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| 18:27 Uhr

Feuerwehr
Ein schlagkräftiges Dreigestirn wird bleiben

Wolfhard Kätzmer, ehrenamtlicher Kreisbrandmeister von 2000 bis 2018.
Wolfhard Kätzmer, ehrenamtlicher Kreisbrandmeister von 2000 bis 2018. FOTO: Frank Noack (FB Internet/Öffentl
Forst/Spree-Neiße. Für Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer läuft am heutigen Montag seine Amtszeit aus. Was er seinen Nachfolgern empfiehlt. Von Steffi Ludwig

Wenn Wolfhard Kätzmer am Montag um Mitternacht mit seiner Frau mit einem Gläschen Sekt auf den Ablauf seiner Amtszeit anstößt, ist das auch das Ende der Amtszeit einer Instanz. Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer hat in 18 Jahren im Landkreis Spree-Neiße viel bewegt, sein Name war auch weit darüber hinaus bekannt und hatte Gewicht. Doch der 57-Jährige mag den Rummel um seine Person gar nicht: „Man hat mich zu einer Instanz gemacht – und ohne das Mitziehen und die gute Mithilfe von Tausenden Händen wäre auch ich nichts geworden“, betont er immer wieder. Seien es die guten Kontakte und Unterstützungen durch die Landräte Dieter Friese (SPD) und Harald Altekrüger (CDU) oder die Mitarbeit der Kameraden auf allen Ebenen.

Deshalb ist ihm auch nicht bange, was seine Nachfolge angeht – im Gegenteil. „Die Führungsebene ist in ihrer fachlichen Breite so gut aufgestellt wie noch nie“, schätzt er ein. Der neue Kreisbrandmeister Stefan Grothe arbeite wie er beim Landkreis und bei der Freiwilligen Feuerwehr Drebkau, die Stellvertreter René Bennewitz bei der Freiwilligen Feuerwehr Kolkwitz, Carsten Brudek bei der Freiwilligen Feuerwehr Forst  und Mathias Voigt bei der Freiwilligen Feuerwehr Neuhausen/Spree. Kätzmer selbst bleibe weiter Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises Spree-Neiße – und hofft so, ein schlagkräftiges Dreigestirn mit dem neuen Kreisbrandmeister und Robert Buder vom Kreisfeuerwehrverband bilden zu können. Denn es gäbe noch so einige Dinge anzusprechen und zu optimieren. Kätzmer nennt die Absicht der Novellierung des brandenburgischen Brand- und Katastrophenschutzgesetzes. Viele Dinge, die der Landkreis Spree-Neiße aufgebaut habe, würden dann durch bürokratische Entscheidungen zerstört. Als Beispiele nennt er die Organisation der Waldbrandbekämpfung, den feuerwehrtechnischen Gerätetausch oder Kreisausbildungsmaßnahmen. In Spree-Neiße würde vieles durch solidarische Arbeit der verschiedenen Bereiche funktionieren. „Das gilt es zu bewahren“, so Kätzmer.

So einiges habe sich im Feuerwehrwesen der vergangenen Jahre verändert: Die Technik und der Schutz der Kameraden habe sich in vielen Teilen verbessert, dafür sei die Anzahl der Kameraden deutlich zurückgegangen. Habe es zu seinen Anfangszeiten noch 3700 operative Kräfte gegeben, seien es jetzt noch 2700, rechnet Kätzmer vor. Ob dies das Mindestmaß sei, was man brauche, wisse keiner. In jedem Fall seien die Kameraden im Landkreis sehr schnell am Einsatzort, meist würden inzwischen zwei bis drei Ortswehren alarmiert. Das Prinzip der Stützpunktfeuerwehren habe sich bewährt, er hoffe, dass das Land deren Förderung erhalte. Auch beim Problem der zunehmenden Türnotöffnungen und Tragehilfen durch die Feuerwehr hofft er, dass es hier eine Lösung bei den Zuständigkeiten gibt.

Begeistert ist Wolfhard Kätzmer ganz aktuell von der Einsatzbereitschaft der Kameraden beim Waldbrand in der Lieberoser Heide Anfang Juli. „Die Kameraden haben auch in der Nacht durchgezogen, das war ein richtig schönes Zusammenspiel der verschiedenen Einsatzkräfte sowie auch der Landwirtschaftsbetriebe vor Ort“, lobt der Kreisbrandmeister. Im Moment arbeitet er daran, ob das Land nicht die Kosten für die Löscharbeiten aus der Luft übernehmen könnte, die sonst die Landkreise tragen müssen.

Ansonsten hofft der Klein Loitzer, dass er künftig mehr Zeit für die Familie habe – und für sein zweites Hobby neben der Feuerwehr, den Fußball. Er habe selbst aktiv in Graustein und Hornow gespielt, sei später Torhüter gewesen. Jetzt sei er Ehrenpräsident des TSV Hertha Hornow und da mit Herzblut dabei. Auch seine Frau habe er von diesem Hobby überzeugen können, schmunzelt er.