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Ein Kraftakt, der sich auszahlt

Im vergangenen Jahr fand das Kreisjugendlager in Neuendorf statt, zur diesjährigen Jubiläumsveranstaltung ist Forst Austragungsort.
Im vergangenen Jahr fand das Kreisjugendlager in Neuendorf statt, zur diesjährigen Jubiläumsveranstaltung ist Forst Austragungsort. FOTO: Hirche/jul1
Forst. Es begann ganz klein, damals 1998, mit 75 Teilnehmern, die auf dem Schulhof in Alt-Haidemühl zelteten – und jetzt, nach 20 Jahren, werden 430 Teilnehmer beim Kreisjugendlager der Jugendfeuerwehren des Landkreises Spree-Neiße dabei sein. "Das ist neuer Teilnehmerrekord", freut sich Kreisjugendfeuerwehrwart Christian Rösiger (32), der zugleich erstmals als Lagerleiter der Veranstaltung fungiert, die am Freitagabend offiziell eröffnet wird. Steffi Ludwig

"Nach 370 Teilnehmern im vergangenen Jahr haben sich diesmal einfach mehr gemeldet - aber mehr als 500 sollten es aus logistischen Gründen nicht werden", schmunzelt Rösiger, der beim 3. Kreisjugendlager erstmals als Teilnehmer dabei war, später als Betreuer und Organisator - also alle Seiten kennt. "Es ist eine tolle Veranstaltung für die Jugendlichen, es entstehen viele neue Eindrücke und Freundschaften."

Dabei sein werden nicht nur Jugendliche ab zehn Jahren aus den Jugendfeuerwehren des Landkreises Spree-Neiße, sondern auch aus Cottbus, aus zwei polnischen Wehren sowie erstmals aus einer befreundeten Wehr aus Hildesheim. Seit mehreren Jahren sei auch eine Gruppe des Technischen Hilfswerkes und des Jugendrotkreuzes dabei, berichtet Landrat Harald Altekrüger (CDU), der sich zudem freut, dass in diesem Jahr wieder Forst Austragungsort des Kreisjugendlagers ist. Das Veranstaltungsgelände - der Sportplatz des Vereins TV 1861 - sei für die Forster Feuerwehr ein historischer Ort, da aus dem Verein einst die Turnerfeuerwehr hervorging.

Die Organisation sei zunehmend ein Kraftakt, da auch die Ansprüche gestiegen seien, unter anderem an die Unterbringung, so Christian Rösiger. Aber der Kraftakt zahle sich aus und nötige höchsten Respekt ab, sagte Spree-Neiße-Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer. Er hat alle 20 Kreisjugendlager hautnah erlebt: "Ich habe erfahren, wie aus ehemaligen Teilnehmern heute Führungspersönlichkeiten geworden sind, die das Miteinander pflegen und nicht das Gegeneinander."

Eröffnet wird das Lager am Freitag um 20 Uhr mit Ehrengästen wie Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD). Bis zum Montag stehen sportliche Wettkämpfe, aber auch Workshops, eine Lagerolympiade oder Ausflüge zum Forster Derny-Cup und ins Freibad an. Finanziert wird das Kreisjugendlager vom Kreisfeuerwehrverband Spree-Neiße, vom Landkreis und der Euroregion Spree-Neiße-Bober.

Zum Thema:
Die Jugendfeuerwehren im Landkreis Spree-Neiße verzeichnen seit einigen Jahren einen Anstieg der Mitgliederzahlen. Waren es im Jahr 2010 noch 647 Mitglieder, sind es jetzt nach Auskunft von Christian Rösiger 805, eingeschlossen der jüngsten ab sechs Jahren. Das Problem sei jedoch, den Nachwuchs zu halten und in die regionalen Feuerwehren zu überführen. Hier gehe leider die Kurve nach unten. Austrittsgründe seien vor allem der Wohnortwechsel wegen Ausbildung oder Arbeit, so der Kreisjugendwart. "Hier versuchen wir, in Zukunft unter anderem mit der IHK zusammenzuarbeiten, um die jungen Leute hier zu behalten", so Rösiger. "Junge Feuerwehrleute sind fleißig", wirbt Kreisbrandmeister Wolfhard Kätzmer auch bei den Firmen, die jungen Leute hier auszubilden.