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Ein Sommerfest, das den Namen verdient

Die Zwillinge Albert und Arthur fanden den Streichelzoo toll.
Die Zwillinge Albert und Arthur fanden den Streichelzoo toll. FOTO: Margit Jahn/mjn1
Forst. Die Familien sollen einen schönen entspannten Nachmittag haben. Sagt Kathrin Schubert vom Familientreff in Forst. Sie soll recht behalten. mjn1

Von weitem schon sah man den mit bunten Luftballons geschmückten Zaun. Einladend hingen kleine Gläser mit Sommerblumen daneben. So liebevoll gestaltet wurde fast der gesamte Hof, wo am Mittwoch Sommerhoffest gefeiert wurde. Eingeladen dazu hatten der Wohnhof des Paul Gerhardt Werkes, das Netzwerk gesunde Kinder, die Erziehungs- und Familienberatungsstelle sowie der Familien- und Nachbarschaftstreff. Es gab es viele Mitmachtaktionen, man konnte sich im Streichelzoo aufhalten oder es sich bei frischem Kuchen und anderen Leckereien zum Plaudern am Tisch gemütlich machen. Drehorgelmelodien von Ingrid Ebert begleiteten den Nachmittag in beschwingter Weise.

Zu Beginn gab es ein kleines musikalisches Programm mit Gesang und Geige, gespielt von Christa Spiegelberg. Die bunt angemalten und gekochten Sommereier der eigenen Hühner lösten Begeisterung bei den Kleinen aus. Pfarrer Lange überreichte dann im feierlichen Rahmen den Erlös der Kollekte vom Sonntag: 170 Euro waren ein kleines Dankeschön für den Einsatz der Jugendlichen beim Kirchenfest im Juni, wo sie den Grill bedienten.

Teamleiterin Ines Bonkaß sowie die Heimbewohner waren darüber sehr erfreut und Ines Bonkaß hat schon eine Idee: Da sich alle Bewohner bei der Heimgestaltung einbringen, könnte es für den Gartenbereich eingesetzt werden. Dies wird aber mit allen jugendlichen Bewohnern gemeinsam beraten.

Derweil spielten die Kinder im herrlich gestalteten großen Garten am Glücksrad, konnten Nägel auf eine Leiste klopfen, bunt bemalte Eierpackungen nach Zeit stapeln, mit großen Bausteinen spielen oder eine kleine Autobahn, die Daggybahn, benutzen. Der Streichelzoo mit Meerschweinen oder Kaninchen war dicht umlagert.

Anke Schulz findet die Aktivitäten und Unternehmungen des Familientreffs toll. Einen ganz besonders guten Draht habe sie zu Christa Spiegelberg. Von der Krabbelgruppe an hat sie die Zwillinge Albert und Arthur liebevoll betreut. "Die Kinder haben volles Vertrauen zu ihr", sagt Anke Schulz. Viele Freundschaften seien entstanden.

Ein schönes Haus haben sich die Jugendlichen in gemeinsamer Arbeit mit viel Fleiß geschaffen. Michael Wittner, der seit zweieinhalb Jahren in Forst lebt, hat aus seinem Zimmer einen "blauen Salon"gemacht. Alle sollen sich hier wohlfühlen, erklären die Betreuer, und ihre Fähigkeiten einbringen. Michael Wittmer macht gern Holzarbeiten und zeigt stolz auf sein Wandregal sowie die Wandgarderobe, die er selbst gebaut hat.

"Die Vernetzung ist wichtig, sodass man sich aufeinander verlassen kann", betont Ines Bonkaß am Rande. Sie ist stolz darauf, was die Bewohner mit dem Garten und Grundstück geschaffen haben. "Das machen sie nicht, weil wir es fordern, sondern weil sie sich wohlfühlen wollen." Ziel ist es die Bewohner ins Leben zu integrieren - wie beim Sommerhoffest, beim Kirchenfest oder beim Adventstürchen, welches sie seit Jahren immer wieder gern anbieten.