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| 18:00 Uhr

Forst
Ein Kandidat mit viel Erfahrung

Ingo Paeschke ist Forster. Sein Abitur hat er auf der damaligen EOS gemacht. Als Offizier kehrte er 1995 in seinen Heimatort zurück.
Ingo Paeschke ist Forster. Sein Abitur hat er auf der damaligen EOS gemacht. Als Offizier kehrte er 1995 in seinen Heimatort zurück. FOTO: Katrin Kunipatz / LR
Forst. Zum dritten Mal tritt Ingo Paeschke für die Linke zur Bürgermeisterwahl an. Von Katrin Kunipatz

Kommunalpolitisch ist Ingo Paeschke der erfahrenste der bisher sieben Interessenten für das Bürgermeisteramt. Seit 20 Jahren ist er Stadtverordneter in Forst, seit zwölf Jahren Abgeordneter der Linken im Kreistag. Bereits zweimal trat er zur Bürgermeisterwahl in Forst an. 2007 verlor er die Stichwahl gegen Jürgen Goldschmidt (FDP). Beim zweiten Mal 2015 kam Paeschke gegen Sven Zuber (CDU) und Philipp Wesemann (SPD) gar nicht erst in die zweite Runde.

Das Wahlergebnis sei für ihn damals ein Schock gewesen. Verbunden mit der Erkenntnis: „Nun ist gut“, sagt er rückblickend. Überrascht habe ihn damals, dass Wesemann als Unerfahrener so viele Stimmen erhalten habe. Was folgte, ist bekannt: Mit 25 Jahren wurde Philipp Wesemann jüngster Bürgermeister einer Kreisstadt. Es gab mehr oder weniger offene Kritik an seiner Amtsführung, die im Verlauf seiner seit November 2016 andauernden Erkrankung zunahm. Zwar habe die Linken-Fraktion das Abwahlverfahren auf den Weg gebracht, so Ingo Paeschke, aber die Initiative sei anfangs nicht von der Linken ausgegangen. „Wir hatten Wesemann bei der Stichwahl unterstützt“, sagt er. „Es wäre Aufgabe der CDU gewesen, ihn aus dem Amt zu befördern.“ Neben einer Mehrheit der Linken stimmten auch die Fraktionen der CDU, Freie Bürger / FDP, „Wir für Forst“ und der fraktionslose Norman Nowka für den Bürgerentscheid zur Abwahl des Bürgermeisters.

Ingo Paeschke sagt, er habe lange überlegt, noch einmal zur Bürgermeisterwahl anzutreten. Doch die Linke habe – wie alle anderen Parteien auch – das Problem, keinen Nachwuchs zu haben. „Trotzdem bin ich nicht der Notkandidat“, sagt Ingo Paeschke. Der 56-Jährige sieht es als wichtig an, Linke-Positionen darzustellen und will damit 50 Prozent der Stimmen zu holen. „Die Schwerpunkte sind noch dieselben wie vor drei Jahren“, sagt er.

Hinsichtlich der innerstädtischen Bebauung müsse es gelingen, ein Angebot zu schaffen, damit auch nach 18 Uhr noch Leben in der Stadt ist. Möglich sei dies, so Paeschke, mit einem von Gebäuden umschlossenen Markt, hinter dem Grün, Spielplätze oder Eigenheime angeordnet sind. Ein zweiter Aspekt ist für ihn die Entwicklung des Komplexes Stadion, Schwimmhalle und Gymnasium mit Mehrzweckhalle. Schrittweise, in Abstimmung mit dem Kreis und in Abhängigkeit von Fördermitteln könnte hier ein Jugendfreizeit- und Sportzentrum entstehen, so seien Gedanken. Bisher seien die Vorschläge der Linken in der Stadtverordnetenversammlung aber immer blockiert worden. Nach Ansicht von Ingo Paeschke sei es Aufgabe eines Bürgermeisters Ideen zu entwickeln und mit den vorhandenen Mitteln Lösungen zu organisieren. Beispielhaft führt er den Rosengarten an. Um zusätzliche Besucher in die Anlage zu locken, sollte man die beiden Bühnen auf der Wehrinsel bespielen. Konzerte oder Kooperationen mit den benachbarten Theatern wäre Möglichkeiten, formuliert er seine Vorstellung.

Dass es gelingen kann, zeige die heute noch bestehende Sport- und Kulturförderung, die SPD und die damalige PDS Ende der 90er Jahre in der Stadtverordnetenversammlung durchsetzten. Ingo Paeschke war damals Fraktionsvorsitzender der SPD. Er wechselte 2001 nach Unstimmigkeiten innerhalb der Fraktion in die PDS, die seit 2007 als Linkspartei agiert. Der pensionierte Berufssoldat nutze seine Zeit, um an Haus und Grundstück aufzuarbeiten, was in den Jahren zuvor liegen blieb. „Und Kommunalpolitik ist eine Arbeit, die mir Spaß macht“, sagt er.