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| 14:35 Uhr

Veranstaltung
Ehrenbürger und beliebte Gaststätten

Dicht umringt: Manfred Geisler nach seinem Vortrag.
Dicht umringt: Manfred Geisler nach seinem Vortrag. FOTO: Angela Hanschke
Forst. Geschichtsstammtisch geht auf Noßdorfer Pflaster auf „Wanderschaft“.

Mehr als 50 Gäste konnte Frank Henschel vom Forster Museumsverein zur 56. Auflage des Geschichtsstammtisches begrüßen. Dieser geht seit einiger Zeit „auf Wanderschaft“ und fand erneut auf geschichtsträchtigem Noßdorfer Pflaster statt.

In unmittelbarer Nachbarschaft, an der Einmündung der Kreuzschenkenstrasse, die Teil der alten Heeresstraße ist, steht ein kleiner Findling mit der verwitterten Inschrift „Simmersdorf“. Zum ersten Mal waren die meisten Besucher einen Blick in ein Gebäude, das vor der Wende als BHG diente. Seit 1995 wird es von Uwe Förster (56), einem gebürtigen Noßdorfer und Inhaber des gleichnamigen Baubetriebs als Lager genutzt.

Sieben historische Ansichtskarten präsentierte der Geschichtsverein zur im Jahre 1893 komplett aufgestockten Bauernschänke, dem ehemaligen „Strasses Restaurant“. Nur 300 Meter entfernt: die ebenfalls florierende Gaststätte Harnasch. Bei genügend Vorstellungsvermögen erinnert der Saal der einstigen Bauernschänke an den Forster Hof in Kleinformat.

Durchaus möglich, dass sie auch vom Forster Ehrenbürger Friedrich Passarius (1824-1911) besucht wurde. Zumal der Weißbäckermeister selbst ein Restaurant am Markt 8/Ecke Scharrnstraße betrieb, welches das beliebteste der Forster gewesen sein soll.

Der Kommunalpolitiker, Stadtchronist Mitbegründer der Forster Feuerwehr, Friedrich Passarius, sei sicherlich eine der interessantesten Forster Persönlichkeiten und werde nur ungenügend beschrieben, stellte Frank Henschel dem Vortrag des Passarius-Forschers Manfred Geisler voran. Der verfasste neben einer Biografie im vergriffenen Forster Jahrbuch von 2011 auch drei Broschüren, die im Brandenburgischen Textilmuseum zum Einzelpreis von vier Euro beziehungsweise als Komplettpaket für zehn Euro erworben werden können.

Ebenso schreibfreudig wie Geisler war auch Passarius, dessen handschriftliche Aufzeichnungen nur fragmentarisch erhalten sind. Der Hang zur Kommunalpolitik – bereits im Jahre 1832 wird sein Vater als Stadtverordneter erwähnt – wurde Friedrich Passarius in die Wiege gelegt. Ebenfalls seine familieninterne Chronistentätigkeit.

Wie groß sein persönlicher Anteil an den veröffentlichten Manuskripten war, ist allerdings noch nicht einzuschätzen. „Es wird daran gearbeitet“, versichert Manfred Geisler. Relativ unbekannt ist, dass sich Passarius auch als Maler und Zeichner betätigte.

Die darstellende Kunst war jedoch nicht sein größtes Talent; dokumentiert jedoch auf ihre Weise ebenfalls die Geschichte seiner Heimatstadt. Neue Erkenntnisse hatte sich Manfred Geisler im Vorfeld erhofft. Vergeblich spürt er unter anderem auch einer Abbildung von Passarius nach. Nur ein einziges Foto ist verbürgt. Auch das Ölgemälde, ein Porträt, das sich einst im Besitz der Forster Feuerwehr befand, ist verschollen.

(aha)