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| 15:59 Uhr

Planung für die Innenstadt
Ein Revival für den Seerosenteich?

Eine Wasserfläche, wie dieser Seerosenteich, könnte zum Anziehungspunkt in der Forster Innenstadt werden.
Eine Wasserfläche, wie dieser Seerosenteich, könnte zum Anziehungspunkt in der Forster Innenstadt werden. FOTO: SINAI Landschaftsarchitekten in
Forst. Unerwartet deuten CDU-Abgeordnete Unterstützung für Wasserfläche in der „Grünen Mitte“ an. Von Katrin Kunipatz

Überrascht lauschten einige Zuhörer der Diskussion im Forster Bauausschusses. Einziger Tagesordnungspunkt am Donnerstag war die Gestaltung der „Grünen Mitte“. Bernhard Schwarz, Geschäftsführer und Landschaftsarchitekt bei Sinai, stellte den Werdegang dar. Und obwohl die Planer bereits seit 2012 mit dem Thema betraut sind, zeigte er Verständnis für die intensive Diskussion: „Es geht um Ihre Stadtmitte, ein Platz, den Sie mögen und mit Leben füllen müssen.“

Zum aktuellen Stand erläuterte Bauverwaltungsvorstand Heike Korittke: Dem Ministerium liegt der Entwurf mit der Wasserfläche hinter dem Platanenhain vor. Nachdem die Pläne für eine Bebauung an der Kirche im Ministerium abgelehnt wurden, vereinbarte die Stadt, eine neue Zielplanung vorlegen zu dürfen. Die Frist endet am 30. September, so Bürgermeisterin Simone Taubenek.

Gesprochen wird über die Gestaltung des gesamten Areals zwischen Mühlgraben, Am Haag, Amtstraße, Am Markt bis zum Lindenplatz. Die Ideen vom Stadtwald, einem Rad- und Freizeitpark oder einem mit Hügeln dargestellten mäandernden Fluss hat Sinai in Absprache mit der Stadtverwaltung nach einer Kosten-Nutzen-Abwägung verworfen.

Die Vorzugsvariante trägt die Überschrift „Geschichtsgarten“ und orientiert sich am historischen Grundriss der Stadt. Entsprechend dem Setzkastenprinzip können die Bereiche nacheinander gestaltet werden. „Herzstück ist der Bürgermeistergarten auf der Parzelle des alten Rathauses“, erklärt Bernhard Schwarz. Spielplätze, altersübergreifende Fitnessgeräte, weitläufige Wiesenflächen, Bäume und ein direkter Zugang zum Mühlgraben machen den Reiz aus.

FOTO: LR / SINAI Landschaftsarchitekten in Zusammenarbeit mit STUDIO RW Landschaftsarchitektur

Die Geschichtsgärten kommen an. Das Konzept erlaubt es, auf künftige Entwicklungen zu reagieren, merkt Ausschussvorsitzender Michael Lindner (CDU) an. Ullrich Dunkel (CDU) schlägt vor, die Geschichtsgärten mit einem kleineren Seerosenteich zu kombinieren. Unterstützung erhält er vom sachkundigen Einwohner Michael Ernst. Günter Herzberg (CDU) sagt sogar: „Die Variante Seerosenteich hat etwas.“ Hans-Jörg Auerswald (SPD) freut sich über die zaghafte Zustimmung für den Teich aus den Reihen der CDU: „Aber wir hätten ihn schon fast fertig haben können.“

Von den anwesenden Bürgern gibt es vorwiegend Zustimmung für den Seerosenteich, aber auch vereinzelt Bedenken hinsichtlich Vandalismus und Unfallgefahr. Etliche sprechen sich für eine Kombination beider Vorschläge aus. Michael Lindner ist dagegen, weitere Konzepte zu entwickeln. Planer  Schwarz drängt auf eine grundsätzliche Entscheidung. Jedoch ließen sich per Arbeitsauftrag weitere Elemente, wie ein Wasserspielplatz, einarbeiten.

Damit ist das weitere Vorgehen klar: Für den nächsten Bauausschuss am 6. September werden zwei Vorlagen erstellt. Dies sei nötig, um den Beschluss genau dokumentieren zu können, so Korittke. Die Entscheidung fällt zwischen den Geschichtsgärten oder der Wasserfläche, ergänzt um den Wasserspielplatz und die Integration geschichtlicher Elemente. Die Stadtverordneten stimmen am 28. September ab.