Solange es Neißeverkehr aus Kostengründen nicht fertigbringt, einen bürgernahen Stadtverkehr zwischen allen Stadtteilen in Guben zu gestalten und alle seit Jahren vorliegenden Vorschläge der verschiedensten Gruppen und Vereinigungen beiseitegelegt wurden, braucht man über eine Ausweitung des Nahverkehrs nach Gubin nicht zu diskutieren. Ein Vergleich mit dem Verkehr zwischen Frankfurt (Oder) nach Slubice ist aus den verschiedensten Gründen undiskutabel, da schon vorwiegend die dortige Studentenzahl wesentlich die Auslastung der Busse sichert.

Wir alle wissen aus den Erfahrungen der letzten Jahre, dass Einkaufsfahrten, Erinnerungsbesuche oder Fahrradtourismus einen regelmäßigen Busverkehr nicht auslasten. Eine Zunahme des regelmäßigen Besuchsverkehrs hängt vor allem davon ab, wie es der Gubiner Stadtverwaltung gelingt, ihren Teil der Doppelstadt attraktiver zu machen. Und dabei haben sie die gleichen Sorgen wie wir: kein Geld. Was die Einrichtung einer in Abständen regelmäßigen Busverbindung nach Zielona Gora betrifft, die ohne Zweifel aufgrund der dortigen Sehenswürdigkeiten und Erlebnismöglichkeiten schon denkbar wäre, würde diese bei Nichtauslastung sofort, wie in der Vergangenheit, erneut scheitern. Das sollte man schon einem privaten Reisebüro überlassen, welche solche Tagesfahrten in ihren Angeboten aufnehmen könnte. Ehe man leichtfertig all solchen Gedanken nach einer Ausweitung des Busverkehrs in das Nachbarland zustimmt, sollte man erst einmal überlegen, was im innerstädtischen Verkehr mit den vorhandenen Mitteln weiter verbessert werden muss.

Ein Nachmittag, der in Erinnerung bleibt

Gisela Mildner aus Spremberg schreibt zu der Erweiterung der Märkischen Dichterstraße um Stationen in Guben unter anderem:

Als Mitglied im Strittmatterverein war es mir ein Bedürfnis, im Gubener Stadtwächterstübchen dabei zu sein - nach jahrelangen Bemühungen von Egon Wochatz und Werner Becker, der es leider nicht mehr erleben kann, die Märkiche Dichterstraße einzuführen. Andreas Peter bemühte sich als Stadtwächter um diese Ehrung. (…) Für mich war es ein Nachmittag, der in Erinnerung bleiben wird. Ich werde die weitere Berichterstattung verfolgen. Der nächste Ort wird Buckow (Märkisch Oderland) sein. Dort soll an Helene Weigel und Berthold Brecht erinnert werden.