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| 16:52 Uhr

Polnische Stiftung sucht deutsche Helfer
Ehrenamtliche wollen Schloss Beitzsch retten

Den Eingantsurm zum Gut hat der Präsident der Stiftung Fundacja Monumenta Poloniae gekuaft. Doch nicht nur der Turm soll gerettet werden.
Den Eingantsurm zum Gut hat der Präsident der Stiftung Fundacja Monumenta Poloniae gekuaft. Doch nicht nur der Turm soll gerettet werden. FOTO: Frank Henschel
Biecz. Eine Stiftung setzt such für die Sicherung des Gebäudes ein – und hofft auch auf tatkräftige Helfer. Von Jürgen Scholz

Das Gubener Kloster soll einen Weinberg bei Beitzsch (heute Biecz) gehabt haben, die Kirche gilt manchen als Generalprobe für die Dresdner Frauenkirche und das Gutsareal ist vor allem durch den  Eingangsturm bekannt. Die  Stiftung Monumenta Poloniae will im turm einmal ihren Sitz haben – und setzt sich ehrenamtlich für die Rettung des Schlosses ein. Gekauft hat das Turmhaus vor zwei Jahren Stiftungspräsident Pawel Kosicki. Er wohnt und arbeitet in Berlin, die Stiftung hat bisher eine Außenstelle mit Kachelwerkstatt in Zduny an der Grenze der Wojwodschaften Großpolen und Niederschlesien. Deshalb hat er nach einer Alternative gesucht  und in Biecz gefunden.

Das Schloss selbst ist Teil einer Insolvenzmasse. Die Stiftung hat mit dem Hauptgläubiger vereinbart, dass man das Schloss für zehn Jahre zur Verfügung hat, um die Substanz zu sichern, so Kosicki. Die Firma Best S.A. als Hauptgläubiger unterstütze das Vorhaben finanziell. So seien erste Sicherungsarbeiten am Dach erledigt  worden, aus dem Diebe vor einigen Jahren Ziegel abgedeckt und Kupferteile gestohlen hatten. Das Wasser konnte ins Mauerwerk eindringen. Kurzfristig soll ein Arbeitseinsatz von Ehrenamtlichen aus Polen und Deutschland am 14. und 15. April helfen, Schutt und Müll zu beseitigen. Verpflegung und Übernachtungsgelegenheiten werden zugesichert, was an Werkzeug mitgebracht wird, sollte am besten im Vorfeld abgesprochen werden, so der deutsch sprechende Kosicki (info@fundacja-monumenta.pl). Der Zeitpunkt hat aber auch einen anderen Grund. Stiftung und Gemeinde laden am 26. Mai ab 15 Uhr zum Turmfest ein. Mit Turmbesichtigung, Kinderprogramm und einem Filmmusikkonzert abends um 19 Uhr. Dann soll sich das Umfeld einigermaßen ansehnlich zeigen. Dazu trägt auch der neue Besitzer des Cavalierhauses bei.

Bei dem fast schon traditionellen  Parkeinsatz in Brody hat Kosicki  um Umterstützung geworben. Ziel sei, das Schloss zu einem Zentrum kulturellen Lebens zu machen. Das werde aber der kleinen Stiftung nicht allein gelingen, weiß Kosicki, der auf öffentliche Partner setzt, die es leichter hätten, an Fördermittel zu kommen. Eine Versicherung für die Helfer gibt es nicht, gefährliche Bereiche würden aber abgesperrt oder sind abgestützt, so Kosicki. Ein Schutzhelm sei beispielsweise empfehlenswert, so Frank Henschel, der als einer der Mitinitiatoren ähnlicher Aktionen in Forst und Brody den Aufruf der Stiftung in Deutschland weitergeleitet hat.

Das Schloss hat in den vergangenen Jahren extrem gelitten.
Das Schloss hat in den vergangenen Jahren extrem gelitten. FOTO: Frank Henschel