) haben das Stadion bereits als einen Handlungsschwerpunkt für die nächsten Jahren benannt. Umsetzbar sieht Paeschke nur eine schrittweise Entwicklung des Komplexes, bei der sich Stadt und Kreis abstimmen müssen. Nach der Veröffentlichung in der RUNDSCHAU reagierte auch die SPD. Deren Landratskandidat Hermann Kostrewa sieht eine kooperative Zusammenarbeit in der Planungsphase und bei der Finanzierung als dringend erforderlich an. In der SPD herrsche Einigkeit, „dass es das Ziel sein muss, sowohl für den Schulsport des Gymnasiums, als auch für die Belange der Sportvereine und Bürger ein attraktives Angebot zu schaffen“, so Kostrewa.

Erste Gespräche mit dem Kreis habe es im Januar gegeben, so Sven Zuber. „Die nächsten Schritte zur gemeinsamen Entwicklung des gesamten Geländes sind besprochen und befinden sich derzeit in der internen Abstimmung beim Landkreis Spree-Neiße“, sagt Zuber.

Selbst wenn das Konzept irgendwann vorliegt, ist immer noch die Finanzierung zu klären. Laut Ingo Paeschke hat der Landkreis 300 000 Euro für Sportstätten in den Haushalt eingestellt. Auf das Kommunalinvestitionsförderungsgesetz verweist Kostrewa: „Es steht zur Verfügung, wenn sich Landkreis und Stadt zum Projekt bekennen.“