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| 15:08 Uhr

Jubiläum
Von Tanzvirus bis Fehlalarm

Beträchtliche Sammlung: Der frühere Stadtwehrführer Bernd Frommelt mit Unterlagen und Fotos aus 20 Jahren Feuerwehrball. In der Hand hält er den Saalplan, der jedesmal aufgestellt wird.
Beträchtliche Sammlung: Der frühere Stadtwehrführer Bernd Frommelt mit Unterlagen und Fotos aus 20 Jahren Feuerwehrball. In der Hand hält er den Saalplan, der jedesmal aufgestellt wird. FOTO: Steffi Ludwig / LR
Forst. 20 Jahre Feuerwehrball Forst – der damalige Stadtwehrführer Bernd Frommelt denkt zurück. Von Steffi Ludwig

Am Samstag steigt er wieder und ist seit zwei Wochen ausverkauft – der Forster Feuerwehrball. Seit inzwischen 20 Jahren schwingen die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr mit ihren Angehörigen, aber auch Kameraden befreundeter Wehren oder anderen Gästen das Tanzbein im Feuerwehrgerätehaus Süd. 250 bis 300 Ballbesucher waren es jedes Jahr.

Feuerwehruniform und weißes Hemd sind Pflicht, bei den Frauen das Ballkleid. „Denn schließlich ist unser Anspruch ein gehobenes Ball-Ambiente“, erklärt der ehemalige Stadtwehrführer Bernd Frommelt, seit Anfang an dabei. Also keine Biertischgarnituren, sondern Polsterstühle sollten es sein. Jährlich vor dem Ball werden deshalb das Gerätehaus grundgereinigt, die Bodenfliesen der Fahrzeughalle gewienert und Polsterstühle aus anderen Häusern herbeigeschleppt. „Unsere Gäste sitzen an langen Tischen um die Tanzfläche herum“, beschreibt Bernd Frommelt und zeigt auf einen Zettel mit der Saalordnung. Vom Gymnasium werden Bühnenteile geordert. An der Decke werden feuerwehrtypische Utensilien angebracht.

Begonnen hatte alles Ende der 90er-Jahre. „1991 hatten wir mit unserem 110-jährigen Bestehen unser erstes größeres Event nach der Wende – mit Schauübung und öffentlichem Tanz im Spritzenhaus“, erinnert sich Frommelt. Das kam gut an. 1994 hatte sich dann der Förderverein der freiwilligen Feuerwehr gegründet, der auch für Veranstaltungen verantwortlich ist. Mitglieder sind aktive Angehörige der Wehr, aber auch Unternehmer und Forster Bürger. „Ebenfalls 1994 ging das Gerätehaus Süd in Betrieb, und wir dachten uns, dass die acht Stellflächen der Autos eine gute Tanzfläche ergeben würden“, so Frommelt. Zwölf mal viereinhalb Meter messe eine der Flächen, rechnet er vor. Zudem habe es zeitgleich einen Tanzvirus unter den Kameraden gegeben. „Viele von uns, ich eingeschlossen, haben Tanzkurse belegt – und wir wollten zeigen, was wir gelernt haben“, schmunzelt der 65-Jährige, der im August 2017 sein Amt an Andreas Britze übergeben hatte.

So wurde am 27. März 1999 der erste öffentliche Feuerwehrball aus der Taufe gehoben – standesgemäß mit Walzern, aber auch Diskofox. „Er wurde von Anfang an sehr gut angenommen, ein Großteil sind Stammgäste“, erzählt Frommelt. Aber nur etwa ein Drittel gehöre direkt der Feuerwehr an, die anderen seien Unternehmer, Ärzte, Angehörige. Für die Versorgung der Gäste werde inzwischen ein extra Zelt angebaut, in dem sich auch die Bühne für die Band befinde. Kulturelle Einlagen gebe es von Beginn an, egal ob Zauberer, Sportgruppen oder Tänzer wie die Raw Diamonds.

Die Einsatzbereitschaft übernehmen an diesem Abend die Wehren der Ortsteile. Aber auch von der Stadtwehr bleibe ein kleiner Teil einsatzbereit. Denn beispielsweise vor drei Jahren habe es zwei Alarmierungen gegeben. Direkt zu Ballbeginn wurde in die Sorauer Straße gerufen, wo Gas aus einem unbewohnten Haus ausströmte – das Ganze sei jedoch glimpflich ausgegangen. Und der Ruf um 23 Uhr stellte sich als Fehlalarm heraus.

Auch sonst sei nicht immer alles glatt gelaufen: Einmal habe es einen Stromausfall gegeben, weil Kapelle und Essensversorgung ungewohnt viele Abnehmer waren. Es habe auch schon ein solches Schneetreiben geherrscht, dass die Zeltverbindung weggeflogen sei und die Kapelle nass wurde, berichtet Frommelt.

In diesem Jahr gibt es für die Kameraden einen positiven Nebeneffekt: Sie haben eine Stunde mehr zum Feiern. Denn bisher habe der Feuerwehrball immer um den Gründungstag der Wehr am 26. März stattgefunden – und somit jedesmal am Samstag der Zeitumstellung. „Wenn wir bis zwei oder drei Uhr gefeiert haben, war es auf einmal ruckzuck vier Uhr“, meint Frommelt augenzwinkernd. Da das in diesem Jahr auf Ostern gefallen wäre, findet der Ball nun zwei Wochen nach der Zeitumstellung statt. So bleibt den Kameraden etwas mehr Zeit – denn die Fahrzeughalle muss am Sonntag in Ordnung gebracht werden, damit nachmittags die Autos wieder einziehen können.